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Hotelmarkt Frankfurt: Was tut sich in der Finanz- und Messestadt am Main?

Frankfurt ist neben Berlin und München die bekannteste Stadt Deutschlands. Sie steht für ein weltweites Messegeschäft und das internationale Luftfahrt-Drehkreuz. Allerdings: Touristisch hat Frankfurt einiges aufzuholen, dabei können neue Hotels helfen. Eine Analyse von Rolf Westermann.

Frankfurts Hotellerie in Zahlen

  • 279 Beherbergungsbetriebe
  • mit circa 15.000 Beschäftigten
  • rund 64.800 Betten
  • 6,36 Millionen Gäste im Jahr 2025
  • 11,02 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025
  • rund 38 Prozent internationale Gäste

Geplanten Hotelprojekte

  • Taj Hessischer Hof Frankfurt, Messe – 126 Zimmer, Eröffnung 2026
  • ATLANTIC Hotel Frankfurt, Europaviertel – rund 373 Zimmer, Eröffnung 2026
  • Ruby Lola Hotel, Allerheiligenviertel – über 284 Zimmer, Eröffnung 2026
  • Hyatt House Frankfurt City Goetheplatz, Quartier FOUR – 180 Serviced Apartments, Eröffnung 2026
  • Hotel am Rebstockpark – 385 Zimmer, Eröffnung 2026
  • Super 8 by Wyndham Frankfurt, gegenüber Terminal 3 – 288 Zimmer, Eröffnung 2026
  • Premier Inn Gateway Gardens – 198 Zimmer, Eröffnung 2026/27

„Frankfurt am Main erlebt derzeit so viele Hotel-Eröffnungen wie schon lange nicht mehr – und das ist ein starkes Signal für den Standort“, sagt Eduard M. Singer, Leiter der Stabsstelle Stadtmarketing. Mit aktuell rund 300 Hotels und rund 65.000 Betten fehlen zwar noch rund 19 Häuser, um wieder das Vor-Corona-Niveau bei Zimmern und Kapazitäten zu erreichen. Doch die laufenden Neueröffnungen bringen nicht nur dringend benötigte Quantität zurück, sondern vor allem Qualität, Excellence und eine gesteigerte Service-Performance. Der Stadtmarketingchef betont: „Internationale Hotelbrands sowie neue Häuser der Luxushotellerie stehen sinnbildlich für Frankfurt am Main als internationale Metropole, sie stärken die globale Wahrnehmung und sind ein zentraler Bestandteil eines professionellen Reputationsmanagements des Standorts.“

Taj Hotel (Hessischer Hof).

Erstes Taj Hotel in Kontinentaleuropa am Start

Neueste Eröffnung bis Mitte April ist das erste Taj Hotel in Kontinentaleuropa, ein Haus in bester Lage nahe der Messe mit 126 Zimmern und Suiten. Es gehört zur Indian Hotels Company (IHCL) mit CEO Puneet Chhatwal an der Spitze. Er sagt: „Wir sind sehr stolz darauf, in einem so geschichtsträchtigen Gebäude Fuß zu fassen und das Haus in neuem Glanz wiederzueröffnen.“

Das Hotel an der Messe wurde 1952 auf den Ruinen des 1944 zerstörten Stadtpalais der Landgrafen von Hessen erbaut und war über Jahrzehnte die Heimat des ehemaligen Grandhotel Hessischer Hof, das im September 2020 während der Corona-Pandemie geschlossen wurde.

Das erste Taj Hotel wurde 1903 auf Initiative des Unternehmers Jamsetji Nusserwanji Tata in Mumbai gegründet, inzwischen gibt es mehr als 100 dieser einzigartigen Luxusherbergen und das Hotel in Frankfurt wird zeigen müssen, ob es daran anknüpfen kann. General Manager Albert Mayr betont: „Dieses Haus trägt Geschichte in seinen Wänden. Unser Anspruch ist, diese Legende zu respektieren — persönlich, warm und bis ins Detail authentisch umsorgt. Wir bewahren die Seele dieses traditionsreichen Hauses und übersetzen sie in ein neues, zeitgemäßes Gästeerlebnis: mit Haltung und jener Wärme, für die Taj weltweit steht.“

Das Hotel hat auch eine 180 qm große Präsidentensuite, es verfügt über mehrere Veranstaltungsräume und das Restaurant Bombay Brasserie. Die bekannte „Jimmy’s Bar“ bleibt erhalten. Außerdem wird der exklusive Business Club The Chambers dort ein Domizil finden. „Das wird ein Hot Spot, so etwas gibt es in Deutschland bisher noch nicht“, betont GM Mayr und verweist auf die vielen indischen Firmen und die Community in Rhein-Main. Hier werden Gäste erwartet, die einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA oder nach Großbritannien einlegen.

