Während in Europa und weltweit Hunderte neue Hotelprojekte in Planung sind, fällt die Verteilung der Neubauten regional sehr unterschiedlich aus. Die DACH‑Region etabliert sich als einer der stabileren Player, doch die Schweiz bewegt sich eher in Nischen. Dieser Hotel Inside-Report beleuchtet, wo die Bauwellen rollen, wo Widerstände lauern und wie sich Hotelbau-Projekte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz entwickeln.
Der globale Hotelbau erlebt derzeit eine starke Dynamik. In vielen Märkten sind sowohl Neubauten als auch Renovierungsprojekte auf Höchstständen.
In Europa verzeichnete man bis Mitte 2025 eine Pipeline von 1690 Projekten mit fast 249 000 geplanten Zimmern. Rund 44% dieser Projekte befinden sich im Status «im Bau» mit über 112 000 Zimmern.
Die ersten Planungsetappen erreichen Rekordwerte: 570 neu geplante Projekte mit 79 075 Zimmern – ein Zuwachs von 11% gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal 2025 standen in Europa 1 683 Projekte mit rund 247 472 Zimmern in der Pipeline. 46% der Projekte befanden sich im Bau, 531 in der frühen Planung.
Europa wächst also — doch nicht gleichmäßig. Einige Länder dominieren das Feld: Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Portugal und die Türkei machen zusammen fast die Hälfte der Projekte aus.
Ein weiterer Trend: Nicht nur Neubauten dominieren das Bild, sondern auch Renovierungen und Umbauten (Conversions). In Q1 2025 zählte man in Europa 718 Projekte mit 93 305 Zimmern in Renovierung + Konversionen – ein Anstieg von 32% bzw. 26% gegenüber dem Vorjahr.
Wo steht die DACH‑Region?
In der DACH‑Region dominiert Deutschland klar den Hotelbau. Rund 80% aller Pipeline‑Projekte in DACH stammen aus Deutschland: 632 der 797 Projekte der Region werden dort realisiert. Österreich und die Schweiz nehmen kleinere Anteile ein, zeigen aber eine selektive Entwicklung mit Fokus auf hochwertige und designorientierte Projekte.
2024 verzeichnete man in der Luxuskategorie (5‑Sterne) 320 Projekte mit 44 478 Zimmern.
Im Luxus- und Premiumsektor (4‑ und 5‑Sterne) waren zudem etwa 105 Projekte mit 14 268 Zimmern in der Pipeline. Auch der Mittelklassebereich bleibt stabil: Midscale‑Projekte machten rund 32% der Pipeline aus. Hamburg ist aktuell die Stadt mit dem stärksten Zuwachs vor Berlin und Wien.
Schweiz: Eigene Nische, hohe Ansprüche
Die Schweiz weist im Vergleich zu Deutschland und Österreich weniger Neubauvorhaben auf, aber diese sind oft von hoher Qualität. Beispiele sind neue Konzepte in St. Moritz («La Serletta») oder Luzern («Hotel Tribschen»).
Ein markantes Signal: In Gstaad wurde 2012 mit «The Alpina Gstaad» das erste neu gebaute Luxusresort seit rund 100 Jahren eröffnet – ein Hinweis auf die Sensibilität bei Neubauten.
Strenge Raumplanungs- und Umweltschutz-Vorschriften machen in der Schweiz Projekte komplex und teuer. Deshalb dominiert hier die sanfte Weiterentwicklung: Umbauten, Instandsetzungen und Erweiterungen statt großflächiger Neubauten.

Regionale Highlights
- Deutschland: Mit 157 Projekten und rund 26 861 Zimmern steht es hinter Grossbritannien an zweiter Stelle in Europas Pipeline.
- Europa: 94 neue Projekte mit 13 338 Zimmern wurden in einem Quartal gestartet – ein Plus von 12%.
- Renovierungen & Konversionen gewinnen an Bedeutung: z. B. historische Gebäude in Boutique- oder Design‑Hotels.
- Österreich: Projekte in Wien oder Bregenz setzen auf Architektur mit lokalem Bezug.
- Schweiz: Kleine, aber feine Pipeline – meist Boutique‑ oder Luxusklasse, stark auf Premiumtourismus und Resorts ausgerichtet.
Herausforderungen und Chancen
Herausforderungen:
– Regulatorischer Druck (Raumplanung, Umweltschutz, Denkmalschutz).
– Kostensteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Arbeitskräften.
– Kapazitätsrisiken in stark gesättigten Städten.
– Nachhaltigkeitsanforderungen: CO₂-Reduktion, ESG-Kriterien, Ressourceneffizienz.
– Marktsensibilität: In kleineren Märkten wie der Schweiz erhöht sich das Risiko einzelner Fehlentwicklungen.
Chancen:
– Premium- und Nischenhotels sind stark gefragt.
– Umbauten und Konversionen versprechen hohe Rendite.
– Smart-Building-Technologie schafft Wettbewerbsvorteile.
– Regionale Spezialisierungen (Wellness, Wintersport, alpiner Tourismus).
Ausblick
Die Pipeline bleibt robust: Für 2025 sind etwa 339 neue Hotels mit 45 000 Zimmern prognostiziert.
Deutschland wird weiterhin Motor bleiben, Österreich und die Schweiz werden selektiv mit Fokus auf Qualität wachsen. Investoren sind gut beraten, nicht auf Masse zu setzen, sondern auf Differenzierung und Nachhaltigkeit.
Der globale Hotelbau erlebt ein Rekordhoch: Weltweit befinden sich über 15.800 Projekte in Planung oder Bau. Europa trägt mit rund 1.690 Projekten bei, während die DACH‑Region – vor allem Deutschland – stabil wächst. Die Schweiz setzt eher auf Boutique- und Luxusprojekte, oft als Umbau oder Erweiterung.
Wichtige Fakten & Zahlen zum Hotelbau 2025
