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Inside-Video-Talk mit Alexander Dürr von Minor Hotels: «Wir wollen jetzt auch im Alpenraum Hotels eröffnen»

Minor Hotels zählt heute zu den zehn grössten Hotelgruppen der Welt. Dennoch sieht der thailändisch-spanische Konzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) noch beträchtliches Entwicklungspotenzial. Im exklusiven Video-Interview mit Hotel Inside am Hospitality Festival upnxt 2026 in Berlin erklärt Alexander Dürr (58), Senior Vice President Operations Central Europe, warum sich die Expansion künftig nicht auf Metropolen beschränken wird.

Im Fokus der Wachstumsstrategie von Minor in der DACH-Region stehen laut Alexander Dürr auch mittelgrosse Städte, alpine Destinationen, Soft Brands und Asset-Light-Modelle. Der Konzern sucht dabei konsequent nach dem passenden Konzept für den passenden Standort – und nicht nach Wachstum um jeden Preis.

Hans R. Amrein mit Alexander Dürr (rechts) am Event-Stand von Hotel Inside am upnxt26 Festival in Berlin.

Hotel Inside-Publizist Hans R. Amrein führte am Hospitality Festival upnxt 2026 in Berlin ein Video-Gespräch mit Minor Vice President Operations Central Europe, Alexander Dürr. Das Interview fand am Event-Stand von Hotel Inside statt:

Kurzfassung

  • Minor Hotels sieht in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin grosses Wachstumspotenzial.
  • Im Interview mit Hotel Inside erklärt Alexander Dürr, Senior Vice President Operations Central Europe, dass sich die Expansion nicht nur auf Metropolen wie Berlin, Wien oder München konzentrieren werde. Auch mittelgrosse Städte wie Basel, Luzern, Salzburg oder Nürnberg seien für den Konzern attraktive Standorte.
  • Bei der Markenstrategie zeigt sich Minor flexibel. Je nach Markt und Nachfrage kommen sämtliche Konzernmarken infrage – von der Luxusmarke Anantara über Tivoli und NH-Collection bis hin zu NH Hotels oder Soft-Brand-Konzepten. Entscheidend sei stets das passende Hotelkonzept am richtigen Standort.
  • In der Schweiz und in Österreich erkennt Minor insbesondere im alpinen Leisure-Segment grosses Potenzial. Gesucht werden Hotels in touristischen Regionen wie Graubünden, dem Berner Oberland oder dem Wallis. Der Bergsommer gewinne durch den Klimawandel weiter an Bedeutung und eröffne neue Chancen für internationale Hotelbetreiber.
  • Minor verfolgt konsequent eine Asset-Light-Strategie und versteht sich primär als Betreiber. Gleichzeitig sollen auch kleinere Boutiquehotels von internationalen Vertriebssystemen und Soft-Brand-Lösungen profitieren, ohne ihre Identität aufgeben zu müssen.
  • Trotz geopolitischer Unsicherheiten blickt Dürr optimistisch in die Zukunft. Er erwartet für die Jahre 2026 bis 2028 eine weiterhin robuste Entwicklung der Hotellerie. Weltweit betreibt Minor Hotels derzeit rund 640 Hotels in 66 Ländern und zählt zu den zehn grössten Hotelgruppen der Welt.
Nhow Hotel Amsterdam.

Expansion mit Augenmass statt Grössenwahn

Minor Hotels gehört zu den dynamischsten Hotelunternehmen der internationalen Hospitality-Branche. Nach der Integration der NH Hotel Group, der weltweiten Markenharmonisierung und einer konsequenten Asset-Light-Strategie verfolgt der Konzern auch 2026 ehrgeizige Expansionsziele. Alexander Dürr macht jedoch deutlich, dass Wachstum für Minor nicht Selbstzweck ist. Entscheidend sei vielmehr, ob ein Standort langfristig wirtschaftlich funktioniere und welche Marke dort den grössten Mehrwert schaffe. Gerade deshalb unterscheide sich Minor von Konzernen, die möglichst schnell möglichst viele Hotels eröffnen möchten, so Dürr zu Hotel Inside.