Marriott Hotel Frankfurt am Main.

Weniger internationale Gäste trotz Luftfahrt-Drehkreuz

Peter Reischl, GM des Frankfurt Marriott Hotels und Präsidiumsmitglied der Frankfurt Hotel Alliance (mit mehr als 60 Hotels) lobt, „wie vielfältig, international und gastfreundlich die Frankfurter Hotellerie aufgestellt ist“. Doch bei den internationalen Gästen gab es im vergangenen Jahr einen Rückgang um 5,5 Prozent – und das in unmittelbarer Nähe zu Deutschlands größtem Flughafen mit mehr als 63 Millionen Passagieren. Viele Fluggäste steigen nur um, hier liegt Potenzial.

Insgesamt hat die Rhein-Main-Metropole 2025 ihr zweitbestes Tourismusjahr erreicht mit mehr als 11 Millionen Übernachtungen (minus 1 Prozent im Vergleich zu 2024). Damit leistet die Hospitality-Branche einen erheblichen wirtschaftlichen Beitrag, wie Eduard M. Singer hervorhebt. Es gibt in der „Banken- und Börsenstadt“ mehr als 70.000 Beschäftigte in der Tourismusbranche. Die Gäste geben rund fünf Milliarden Euro aus, was mehr als 100 Millionen Euro Steuereinnahmen bringt. Doch es gibt Luft nach oben: Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 46,6 Prozent. Gäste blieben im Durchschnitt 1,73 Tage.

Kimpton Hotel Frankfurt.

Ein Jahr Kimpton-Hotel in Deutschland

Seit einem Jahr geöffnet, ist es das erste Hotel der Marke Kimpton Hotels & Restaurants in Deutschland, die zum Portfolio der InterContinental Hotels Group IHG gehört. Wo früher die Vorstände der Deutschen Bank arbeiteten, geht es heutzutage deutlich entspannter zu. Aus dem ehemaligen Gelände des größten deutschen Geldhauses wurde das Mixed use Erlebnis-Quartier FOUR mit Wohnungen, Läden, Foodhall und dem Luxus-Lifestyle-Hotel Kimpton Main Frankfurt (155 Zimmer). 

Außen wurde die historische Fassade geschützt. Innen dominieren Elemente eines modern interpretierten Bauhausstils mit viel Farbe und Chrom. General Manager Ronald Hoogerbrugge blickt auf eine rund 30 Jahre lange Karriere bei IHG Hotels & Resorts. Er sagt: „Der Kimpton-Vibe wird eine neue Community in die Stadt bringen. Kimpton wird ein Hot Spot in der Gastro-Szene.“ 

Vom Rooftop im 5. Stock reicht die Sicht bis auf einen der Zwillingstürme der Deutschen Bank. Die 155 m hohen Wolkenkratzer „Soll und Haben“ in der Taunusanlage, die Ende der 1970er Jahre noch als Hyatt Hotel geplant waren, lösten 1984 das Head Office der Bank auf dem heutigen FOUR-Gelände ab. 

Frankfurt.

Große Abhängigkeit vom Messegeschäft

Der Frankfurter Hotelmarkt hängt stark vom Messegeschäft ab. Das Recht der Messefreiheit, das der Kaiser im Jahr 1240 erteilte, gilt als offizieller Startpunkt der Messegeschichte. Das Gelände liegt mitten in der Stadt und ist mit fast 600.000 Quadratmetern Fläche der drittgrößte Messeplatz der Welt. Rund 100 Messen finden dort jedes Jahr statt. Allein die Eigenmessen zählen mehr als 1,2 Millionen Besucher, dabei sind Konzerte und Events wie die Buchmesse (jährlich rund 230.000 Gäste) noch nicht dabei.

Während der großen Messen, zu der auch die Ambiente, Heimtextil, IMAX oder Automechanika gehören, schießen die Hotelpreise in die Höhe und es ist oft kein Hotelzimmer in der Stadt und sogar in angrenzenden Gemeinden zu finden. Wer unbedingt kurzfristig übernachten muss, kommt bisweilen in den 1000-Euro-Bereich.

Atlantic Hotel Frankfurt.

