Marriott hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2025 vorgelegt und präsentiert sich dabei in stabiler Verfassung – trotz nachlassender Dynamik im nordamerikanischen Markt. Der weltweit größte Hotelkonzern, der in der Schweiz aktuell 28 Hotels betreibt, erzielte in den Monaten April bis Juni einen Umsatz von 6,74 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.

Das bereinigte Nettoergebnis legte leicht auf 728 Millionen Dollar zu, während der gemeldete Nettogewinn mit 763 Millionen Dollar knapp unter dem Vorjahresniveau lag. Beim Gewinn je Aktie überraschte Marriott die Analysten: Der bereinigte EPS stieg auf 2,65 Dollar – stärker als die erwarteten 2,61 Dollar. Das operative Ergebnis (EBITDA) wuchs um rund sieben Prozent auf 1,415 Milliarden Dollar.
Als treibende Kraft erwies sich erneut das internationale Geschäft: Der globale RevPAR (Revenue per Available Room) legte um 1,5 Prozent zu – international sogar um über fünf Prozent. Besonders stark performten die Regionen Europa, Asien und Nahost. In Nordamerika hingegen stagnierte die Nachfrage – vor allem im Mittelklasse- und Budgetsegment. Hier konnten lediglich die Luxusmarken wie Ritz-Carlton oder St. Regis mit einem RevPAR-Plus von rund vier Prozent überzeugen.

Trotz der konjunkturellen Unsicherheiten bleibt Marriott auf Expansionskurs. Im zweiten Quartal wurden netto 17.300 neue Zimmer eröffnet, vor allem außerhalb Nordamerikas. Die Entwicklungspipeline ist mit weltweit 3.900 Projekten und über 590.000 geplanten Zimmern so umfangreich wie nie zuvor.
Strategisch setzt das Unternehmen auf Diversifizierung: Mit der neu gestarteten Soft-Brand „Series by Marriott“ sowie der angekündigten Akquisition der Lifestyle-Marke CitizenM stärkt Marriott seine Position im wachsenden Mittelklasse- und Designsegment.
Finanziell zeigt sich das Unternehmen solide aufgestellt. Im abgelaufenen Quartal wurden rund 0,7 Milliarden Dollar in Form von Aktienrückkäufen an Investoren zurückgeführt, im laufenden Jahr beläuft sich die Gesamtsumme bereits auf über zwei Milliarden.
Allerdings dämpfte das Management seine Erwartungen für das Gesamtjahr leicht: Der Umsatz soll 2025 nun nur noch zwischen 1,5 und 2,5 Prozent wachsen – zuvor hatte man mit bis zu 3,5 Prozent gerechnet. Auch die Prognose für den Gewinn je Aktie wurde leicht nach unten angepasst.

Trotz dieser vorsichtigen Töne bleibt der Gesamteindruck positiv. Während andere Hotelketten stärker unter der nachlassenden Reiselust in den USA leiden, profitiert Marriott von seiner globalen Aufstellung und einem zunehmend diversifizierten Markenportfolio. Die Herausforderungen im US-Markt – etwa bei Geschäftsreisen und Budgetkunden – versucht das Unternehmen durch Internationalisierung und Digitalisierung abzufedern.
CEO Anthony Capuano sprach von einem „robusten Quartal“ trotz globaler Unsicherheiten.