Anantara Hotel Wien.

Nicht nur Berlin, Wien oder München

Dürr betont im Hotel Inside-Video-Gespräch, dass attraktive Hotelstandorte weit über die bekannten Metropolen hinausreichen. Neben Berlin, Hamburg, München oder Wien prüfe Minor gezielt mittelgrosse Städte wie Nürnberg, Basel, Luzern oder Salzburg. Diese Märkte verfügten häufig über stabile Wirtschaftsstrukturen, internationale Nachfrage und gleichzeitig deutlich geringeren Wettbewerbsdruck. Genau dort könne ein internationaler Betreiber seine Stärken besonders gut ausspielen.

Alle Marken sind möglich

Auf die Frage von Hotel Inside, mit welchen Marken Minor künftig in der DACH-Region wachsen werde, gibt Dürr eine erstaunlich offene Antwort: Grundsätzlich stehe das gesamte Portfolio zur Verfügung. Von der Luxusmarke Anantara über Tivoli, Avani, NH-Collection und nhow bis hin zu NH Hotels oder Soft-Brand-Konzepten sei alles denkbar. Welche Marke letztlich eingesetzt werde, entscheide ausschliesslich der Markt. Dieses flexible Mehrmarkenmodell zählt heute zu den grössten Wettbewerbsvorteilen der Gruppe.

NH Hotel The Bristol Bern.

Der Alpenraum rückt ins Zentrum

Besonders spannend sind Dürrs Aussagen zur Schweiz und zu Österreich. Während viele internationale Hotelgruppen primär urbane Märkte suchen, erkennt Minor zunehmend Chancen im Leisure-Segment. Graubünden, das Berner Oberland oder das Wallis seien Regionen, in denen internationale Nachfrage, Naturerlebnis und hochwertige Hotellerie zusammenkämen. Der klimabedingt immer attraktivere Bergsommer verändere die touristischen Perspektiven nachhaltig. Deshalb sucht Minor jetzt ausdrücklich auch Hotelprojekte im Alpenraum.

iStay Hotel by NH Berlin.

Asset Light und Soft Brands

Die Expansion erfolgt fast ausschliesslich über Asset-Light-Modelle. Minor versteht sich primär als Betreiber und Markenpartner, nicht als Immobilieninvestor. Gleichzeitig gewinnen Soft Brands an Bedeutung. Viele familiengeführte Hotels möchten ihre Identität behalten, benötigen aber internationale Vertriebskraft, moderne Systeme und globale Loyalitätsprogramme. Genau hier sieht Dürr erhebliches Potenzial – selbst bei kleinen Boutique-Hotels mit lediglich dreissig bis vierzig Zimmern.

Partnerschaft mit Eigentümern

Im Hotel Inside-Gespräch wird deutlich, dass Minor grossen Wert auf langfristige Beziehungen zu Investoren legt. Der Eigentümer wolle wirtschaftlichen Erfolg erzielen – eine legitime Erwartung, so Alexander Dürr. Aufgabe des Betreibers sei es deshalb, gemeinsam mit dem Eigentümer das wirtschaftlich tragfähigste Konzept zu entwickeln. Standortanalyse, Marktpositionierung, Markenwahl und professionelles Revenue Management bildeten dabei eine Einheit.

Avani Hotel Bangkok (Thailand).

Zuversicht trotz geopolitischer Risiken

Auch wenn Kriege, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten den Tourismus beeinflussen, zeigt sich Dürr optimistisch. Er erwartet für 2026 sowie die Folgejahre robuste Ergebnisse. Die Hotellerie habe in den vergangenen Krisen ihre Widerstandsfähigkeit eindrücklich bewiesen. Entscheidend bleibe jedoch die Fähigkeit, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren.

