Reports Schweiz

Inside-Talk: Wie b_smart mit dem City Hotel Neuchâtel in die Westschweiz expandiert

Mit der Übernahme des City Hotels in Neuchâtel setzt b_smart hospitality ein strategisches Zeichen. Das Haus mit über 100 Zimmern markiert nicht nur das bislang grösste Hotel der Gruppe, sondern auch den Eintritt in die Westschweiz. Das Projekt steht exemplarisch für ein Geschäftsmodell, das konsequent auf Digitalisierung, Effizienz und ein klares Preis-Leistungs-Verhältnis setzt. Hotel Inside sprach mit Lukas Fritschi, CEO der Hotelsparte bei b_smart.

Das City Hotel Neuchâtel liegt mitten im Zentrum der jurassischen Stadt und verfügt über mehr als hundert Zimmer. Damit gehört es zu den grösseren Häusern der Region. Ende März 2026 soll das Hotel nach der Übernahme durch b_smart hospitality wieder eröffnet werden – allerdings mit einem klar veränderten Betriebskonzept.

Der Betreiber setzt auf ein stark digitalisiertes Modell mit Self Check-in, das in den vergangenen Jahren bereits in zahlreichen Häusern erprobt wurde. Gäste können rund um die Uhr anreisen, während im Hintergrund ein zentral organisierter Gästeservice per Telefon, E-Mail oder Chat verfügbar ist.

Zimmer im City Hotel Neuchâtel.

Für das Unternehmen aus Liechtenstein bedeutet das Projekt auch organisatorisch einen wichtigen Schritt. Das Haus ist mit 107 Zimmern das bislang grösste Objekt der Gruppe. CEO Lukas Fritschi räumt ein, dass dies gewisse Anpassungen erfordert. Vor Ort werde deshalb eine Managerin eingesetzt, die das Haus operativ führe und als Ansprechpartnerin für Gäste fungiere, während der Check-in-Prozess weiterhin über das Self-Check-in-System abgewickelt werde.

Die Altstadt von Neuenburg.

Expansion in die Romandie

Mit Neuchâtel betritt b-smart hospitality erstmals die französischsprachige Schweiz. Für das Unternehmen ist das mehr als nur eine geografische Erweiterung – es ist ein strategischer Schritt in Richtung nationaler Expansion.

Lukas Fritschi betont im Hotel Inside-Talk, dass das Projekt zunächst auch als Lernfeld dienen soll. Man wolle mit diesem ersten Haus Erfahrungen sammeln und danach entscheiden, wie eine mögliche Expansion in der Westschweiz aussehen könne – sei es mit weiteren Eigenbetrieben oder gemeinsam mit Partnern.

Digitales Check-in in einem b_smart-Hotel.

Digitalisierung als Schlüssel

Das Geschäftsmodell von b_smart basiert auf einer konsequent digitalisierten Hotelführung. Self Check-in, automatisierte Abläufe und zentralisierte Services sollen es ermöglichen, Hotels effizient zu betreiben und gleichzeitig ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten.

Auch beim Schritt in die Romandie spielen digitale Lösungen eine wichtige Rolle. So setzt das Unternehmen etwa auf KI-gestützte Anwendungen, die Mitarbeitende in der Zentrale unterstützen. Zusätzlich werden Pilotprojekte mit Chatbots und Voicebots geprüft, um die Gästekommunikation weiter zu vereinfachen.

Rezeption und Lobby im City Hotel Neuchâtel.

Marktpotenzial in einer starken Region

Die Region Neuchâtel gilt aus touristischer wie wirtschaftlicher Sicht als interessanter Hotelmarkt. Neben der attraktiven Lage am See ist die Region international bekannt für ihre Uhrenindustrie – ein wichtiger Faktor für Geschäftsreisen.

Aus Sicht von b_smart bietet genau diese Mischung aus Wirtschaftskraft und touristischer Attraktivität interessante Perspektiven. Der Markt sei nicht überhitzt, erklärt Fritschi, und biete sowohl Potenzial im Corporate-Segment als auch bei touristischen Gästen.

b_smart-Team: Lukas Fritschi, Peter Ritsch und Marco Weishaupt (im b_smart Hotel Bendern, Liechtenstein).

Ein flexibles Modell für unterschiedliche Hotels

Mit mehr als 20 eigenen Betrieben in der Schweiz, Liechtenstein und Österreich gehört b_smart inzwischen zu den dynamisch wachsenden Hotelbetreibern im Alpenraum. Gleichzeitig betreibt das Unternehmen mit b_smart services eine Plattform für digitale Rezeption und Gästeservice, die auch von externen Hotels genutzt wird.

Der Anspruch ist klar formuliert: «High Quality Smart Service». Die Hotels konzentrieren sich bewusst auf jene Leistungen, die Gäste wirklich benötigen – während klassische Services wie Portier oder Concierge bewusst weggelassen werden.

