Wenn ein Schweizer Hotelier die internationale Luxushotellerie prägt, dann ist es Roland Fasel. Der gebürtige Freiburger gehört seit Jahren zu den einflussreichsten Managern der Branche. Mit Stationen in St. Moritz, London, Asien und den USA hat er einige der ikonischsten Hotels der Welt geführt oder geprägt. Nun übernimmt Fasel als Präsident der Capella Hotel Group eine neue Rolle – und soll das Unternehmen in eine Phase globaler Expansion führen. Hotel Inside kennt die Hintergründe des Job-Wechsels.
Der neue Präsident von Capella ist also ein Schweizer – und das ist mehr als eine biografische Randnotiz. Roland Fasel steht exemplarisch für eine Generation von Hoteliers aus der Schweiz, die weltweit Maßstäbe in der Luxushotellerie gesetzt haben. Präzision, Disziplin, Detailversessenheit und ein tiefes Verständnis für Servicekultur – Eigenschaften, die traditionell mit der Schweizer Hospitality-Schule verbunden werden – haben Fasels Karriere geprägt.

Mit seiner Ernennung zum Präsidenten der Capella Hotel Group übernimmt der erfahrene Hotelmanager die Verantwortung für die globale Weiterentwicklung der Marken Capella Hotels & Resorts sowie Patina Hotels & Resorts. Das Unternehmen plant eine ambitionierte Expansion und will sein Portfolio bis 2030 verdoppeln. Fasel soll dabei operative Exzellenz sichern, neue Märkte erschließen und gleichzeitig die Markenidentität der Gruppe weiter schärfen.
Eine Karriere über drei Jahrzehnte
Roland Fasel bringt mehr als drei Jahrzehnte internationaler Erfahrung in der Luxushotellerie mit. Seine Karriere begann bei Four Seasons Hotels & Resorts in den Vereinigten Staaten – einer der weltweit renommiertesten Hotelgruppen, deren Servicephilosophie Generationen von Hoteliers geprägt hat.
Von dort führte ihn sein Weg nach Asien. In Südostasien übernahm er verschiedene Führungspositionen und sammelte Erfahrungen in Märkten, die bis heute zu den dynamischsten der globalen Hospitality-Industrie zählen. Seine erste Position als General Manager erreichte Fasel schließlich bei Shangri-La Hotels & Resorts.
Schon früh zeigte sich dabei ein charakteristisches Merkmal seines Führungsstils: Fasel versteht Hotels nicht nur als Betriebseinheiten, sondern als Marken und kulturelle Institutionen, die strategisch weiterentwickelt werden müssen.

St. Moritz: Die Wiedergeburt eines Grandhotels
International sichtbar wurde Fasel als General Manager des legendären Badrutt’s Palace Hotel in St. Moritz. Das Haus gehört zu den berühmtesten Grandhotels Europas – doch auch Ikonen müssen sich immer wieder neu erfinden.
Unter Fasels Führung wurde eine umfassende Repositionierung umgesetzt. Rund 80 Millionen US-Dollar wurden investiert, um das traditionsreiche Hotel zu modernisieren und gleichzeitig seine historische Identität zu bewahren. Das Ergebnis war bemerkenswert: Das Badrutt’s Palace kehrte zur Profitabilität zurück und etablierte sich erneut als Marktführer im Engadin.
Für viele Branchenkenner war diese Phase ein Beweis für Fasels Fähigkeit, Tradition und wirtschaftliche Performance miteinander zu verbinden.

London: Die Dorchester Collection
Eine weitere prägende Station folgte in London. Fasel spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau der Dorchester Collection und war neun Jahre lang General Manager des legendären Hotels The Dorchester.
Parallel dazu fungierte er als Regional Director für Großbritannien und verantwortete zusätzlich die Häuser Coworth Park sowie 45 Park Lane. In dieser Zeit entwickelte sich die Dorchester Collection zu einer der weltweit angesehensten Marken im Luxussegment.
Der Erfolg dieser Jahre stärkte Fasels Ruf als Manager, der ikonische Hotels nicht nur verwalten, sondern strategisch positionieren kann.