Neues ATLANTIC Hotel mit direktem Messe-Zugang

Direkt an der Messe im Europa-Viertel entsteht derzeit das ATLANTIC Hotel Frankfurt (4 Sterne superior). Es hat 373 Zimmer und Suiten, verteilt auf 19 Etagen in einem 34-stöckigen Tower. Im 20. Stock ist eine Hotelbar geplant. Außerdem sind 7 Eventräume vorgesehen. Die Hotelgruppe betreibt derzeit 20 Häuser unter den Markennamen ATLANTIC Hotels, unique by ATLANTIC Hotels, Severin*s sowie das LOUIS in München mit zusammen über 2.300 Zimmern. Zwei weitere Projekte in Erfurt und ein Resort am Tegernsee sind in der Pipeline. Hoteldirektor Manuel Slapnig hebt hervor: „Die Gäste können trockenen Fußes direkt in den Messezugang Süd laufen.“ Die Eröffnung ist für den Sommer geplant.

Melia Hotel Frankfurt.

Melià-Hotel hat Balkone in luftiger Höhe

Bereits etabliert ist das eindrucksvolle Meliá Hotel Frankfurt City in dem 140 Meter hohen Wolkenkratzer „One Forty West“ in unmittelbarer Nähe zur Messe. Das Flaggschiff der spanischen Kette wurde 2021 eröffnet und belegt die Etagen 1 bis 23. Die 431 Zimmer und Suiten des Vier-Sterne-Superior Hotels sind teilweise mit Balkonen in schwindelnder Höhe ausgestattet. Es ist ein Skyscraper mit Ausritt. Die Balkone sind mit Sitzgelegenheiten und Liegen bestückt.

Eingangsbereich des Melia Hotels.

General Manager und Director of Operations South Germany von Melia, Bastian Becker unterstreicht: „Es scheint, als hätten wir hier einen echten Nerv getroffen.“ Highlight ist das Oben Restaurant im 15. Stock auf 85 Metern Höhe mit Skybar. Hier können Gäste (ohne Höhenangst) sogar auf einer Außenterrasse speisen. Zum Tagungsbereich gehören 13 Konferenz- und Besprechungsräume. Der große Saal hat bei Theaterbestuhlung Platz für rund 700 Gäste. Insgesamt gibt es vier Melia Hotels in Frankfurt.

Kennendy 89 (The Unbound Collection by Hyatt).

Erstes Full-Service-Hotel von Hyatt

Noch ganz frisch ist das KENNEDY 89 der The Unbound Collection by Hyatt, das erste Full-Service-Hotel der US-Kette in Frankfurt. Der Name erinnert an den 35. US-Präsidenten John F. Kennedy, der 1963 Frankfurt besuchte. „Wir nehmen darauf im ganzen Haus Bezug und haben unterschiedliche Zitate von Kennedy ausgewählt“ sagt General Manager Jan-Hendrik Meidinger. „An jedem Zimmereingang steht eins, zum Beispiel: Things don‘t happen – things are made to happen.“

Le Méridien Hotel Frankfurt.

Starke etablierte Hotels mit neuen Wettbewerbern

Daneben gibt es starke etablierte Hotels. Kevin Nattermann ist seit 2020 GM des Le Méridien Frankfurt und hat das 5-Sterne-Haus am Hauptbahnhof mit 300 Zimmern Ende 2025 nach einer Kernsanierung wiedereröffnet. Dabei wurde auch das denkmalgeschützte Palais von 1905 aufwendig renoviert. Neben dem trendigen Roomers ein Glanzlicht im schwierigen Bahnhofsviertel. Das Marriott Frankfurt an der Messe mit rund 580 Zimmern ist mit 162 Metern eines der höchsten Hotels in Deutschland.

Hilton Hotel Frankfurt City.

Marc Snijders, GM des Hotels Hilton Frankfurt City Centre mit dem beeindruckenden 48 Meter hohen Atrium ist optimistisch: Die vorliegenden Buchungsanfragen sowie viele Sport- und Konzertveranstaltung für 2026 (Helene Fischer, Metallica, Weekend, etc.) stimmen ihn positiv. Snijders steht für Kontinuität. Er hat 1998 als Bankettmitarbeiter im Hotel begonnen. In dieser Zeit hat das Haus viele große Persönlichkeiten als Gäste gesehen, darunter Whitney Houston, Diego Maradona und Richard von Weizsäcker. Seit mehr als 10 Jahren ist Snijders GM in seinem „zweiten Zuhause“. Das Hotel (342 Zimmer) ist das Flaggschiff von insgesamt 9 Hilton Hotels in der Rhein-Main-Metropole. Zum 25-jährigen Bestehen wurde es komplett renoviert. Bis dahin hat das Hotel eine halbe Million Veranstaltungsgäste empfangen.

