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Resilienz-Analyse der OeHT: Was Österreichs Hotellerie heute wirklich stark macht

Die österreichische Hotellerie hat in den vergangenen zehn Jahren ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit spürbar verbessert. Dennoch zeigt die neue Resilienz-Analyse der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (OeHT), dass Resilienz kein Selbstläufer ist. Hinter stabilen Kennzahlen stehen konsequentes Management, professionelleres Controlling und eine deutlich höhere Steuerungsqualität. Die auf mehr als 2.000 Jahresabschlüssen basierende Untersuchung macht zugleich deutlich, wo die grössten Risiken und Chancen der kommenden Jahre liegen. Hotel Inside-Autor Thommy Karl berichtet.

Die Sonderauswertung «Wirtschaftliche Resilienz KMU» der OeHT zählt zu den fundiertesten Benchmark-Analysen im deutschsprachigen Tourismus. Sie untersucht anhand von über 2.000 Einzelbilanzen die Entwicklung der österreichischen Hotellerie über zehn Jahre. Das zentrale Fazit lautet: Viele Betriebe sind heute resilienter als noch vor zehn Jahren – nicht weil die Rahmenbedingungen einfacher geworden wären, sondern weil Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Häuser konsequenter steuern mussten.

Umsätze steigen – aber nicht in allen Segmenten

Zwischen 2015 und der Pandemie wuchsen die operativen Erträge kontinuierlich und übertrafen die Inflation. Besonders stark entwickelte sich die 3-Sterne-Hotellerie. Nach den massiven Einbrüchen der Pandemie folgte eine kräftige Erholung. Inflationsbereinigt legte die 3*/3S-Hotellerie real um 44 Prozent zu, während die 4S/5*-Kategorie nur sieben Prozent gewann und die klassische 4*-Hotellerie sogar leicht verlor. Dies unterstreicht die Bedeutung einer klaren Positionierung.

Preispotenzial bleibt ungenutzt

Obwohl sich die Nächtigungserlöse verbesserten, bleiben sie gemessen an Qualität, Kosten und Wettbewerb vielfach zu niedrig. Selbst im Premiumsegment lag der durchschnittliche Nächtigungserlös 2024 bei lediglich 152,73 Euro. Professionelles Pricing entwickelt sich damit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor.

Auslastung als grösste Reserve

Mit lediglich 147 bis 182 Vollbelegungstagen pro Jahr bleibt rund die Hälfte der Kapazitäten ungenutzt. Künftige Resilienz wird deshalb stärker aus besserer Auslastung, intelligentem Vertrieb und konsequenter Marktbearbeitung entstehen als aus reinem Wachstum.

Wareneinsatz, Personal und Energie belasten die Betriebe massiv. Während der Wareneinsatz dank besserem Einkauf und Controlling teilweise optimiert werden konnte, erreichte der Personalaufwand historische Höchstwerte von bis zu 36 Prozent des Umsatzes. Auch die Energiekosten verharren auf hohem Niveau, weshalb Investitionen in Energieeffizienz an Bedeutung gewinnen.

Stabile Erträge trotz schwierigem Umfeld

Trotz steigender Kosten blieb der GOP erstaunlich stabil und liegt zwischen 22,1 und 23,6 Prozent. Die Analyse wertet dies als Ausdruck einer deutlich professionelleren Unternehmensführung. Besonders die 3*/3S-Hotellerie steigerte ihre operative Ertragskraft dynamisch.

Die Eigenkapitalquoten verbesserten sich zwar deutlich, liegen aber mit 16 bis 24 Prozent weiterhin klar unter dem Durchschnitt österreichischer KMU. Mehr als ein Drittel der Betriebe verfügt über weniger als acht Prozent Eigenkapital oder weist sogar negatives Eigenkapital aus. Damit bleibt die Branche stark von Fremdkapital abhängig.

Die durchschnittlichen Finanzierungskosten stiegen von rund 2,4 Prozent im Jahr 2019 auf 4,87 Prozent im Jahr 2024. Positiv entwickelte sich hingegen die Entschuldungsdauer vieler Betriebe, die meist unter der kritischen URG-Grenze von 15 Jahren liegt.

Management entscheidet über Erfolg

Rund 60 Prozent aller Krisenfälle gehen laut OeHT auf Managementfehler zurück. Marktprobleme und die Folgen der Pandemie spielen eine deutlich kleinere Rolle. Damit wird professionelle Unternehmensführung zum wichtigsten Resilienzfaktor.

Die OeHT nennt fünf Zukunftsthemen: Finanzierung und Banken-Regulatorik, Markt- und Vertriebsfähigkeit, ESG und Klimawandel, Künstliche Intelligenz sowie Betriebsübergaben. Die Botschaft ist eindeutig: Resilienz ist kein Zustand, sondern eine permanente Managementaufgabe.

Fazit der OeHT-Studie

Die OeHT-Studie zeichnet das Bild einer Branche, die sich in den vergangenen Jahren bemerkenswert angepasst hat. Gleichzeitig zeigt sie, dass steigende Finanzierungskosten, hohe Personalaufwendungen und strukturelle Herausforderungen den Handlungsdruck weiter erhöhen. Entscheidend für die Zukunft werden weniger einzelne Investitionen als vielmehr Managementqualität, klare Marktpositionierung, konsequente Preisstrategie und eine professionelle Unternehmenssteuerung sein.

OeHT-Resilienz-Analyse 2026: Die wichtigsten Zahlen und Fakten

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