Aman Resorts: Expansion einer Kultmarke
2017 wechselte Fasel zu Aman Resorts und übernahm dort die Rolle des Chief Operating Officer. Sechs Jahre lang verantwortete er die globalen Operationen einer Marke, die unter Luxusreisenden nahezu kultischen Status genießt.
Während seiner Amtszeit expandierte Aman deutlich. Zu den bedeutenden Neueröffnungen gehörten unter anderem Amanyangyun in China, Aman Kyoto in Japan sowie das spektakuläre Aman New York. Diese Projekte festigten die Position der Marke als eine der exklusivsten Hotelkollektionen der Welt.

Maybourne: Ikonen der britischen Hotellerie
Zuletzt war Roland Fasel Group Chief Operating Officer der Maybourne Hotel Group. Das Portfolio umfasst einige der bekanntesten Hotels Londons – darunter Claridge’s, The Connaught und The Berkeley.
Darüber hinaus betreibt Maybourne internationale Prestigeprojekte wie Th e Maybourne Beverly Hills und The Maybourne Riviera. In dieser Rolle verantwortete Fasel ein Ensemble von Häusern, das zu den prestigeträchtigsten Adressen der globalen Luxushotellerie gehört.

Capella: Die nächste Wachstumsphase
Mit seinem Wechsel zur Capella Hotel Group beginnt nun ein neues Kapitel. Das Unternehmen betreibt die Marken Capella Hotels & Resorts sowie Patina Hotels & Resorts und gehört zu den am schnellsten wachsenden Luxusgruppen der Branche.
Capella Hotels & Resorts wurde von Travel + Leisure drei Jahre in Folge – von 2023 bis 2025 – zur besten Hotelmarke der Welt gewählt. Aktuell umfasst das Portfolio zwölf Hotels, darunter sechs Häuser mit der prestigeträchtigen Forbes-Five-Star-Auszeichnung.
Neue Projekte in Europa und im Nahen Osten befinden sich bereits in Vorbereitung. Roland Fasel soll diese Expansion strategisch steuern und gleichzeitig die Gästeerlebnisse weiterentwickeln, die Capella zu einer der begehrtesten Marken im Luxussegment gemacht haben.

Fasels Erfolgsrezept
Wer Roland Fasel kennt, beschreibt ihn als Manager mit strategischem Blick und operativer Präzision. Evan Kwee, Vice Chairman der Capella Hotel Group, betont, Fasel vereine strategische Vision mit operativer Expertise – eine Kombination, die in der internationalen Luxushotellerie selten sei.
Der Schweizer bleibt dabei seiner Herkunft treu: diskret, analytisch und leistungsorientiert. Vielleicht liegt genau darin sein Erfolgsrezept.
Roland Fasel gehört nicht zu den lautesten Figuren der Branche. Er gehört zu jener Generation von Hoteliers, die ihre Wirkung lieber über Ergebnisse erzielen als über große Worte und Prestige.
Dass ein Mann aus dem Kanton Freiburg heute an der Spitze einer der ambitioniertesten Luxushotelgruppen der Welt steht, ist deshalb nicht nur eine persönliche Erfolgsgeschichte. Es ist auch ein Beleg für die anhaltende Bedeutung der Schweizer Hospitality-Tradition in der globalen Luxushotellerie.
Und vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass die Schweiz weiterhin eine der wichtigsten Kaderschmieden für die Elite der internationalen Hotellerie bleibt.

Capella Hotel Group: Die stille Macht im globalen Luxussegment
In der internationalen Luxushotellerie dominieren seit Jahrzehnten große Namen: Four Seasons, Mandarin Oriental, Peninsula, Rosewood oder Aman. Doch in den vergangenen Jahren hat sich eine kleinere Gruppe zunehmend in die erste Liga vorgearbeitet: die Capella Hotel Group.
Mit einer bewusst überschaubaren Zahl ikonischer Hotels, außergewöhnlicher Architektur und einer klaren Markenstrategie gehört das Unternehmen heute zu den ambitioniertesten Luxusbetreibern der Branche. Die Berufung des Schweizer Hotelmanagers Roland Fasel zum Präsidenten markiert nun den Beginn einer neuen Expansionsphase.