Hilton Frankfurt City

Hilton setzt auf Kontinuität bei den Stammkräften. Markus Hussler, Chef der Hilton-Region Nord, zu der das Frankfurter Hotel gehört, ist schon viele Jahre dabei. Seine Vorgängerin Gisela Münchgesang prägte über Jahrzehnte das Hotel am Gendarmenmarkt in Berlin.

The Florentin (Althoff Collection).

Althoff Hotels mit Ausrufezeichen

Was früher die Villa Kennedy von Rocco Forte war, ist seit November 2025 das Hotel The Florentin der Althoff Collection. Das Luxushotel mit 147 Zimmern, darunter 49 Suiten, befindet sich in einer prächtigen Stadtvilla, die 1901 errichtet wurde. Die Villa Kennedy war am 1. April 2022 geschlossen worden. General Manager ist Boris Messmer, der mit seinem Hotel Ratenführer in Frankfurt werden möchte. Er sagt: „Es ist ein wunderbarer Rückzugsort, ein Urban Retreat inmitten der pulsierenden Metropole am Main, noch dazu in bester Lage.“

Roomers Park View (Gekko Group).

Roomers ParkView als Marriott-Marke

Das zweite Hotel der Marriott-Marke The Luxury Collection in Deutschland entsteht derzeit am Grüneburgpark im Westend und soll im dritten Quartal 2026 als Roomers Park View der Gekko Group eröffnet werden. Auf 19 Etagen sind 136 Zimmer und Suiten geplant. Im 17. Stockwerk lädt die Römers Bar Gäste sowie Locals ein, sich auf einen Drink mit Aussicht auf die Skyline zu treffen. Auf der 18. Etage wird der Roomers Spa ein urbanes Hideaway eingerichtet – mit Blick auf die City oder den Park sowie den benachbarten Palmengarten. Im Erdgeschoss ist ein internationales Restaurant geplant. Als General Manager arbeitet seit Anfang 2026 Friedrich von Schönfeld.

Frankfurt will den Ruf der Montag- bis Donnerstag-Destination abstreifen. Dazu gibt es eine Reihe von Initiativen unter anderem zur Stärkung der Kultur. Dazu gehört die Auszeichnung als World Design Capital, die dazu beitragen soll, das Loch am Wochenende zu füllen.

Frankfurt bei Nacht.

Christie & Co: Frankfurt Market Snapshot 2025

Der Hotelimmobilienspezialist Christie & Co hat im Herbst 2025 seinen Frankfurt Market Snapshot 2025 veröffentlicht. Die Analyse zeigt, dass sich der Hotelmarkt der Bankenmetropole Frankfurt am Main nach wie vor in einem Erholungsprozess befindet – eine vollständige Rückkehr auf Vorkrisenniveau steht allerdings noch aus.

Im Jahr 2024 wurden in Frankfurt 11,1 Millionen Übernachtungen registriert, was einem neuen Höchststand entspricht. Internationale Großveranstaltungen, wie die UEFA EURO 2024 sowie kulturelle Angebote und die Bedeutung Frankfurts als Standort für Finanzen und Messen, wirkten sich positiv auf die touristische Nachfrage aus. Das erste Halbjahr 2025 entwickelte sich stabil, mit punktuellen Impulsen durch Events wie BigCityBeats und Konzerten internationaler Künstler.

Die durchschnittlichen Zimmerpreise und die Auslastung legten jeweils um 4,3 % zu, was in einem RevPAR-Wachstum von 8,5 % resultierte. Neue Hotelprojekte, wie etwa The Florentin, Kimpton Main Frankfurt und Kennedy 89 erweitern das gehobene Segment, der Wettbewerb bleibt quer über alle Kategorien intensiv.

Der Flughafen konnte mit 61,6 Millionen Passagieren einen Zuwachs verzeichnen, was sich positiv auf Geschäftsreisen und das MICE-Segment auswirkte. Dennoch bleiben strukturelle und konjunkturelle Unsicherheiten bestehen, was sich auch auf die Performance der umliegenden Hotels auswirkt.

„Der Frankfurter Hotelmarkt steht vor zahlreichen Herausforderungen, sowohl wirtschaftlich als auch infrastrukturell. Gleichzeitig zeigen Großprojekte und die internationale Ausrichtung Potenzial für eine allmähliche Stabilisierung in den kommenden Jahren“, so Sophie Paus, Consultant Investment & Letting bei Christie & Co.

Hier der Frankfurt Market Snapshot 2025 zum Herunterladen.

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