Der europäische Hotel-Transaktionsmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 an Tempo verloren, bleibt aber auf einem hohen Niveau. Nach Angaben von HVS sank das Investmentvolumen gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 9,4 Milliarden Euro, lag damit jedoch noch elf Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt. Für die DACH-Region zeigt sich ein gespaltenes Bild: Deutschland verzeichnete einen Einbruch um 62 Prozent, während Österreich sein Volumen mehr als verdoppelte; für die Schweiz nennt die Quelle keine nationale Gesamtsumme, hebt aber den Verkauf des Zürich Marriott Hotels als bedeutende Einzeltransaktion hervor.

In Europa wechselten im ersten Halbjahr 2026 Hotels im Wert von 9,4 Milliarden Euro den Eigentümer. Die Zahl der Transaktionen sank um fünf Prozent auf 183. Deutlicher fiel der Rückgang bei der Zahl der gehandelten Hotels und Zimmer aus: minus 19 beziehungsweise minus 23 Prozent. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Transaktionswerte. Ein Hotel kostete im Schnitt 36,7 Millionen Euro, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Preis pro Zimmer erhöhte sich sogar um 18 Prozent auf 268.000 Euro und erreichte damit ein Zehnjahreshoch. HVS warnt jedoch vor einer zu einfachen Interpretation: Der Anstieg sei vor allem auf die höhere Qualität der verkauften Objekte zurückzuführen und nicht zwingend auf einen allgemeinen Sprung der Marktwerte.

Einzelobjekte stabil, Portfolios deutlich kleiner
Der Markt verlagerte sich weiter in Richtung Einzeltransaktionen. Sie standen für 74 Prozent des Volumens, nach 68 Prozent im Vorjahr. Das Einzelobjektvolumen blieb mit 7,0 Milliarden Euro nahezu stabil, während das Portfoliovolumen um 27 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zurückging. Die Zahl der Portfolio-Deals blieb fast unverändert, doch die Pakete waren kleiner: Im Durchschnitt umfasste ein Portfolio 4,1 Hotels mit 523 Zimmern, im Vorjahr waren es noch 6,1 Hotels mit 807 Zimmern. Der durchschnittliche Portfoliopreis sank entsprechend um 24 Prozent auf 104,7 Millionen Euro.

DACH: Deutschland schwach, Österreich mit kräftigem Plus
Für die DACH-Region fällt die Entwicklung besonders auseinander. Deutschland gehörte mit einem Minus von 62 Prozent zu den schwächsten europäischen Märkten, wobei HVS auf die aussergewöhnlich starke Vergleichsbasis des ersten Halbjahres 2025 verweist. Österreich schaffte es dagegen unter die sechs grössten europäischen Märkte und konnte sein Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppeln. Wien erreichte 563 Millionen Euro und lag damit europaweit hinter London und Paris an dritter Stelle unter den im Bericht hervorgehobenen Städten. Für die Schweiz weist HVS kein Gesamtvolumen aus. Als prominenter Deal wird jedoch die Übernahme des Zürich Marriott Hotels durch Pictet genannt. Damit liefert die Quelle für die Schweiz eher ein Transaktionssignal als ein vollständiges Marktbild.

London dominiert – Luxus zieht das meiste Kapital an
Grossbritannien, Spanien und Frankreich vereinten fast zwei Drittel des europäischen Volumens auf sich. Grossbritannien kam allein auf 32 Prozent, Spanien auf 16 und Frankreich auf 14 Prozent. London war mit rund 2,0 Milliarden Euro mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt und stand für 22 Prozent des gesamten europäischen Volumens. Paris folgte mit 707 Millionen Euro, Wien mit 563 Millionen Euro.
Auch auf Produktebene konzentrierte sich viel Kapital im Premium- und Luxussegment. HVS weist für die umsatzstärkste Kategorie 4,3 Milliarden Euro beziehungsweise 46 Prozent des Gesamtvolumens aus, verteilt auf 87 Hotels. Zusätzlich nennt die Quelle 34 Luxusimmobilien mit einem Volumen von 2,4 Milliarden Euro; sie stellten nur 14 Prozent aller verkauften Zimmer, erreichten aber im Schnitt 514.000 Euro pro Zimmer und damit fast doppelt so viel wie der Gesamtmarkt. Mittelklassehotels wurden zwar am häufigsten gehandelt, erzielten mit 159.000 Euro pro Zimmer aber deutlich niedrigere Werte; Economy-Hotels kamen im Schnitt auf 134.000 Euro pro Zimmer.

Käufer und Verkäufer wechseln die Rollen
Erstaunlich ist die Verschiebung auf der Kapitalseite. Immobilien-Investmentgesellschaften beziehungsweise REITs kauften Hotels im Wert von 4,1 Milliarden Euro und stellten damit 43 Prozent des gesamten Akquisitionsvolumens. Unter dem Strich waren sie mit 2,1 Milliarden Euro die grössten Nettokäufer. Auch Hotelbetreiber traten mit 768 Millionen Euro als bedeutende Nettokäufer auf. Private-Equity-Gesellschaften bewegten sich in die Gegenrichtung: Sie kauften 88 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, verkauften Objekte im Wert von 1,5 Milliarden Euro und waren mit 1,3 Milliarden Euro die grössten Nettoverkäufer. Auch vermögende Privatpersonen wechselten von der Käufer- auf die Verkäuferseite und waren netto mit 377 Millionen Euro im Verkauf.
Europa kauft Europa
Der Markt wurde im ersten Halbjahr stark von europäischem Kapital getragen. 91 Prozent des Akquisitionsvolumens entfielen auf europäische Käufer, nach 80 Prozent im Vorjahr. Sie absorbierten damit einen grossen Teil der Objekte, die Private Equity und ausländische Investoren auf den Markt brachten. Nordamerikanische Investoren waren netto Verkäufer von Immobilien im Wert von 1,9 Milliarden Euro und erwarben laut HVS keine europäischen Portfolios. Diese Verschiebung spricht für eine stärkere Binnenorientierung des europäischen Hotelinvestmentmarkts.

Ausblick: solide Basis, aber Zinsrisiken bleiben
Für das zweite Halbjahr bleibt HVS grundsätzlich zuversichtlich. Die Preise seien stabil, die Aktivität bei Einzelobjekten liege nahe am Vorjahresniveau und europäische Käufer verfügten weiterhin über viel Kapital. Gleichzeitig sieht die Studie makroökonomische Risiken. HVS rechnet für 2026 mit einer Eurozonen-Inflation von rund drei Prozent und damit mit weniger Spielraum für weitere Zinssenkungen; sogar steigende Zinsen seien möglich. Der Bericht kommt dennoch zum Schluss, dass die Transaktionsaktivität im weiteren Jahresverlauf vergleichsweise robust bleiben dürfte. Für die DACH-Region dürfte entscheidend sein, ob Deutschland nach dem schwachen Halbjahr wieder Liquidität anzieht, während Österreich die positive Dynamik halten kann und die Schweiz weitere grössere Einzeldeals hervorbringt.

Hinweis: Die verwendete HVS-Quelle (29. August 2026) analysiert den europäischen Hotel-Transaktionsmarkt. Sie enthält Angaben zur Herkunft des internationalen Kapitals, aber kein weltweites Gesamtvolumen für Hoteltransaktionen. Die Hotel Inside-Zusammenfassung stellt deshalb Europa und insbesondere die DACH-Region in den Mittelpunkt.
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