Die Ursprünge einer Luxusmarke
Die Geschichte von Capella beginnt mit einem Unternehmer, der die moderne Luxushotellerie maßgeblich geprägt hat: Horst Schulze. Der deutsch-amerikanische Hotelier gehörte zu den Mitbegründern von Ritz-Carlton und entwickelte dort die Servicephilosophie, die das Unternehmen zu einer globalen Ikone machte.
2002 gründete Schulze schließlich die Capella Hotel Group. Seine Vision war es, eine kleine Kollektion außergewöhnlicher Luxushotels zu schaffen, die sich stärker auf Individualität, kulturelle Einbindung und maßgeschneiderte Gästeerlebnisse konzentriert als die standardisierten Konzepte vieler großer Ketten. Capella sollte nie eine Massenmarke werden – sondern eine kuratierte Sammlung von Häusern mit starkem Charakter.
Im Laufe der Jahre wechselte die Eigentümerstruktur der Gruppe. Heute gehört Capella Hotel Group zur Pontiac Land Group, einer privaten Immobiliengesellschaft mit Sitz in Singapur, die von den Brüdern Kwee kontrolliert wird. Unter ihrer Führung wurde Capella strategisch neu ausgerichtet und international ausgebaut.

Zwei Marken, eine Strategie
Die Capella Hotel Group operiert heute mit zwei klar positionierten Marken:
Capella Hotels & Resorts
Die Kernmarke der Gruppe steht für klassisch interpretierte Luxushotels mit starkem architektonischem und kulturellem Bezug zum Standort.
Patina Hotels & Resorts
Die jüngere Marke richtet sich an eine neue Generation von Luxusreisenden und verbindet Lifestyle, Design, Nachhaltigkeit und kulturelle Programme.
Die Strategie dahinter ist klar: Während Capella auf ikonische Hotels mit starkem Heritage-Fokus setzt, soll Patina eine experimentellere, modernere Interpretation von Luxus bieten.

Ein kleines Portfolio mit globalem Anspruch
Im Vergleich zu großen Hotelketten bleibt Capella bewusst klein. Aktuell umfasst das Portfolio rund zwölf Hotels weltweit. Dennoch gehört die Gruppe zu den prestigeträchtigsten Marken im Luxussegment.
Zu den bekanntesten Häusern gehören:
Capella Singapore
Capella Bangkok
Capella Hanoi
Capella Shanghai Jian Ye Li
Capella Ubud (Bali)
Capella Sydney
Mit Patina betreibt die Gruppe derzeit unter anderem:
Patina Maldives, Fari Islands
Patina Osaka

Internationale Auszeichnungen
Ein entscheidender Faktor für die steigende Bekanntheit der Marke sind internationale Rankings.
Capella Hotels & Resorts wurde vom renommierten Reisemagazin Travel + Leisure drei Jahre in Folge – von 2023 bis 2025 – zur „World’s Best Hotel Brand“ gewählt.
Darüber hinaus verfügen mehrere Hotels der Gruppe über die höchste Bewertung im amerikanischen Forbes Travel Guide.
Aktuell tragen sechs Capella-Häuser die begehrte Forbes Five-Star-Auszeichnung – eine der wichtigsten Qualitätskennzahlen im globalen Luxussegment.

Architektur, Kultur und „Sense of Place“
Ein zentrales Element der Markenstrategie ist die sogenannte „Sense of Place“-Philosophie. Anders als viele internationale Hotelketten versucht Capella, jedes Hotel stark in seine lokale Umgebung einzubetten. Viele Häuser entstehen in historischen Gebäuden oder auf kulturell bedeutenden Grundstücken.
Beispiele dafür sind:
- ein restauriertes Kolonialensemble in Singapur
- historische Shikumen-Häuser in Shanghai
- ein kulturell inspiriertes Resort in Bali
Diese Verbindung von Architektur, Geschichte und lokaler Kultur ist zu einem Markenzeichen der Gruppe geworden.

Expansion mit Augenmaß
Trotz der steigenden Nachfrage verfolgt Capella eine relativ konservative Wachstumsstrategie. Anders als viele internationale Hotelketten setzt die Gruppe nicht auf rasche Expansion, sondern auf selektive Projekte. Aktuell befinden sich mehrere neue Hotels in Planung, darunter Projekte in:
Europa
Naher Osten
China
Das langfristige Ziel der Gruppe ist es, das Portfolio bis 2030 etwa zu verdoppeln.
Dabei soll jedes neue Hotel die gleichen Qualitätsstandards erfüllen, die Capella bislang zu einer der am besten bewerteten Marken der Branche gemacht haben.
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