Gerade dadurch entsteht ein Betriebskonzept, das flexibel skalierbar ist und auch bei grösseren Häusern wirtschaftlich funktionieren kann. Das City Hotel Neuchâtel könnte deshalb zu einem wichtigen Testfall für die nächste Entwicklungsphase des Unternehmens werden.

b_smart-Hotel-Chef Lukas Fritschi.

Inside-Fragen an Lukas Fritschi

Lukas Fritschi, das City Hotel in Neuchâtel ist ein relativ grosses Haus. Ist es für b_smart eine besondere Herausforderung?

Ja, das City Hotel ist für b_smart bisher das grösste Haus. Entsprechend braucht es gewisse organisatorische Anpassungen. Vor Ort wird deshalb eine Managerin tätig sein, die das Haus führt und als Ansprechpartnerin für die Gäste dient. Das Check-in erfolgt jedoch wie bei allen b_smart-Häusern über unser Self-Check-in-System.

Mit Neuenburg wagt b_smart den Schritt in die Westschweiz. Planen Sie weitere Hotels dort?

Weitere Standorte in der Westschweiz sind aktuell noch nicht fix geplant. Wir möchten zunächst mit diesem Hotel Erfahrungen sammeln und danach entscheiden, wie eine mögliche Expansion in der Romandie aussehen könnte – sei es mit Eigenbetrieben oder gemeinsam mit Servicepartnern.

Wie lösen Sie die Sprachfrage in der Romandie?

Wir setzen hier unter anderem auf digitale Lösungen. KI-Anwendungen unterstützen unsere Mitarbeitenden in der Zentrale, und wir planen Pilotprojekte mit einem Chatbot sowie einem Voicebot. Gleichzeitig haben wir französischsprachige Mitarbeitende vor Ort, die E-Mails beantworten und telefonisch erreichbar sind.

Lukas Fritschi.

Das Hotel soll später renoviert werden. Wird b_smart es danach weiter betreiben?

Wer das Hotel langfristig betreiben wird, ist aktuell noch offen. Selbstverständlich werden auch wir prüfen, ob ein langfristiger Betrieb nach der Sanierung für b_smart sinnvoll ist. Diese Entscheidung wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.

b_smart Hotel Bendern (Liechtenstin).

Was ist das Besondere am City Hotel Neuchâtel?

Besonders ist sicher die zentrale Lage mitten in Neuenburg. Dazu kommt die Grösse des Hauses, die viel Potenzial für Gruppen und unterschiedliche Gästesegmente bietet. Das Hotel wird mit einem stark digitalisierten Betrieb geführt, wodurch wir ein sehr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können.

Wie beurteilen Sie den Hotelmarkt in der Region Neuchâtel und Neuenburger Jura?

Der Markt in Neuenburg ist aus unserer Sicht sehr interessant, weil er nicht überhitzt ist. Die Region ist wirtschaftlich stark – unter anderem durch die Uhrenindustrie – und gleichzeitig touristisch attraktiv mit viel Natur. Entsprechend sehen wir sowohl Potenzial im Corporate-Bereich als auch bei touristischen Gästen.

Wie positionieren sich die b_smart-Hotels grundsätzlich?

Unsere Hotels setzen konsequent auf Digitalisierung und bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Unser Claim lautet „High Quality Smart Service“. Wir konzentrieren uns auf die Leistungen, die Gäste wirklich brauchen, und verzichten bewusst auf klassische Services wie Portier oder Concierge.

Welche Wachstumsambitionen haben Sie mit eigenen Hotels?

Wir sind in den letzten Jahren stark gewachsen. Künftig konzentrieren wir uns auf Objekte, die langfristig gut in unser Portfolio passen – insbesondere Hotels im Drei- bis Vier-Sterne-Segment an attraktiven Standorten. Gleichzeitig sehen wir auch Potenzial in Zwischennutzungen wie beispielsweise in Neuenburg.

Können Sie sich auch Hotels in Freizeitdestinationen vorstellen?

Wir betreiben bereits einzelne Häuser in Freizeitregionen, etwa in Arbon oder Sax. Zudem sehen wir, dass viele unserer Gäste auch aus touristischen Gründen reisen. Deshalb sind wir überzeugt, dass unser Konzept auch in Freizeitdestinationen, etwa in Berggebieten, gut funktionieren kann.

Was zeichnet b_smart besonders aus?

b-smart setzt seit der Gründung konsequent auf Self-Check-in und digitalisierte Prozesse. Dadurch verfügen wir über langjährige Erfahrung mit diesem Konzept. Für Gäste bedeutet das unter anderem 24/7-Check-in, schnelle digitale Abläufe, sehr gutes WLAN und eine hohe Erreichbarkeit.

www.b-smarts.net

zur Übersicht