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Nach Revo-Insolvenz: Erste Hotels müssen schließen

Die Insolvenz der Revo Hospitality Group führt zu ersten Schliessungen: Wie Hotel Inside über die deutsche Plattform t-online erfahren hat, werden das Mövenpick Hotel Frankfurt-City und das Aedenlife Hotel & Resort auf Rügen geschlossen. Beide Hotels stellen den Betrieb per sofort ein. Betroffen von der Revo-Insolvenz sind in Deutschland und Österreich insgesamt 140 Hotels. Hotel Inside berichtete in mehreren Reports darüber.

Mövenpick Hotel Frankfurt City.

Das Aedenlife Hotel & Resort auf Rügen und das Mövenpick Hotel Frankfurt City hätten infolge der Revo-Insolvenz ihren Betrieb am Wochenende (15. Februar) eingestellt, schreibt t-online. Damit sind erstmals konkrete Standorte betroffen, nachdem Europas größter Multibrand-Hotelbetreiber Mitte Januar für rund 140 Hotelgesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt hatte.

Die in Berlin ansässige Revo-Gruppe betreibt nach eigenen Angaben rund 260 Hotels in 135 Städten und zwölf europäischen Ländern – unter eigenen Marken sowie als Franchisenehmer großer Ketten wie Hilton, Accor, Wyndham oder Steigenberger. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen HR Group.

Aedenlife Hotel & Resort auf Rügen.

Das Aedenlife Hotel & Resort Rügen habe den Betrieb bereits eingestellt, schreibt t-online. Auf der Internetseite heißt es, Buchungen seien nicht mehr möglich. «Gäste mit bestehenden Buchungen werden schnellstmöglich informiert. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die sich daraus ergeben», teilt das Hotel mit.

Auch das Mövenpick Hotel Frankfurt City schließt. Ein Mitarbeiter erklärte auf Anfrage: «Am Sonntag ist der letzte Tag». Es seien noch die letzten Gäste im Haus, doch am Sonntag werde der Betrieb eingestellt.

In der ursprünglichen Meldung im Januar teilte die Revo Hospitality Group mit, die Insolvenzen seien in Eigenverwaltung angemeldet. Tatsächlich wurde jedoch für insgesamt vier Gesellschaften ein vorläufiges Regelinsolvenzverfahren angeordnet und Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Neben den beiden nun geschlossenen Häusern betrifft das auch das Centro Hotel Goya in Wolfsburg und das Centro Hotel National in Frankfurt. Dort läuft der Betrieb bislang weiter.

Bei einer Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt und steuert die Sanierung selbst, allerdings unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters. Ziel ist es, das Unternehmen zu stabilisieren und fortzuführen.

In einem Regelinsolvenzverfahren hingegen übernimmt ein Insolvenzverwalter die Kontrolle. Er entscheidet über Fortführung, Verkauf oder Schließung einzelner Betriebe. Dass für einzelne Revo-Hotels dieser Weg gewählt wurde, deutet auf eine schwierigere wirtschaftliche Lage in diesen Häusern hin.

Aedenlife Hotel & Resort auf Rügen.

Rasantes Wachstum als Belastung

Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nannte Revo im Januar gestiegene Lohnkosten, höhere Mieten sowie stark gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise. Vor allem aber hat die schnelle Expansion der vergangenen Jahre das Unternehmen belastet. Seit 2020 wuchs das Portfolio von 51 auf rund 260 Hotels.

Die Übernahme zahlreicher Häuser und Marken ist mit hohen Integrations- und Finanzierungskosten verbunden gewesen. Gleichzeitig sind die Übernachtungszahlen hinter den Erwartungen zurückgeblieben, geplante Umsätze für 2025 sind nicht erreicht worden.
Die Entwicklung bei Revo ist als Teil eines Trends. Binnen 15 Monaten sind mit Lindner, Achat und Revo drei große Hotelbetreiber in die Insolvenz geraten. Gemeinsame «Probleme» sind hohe Fixkosten sowie langfristige und zu teure Pacht- und Franchiseverträge.

Gerade das sogenannte „White-Label“-Modell von Revo erhöht die operative Komplexität. Mit anderen Worten: Revo tritt nicht mit einer eigenen starken Marke am Markt auf, sondern betreibt Hotels im Auftrag oder unter dem Namen großer internationaler Ketten. Für Gäste steht etwa „Mövenpick“ oder „Wyndham“ über der Tür – wirtschaftlich geführt wird das Haus jedoch von Revo.

Dieses Modell verspricht Skalenvorteile, weil ein Betreiber viele unterschiedliche Marken parallel managen kann. Gleichzeitig steigen aber die Anforderungen: Jede Marke hat eigene Standards, IT-Systeme, Berichtspflichten und Gebühren. Wenn Auslastung und Erlöse sinken, schlagen diese festen Kosten besonders stark durch.

Aedenlife Hotel & Resort auf Rügen.

Revo sucht jetzt nach internationalen Investoren, um die Sanierung voranzutreiben. Ziel ist nach Unternehmensangaben eine zügige Restrukturierung und eine langfristige Fortführung der Gruppe. Für die Dauer der Sanierung hatte Rechtsanwalt Gordon Geiser die Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften übernommen. Mit den in Eigenverwaltung beantragten Verfahren bestünden „gute Aussichten für eine zügige Sanierung und eine langfristige Fortführung“, erklärte Geiser im Januar. Nach Angaben aus dem Unternehmensumfeld soll die Neuaufstellung bis zum Sommer 2026 abgeschlossen sein.

Für Reisende bedeutet die Entwicklung bei Revo vor allem Unsicherheit. Zwar hatte Revo im Januar erklärt, bestehende Buchungen sollten grundsätzlich gültig bleiben und die Hotels geöffnet bleiben. Die Schließungen auf Rügen und in Frankfurt zeigen jedoch, dass es zu kurzfristigen Betriebseinstellungen kommen kann.

Quellen: t-online (14.2.2026), Hotel Inside, Revo Hospitality Group

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