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Schloss Schadau am Thunersee: Dank Hotelzimmern mehr Gewinn?

Im Juni 2019 wurde Schloss Schadau in Thun im Berner Oberland nach einer umfassenden Sanierung neu eröffnet – mit neun Hotelzimmern. Operativ geführt wird das „Traumschloss“ am Thunersee von Roger Lehmann, Mitinhaber der Solbad Gastronomie AG, die seit 20 Jahren bereits zwei Restaurants in Basel betreibt. Hotel Inside sprach mit Roger Lehmann über die Erfolgsgeschichte des 1852 erbauten Märchenschlosses am See (vgl. Video-Talk).

„Zurück ins Jetzt!“ Mit diesem Leitgedanken wurde das Schloss Schadau in Thun im Juni 2019 neu eröffnet. Seit vier Jahren ist es nun ganzjährig an sieben Tagen die Woche geöffnet. Der aktuelle Schlossbetrieb umfasst ein Restaurant mit grosser Terrasse, diverse historische Säle und Räume sowie neun unterschiedliche Hotelzimmer.

Schloss Schadau

Die Stadt Thun, Besitzerin des Schlosses, liess das denkmalgeschützte Gebäude in der Zeit von 2015 bis 2019 komplett sanieren. Unter anderem wurden die historischen, hoch dekorierten Oberflächen minuziös restauriert, die Haustechnik erneuert, Zimmer tapeziert, im Erdgeschoss eine neue Tagesküche eingebaut, neun Gästezimmer mit Badezimmern angeordnet und die Beleuchtung erneuert. Zuletzt bestückte die Architektin Anna Suter (Bern) das Schloss – in Zusammenarbeit mit der Stadt Thun und dem Gastgeber Roger Lehmann – mit einer neuen Möblierung. Die Bauarbeiten am historischen Gebäude, das von nationaler Bedeutung ist, wurden eng von der bernischen Denkmalpflege begleitet.

 
Roger Lehmann, Hotelier und Gastgeber im Schloss Schadau

Französische Gerichte mit regionalen Zutaten

Die Speisekarte bietet modern interpretierte Klassiker der französischen Küche, aber auch einfachere Gerichte: vom Pot-au-feu über Entrecôte Café de Paris mit Pommes Frites bis zur hausgemachten Crèmeschnitte. Für die Zubereitung werden vor allem regionale Produkte verwendet. Die Gäste finden auch Angebote wie zum Beispiel ein Mittagsmenü für 22 Franken inklusive Salat oder Suppe, das tägliche Schloss-Frühstück oder den Afternoon-Tea, ein Zwei-Gang Business-Lunch oder ein Brunch mit Hauptgangbüffet und Dessert jeweils sonntags von 11 bis 14 Uhr. Die Bar «au milieu» mit dem integrierten Hotelempfang bildet das Herzstück in den Wohn- und Esszimmern. Angelehnt an die französisch-englische Adelskultur wird neben einem respektablen Weinangebot der Schwerpunkt auf Sherry und Portwein gelegt.

Das Schloss Schadau eignet sich sowohl für Hochzeitsfeste mit Trauungen wie auch für Klein-Seminare oder Bankette mit bis zu 70 Personen.

Hotel Inside-Publizist Hans R. Amrein sprach mit Schadau-Gastgeber und Hotelier Roger Lehmann: Kann man so ein Schloss mit nur neun Zimmern rentabel führen? Und: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Tagestouristen, Hotel- und Businessgästen?

Die Schloss-Geschichte

Das Schloss Schadau und dessen Umgebung haben eine Geschichte, die bis in das Jahr 1348 reicht, wo das Haus Schadau zum ersten Mal schriftlich erwähnt wird. Der 3,6 Hektaren grosse Schadau-Park ist seit 1860 für die Öffentlichkeit zugänglich und einer englischen Gartenanlage nachempfunden. Die Lage des Schlosses direkt am Thunersee und am Ausfluss der Aare ist einmalig und bildet mit der Scherzlig-Kirche, einer der tausendjährigen Kirchen am Thunersee, ein harmonisches Ensemble.

Der Bau des heutigen Schlossgebäudes wurde von 1847 bis 1852 vom Neuenburger Bankier, Denis Alfred de Rougemont, in Auftrag gegeben. Der Neuenburger James Victor Colin und der an der Pariser Ecole des Beaux-Arts ausgebildete Architekt Pierre-Charles Dusillion haben ein Bauwerk erschaffen, welches von den reichen Sandstein-Schmuckwerken bis zur exquisiten Innenausstattung von höchster Handwerkskunst zeugt.

Als eines der bedeutendsten Werke des romantischen Historismus in der Schweiz stellt das Schloss Schadau ein Kulturgut von nationaler Bedeutung dar. In der Eingangshalle des Schlosses führt die vom Bildhauer Joseph Hubert Verbunt gestaltete Sandsteintreppe in die oberen Stockwerke und im ganzen Gebäude finden sich herausragende Holz-, Marmor- und Stuckimitationen.

Seit 1925 ist das Schloss und der Park im Besitz der Stadt Thun und seit 1928 befindet sich im Erdgeschoss ein Restaurationsbetrieb. Das Schloss Schadau wurde, nach diversen Mischnutzungen, von 2017 bis 2019 zum ganzheitlichen Restaurant- und Hotelbetrieb umgebaut und ermöglicht eine authentische Vermittlung des baukulturellen Erbes. Bei dieser Renovation bestätigte die bauhistorische Untersuchung, dass praktisch die komplette feste Innenausstattung aus der Bauzeit erhalten ist. Dies betrifft die hölzernen Elemente wie Fenster, Nischenverkleidungen, Türen, Knietäfer und Bodenbeläge genauso wie die Malereien, welche unter jüngeren Farbschichten zum Vorschein kamen. Obschon das Schloss Schadau als private Sommerresidenz erbaut wurde, war es immer einer der gesellschaftlichen Mittelpunkte am See und steht heute allen Besuchern als erleb- und bewohnbares Gesamtkunstwerk zur Verfügung.

„Historisches Hotels des Jahres 2021“

Die Auszeichnung «Historisches Hotel des Jahres 2021» von Iconos zeichnet die unermüdlichen Anstrengungen der Stadt Thun seit dem Kauf des Gebäudes im Jahr 1925 aus, das Schloss Schadau in altem Glanz erstrahlen zu lassen und es wieder seinem ursprünglichen Zweck als bewohnbares Gasthaus zuzuführen. Die letzte Etappe dieses beinahe hundertjährigen Projekts, die Restauration des Gebäudeinneren, erfolgte in den Jahren 2018 und 2019 unter strikter Einhaltung aller Regeln der Kunst. Mit dem Titel „Historisches Hotel des Jahres 2021“ erhält das ausserordentliche Engagement die verdiente Anerkennung.

Quelle: Iconos Schweiz, 2021

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