NH Hotel Ingolstadt (Deutschland).

Hotel Inside Background: Minor wächst weltweit

Die aktuellen Aussagen Dürrs passen zur globalen Strategie des Konzerns. Minor Hotels betreibt 2026 rund 640 Hotels, Resorts und Residenzen in 66 Ländern. Zum Portfolio gehören unter anderem Anantara, Tivoli, Avani, NH Hotels, NH Collection, nhow, Oaks und iStay. Nach Unternehmensangaben wurden 2025 vierzig neue Hotelverträge abgeschlossen; allein im ersten Quartal 2026 sollten weitere rund fünfundzwanzig folgen. Rund 87 Prozent der Pipeline entfallen inzwischen auf Management- und Franchiseverträge. Gleichzeitig investiert Minor in Branded Residences, neue Soft-Brand-Kollektionen und zusätzliche Luxusprojekte. In der DACH-Region betreibt die Gruppe derzeit 55 Hotels und betrachtet den deutschsprachigen Markt ausdrücklich als langfristigen Wachstumsraum.

NH Hotel München Messe.

Einordnung von Hotel Inside

Das Hotel Inside-Video-Interview mit Alexander Dürr sowie weitere Recherchen und Analysen zeigen, dass Minor Hotels die DACH-Region differenzierter betrachtet als viele Wettbewerber. Während zahlreiche internationale Hotelgesellschaften ihren Fokus fast ausschliesslich auf Metropolen richten, erkennt Minor auch Chancen in wirtschaftlich starken Mittelzentren und touristischen Alpenregionen. Besonders interessant ist die Offenheit gegenüber kleineren Individualhotels. Damit positioniert sich die Gruppe nicht nur als Betreiber grosser Stadthotels, sondern zunehmend auch als Partner inhabergeführter Häuser. Für die Schweiz könnte genau dieser Ansatz in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil werden.

Minor-Gründer William E. Heinecke.

Die Geschichte von Minor Hotels

Minor Hotels wurde 1967 vom US-amerikanischen Unternehmer William E. Heinecke in Thailand gegründet. Den Einstieg in die Hotellerie schaffte das Unternehmen 1978 mit der Eröffnung des Royal Garden Resort in Pattaya. Aus einem lokalen Tourismusunternehmen entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten Schritt für Schritt eine international tätige Hotelgruppe.

In den 1990er- und 2000er-Jahren baute Minor ein eigenes Markenportfolio auf. Mit der Luxusmarke Anantara gelang der internationale Durchbruch. Später folgten weitere Marken wie Avani, Tivoli, Oaks und Elewana, wodurch das Unternehmen unterschiedliche Marktsegmente vom Luxus- bis zum Midscale-Bereich abdecken konnte.

Minor-CEO Dilli Rajakarier.

Den entscheidenden Wachstumsschub brachte 2018 die Übernahme der spanischen NH Hotel Group. Dadurch wurde Minor auf einen Schlag zu einem der bedeutendsten Hotelbetreiber Europas und stärkte seine Präsenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz erheblich.

Heute zählt Minor Hotels mit rund 640 Hotels, Resorts und Residenzen in 66 Ländern zu den zehn grössten Hotelgruppen der Welt. Zum Markenportfolio gehören unter anderem Anantara, Tivoli, NH Hotels, NH Collection, nhow, Avani und iStay. Der Konzern setzt konsequent auf Asset-Light-Modelle, Managementverträge und Franchising, um weltweit weiter zu wachsen.

Anantara Resort.

Auch die DACH-Region spielt in der langfristigen Strategie eine wichtige Rolle. Neben Stadthotels interessieren Minor zunehmend Ferienhotels und Boutique-Betriebe im Alpenraum. Ziel ist es, die internationale Präsenz weiter auszubauen und gleichzeitig gemeinsam mit Investoren und Eigentümern langfristig erfolgreiche Hotelkonzepte zu entwickeln.

www.minorhotels.com/de

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