Beim zweiten Hotelimmobilien-Forum Schweiz in der Alten Börse in Zürich trafen sich am Dienstag 110 Hoteliers, Hospitality- und Immobilienexperten, Investoren und Zulieferer. Fazit: Hochkarätige Referenten, spannende Themen und neue Erkenntnisse zum Hotel-Immobilienmarkt. Organisiert wurde der Schweizer Fachanlass von Hotel Inside und Hotelinvest.

Das zweite Hotelimmobilien-Form fand am 13.1.2026 in der Alten Börse beim Paradeplatz mitten in der City Zürichs statt. Dort, wo früher Aktien gehandelt wurden, trafen sich am vergangenen Dienstagnachmittag Hotelexperten, Hoteliers, Investoren, Hotelbetreiber, Immobilien- und Finanzfachleute, um über Trends, Entwicklungen und die Zukunft des Hotel-Immobilienmarktes in der Schweiz und in der DACH-Region zu diskutieren. Auf dem Podium standen hochkarätige Hotel- und Immobilienexperten. Im alten Börsensaal lauschten 110 Teilnehmende den spannenden Worten der Branchen-Insider.

Organisiert und durchgeführt wurde das Forum von Hotel Inside und Hotelinvest. Die Moderation übernahm wie schon im letzten Jahr Prof. Norbert Hörburger (Fachhochschule Graubünden und Mitinhaber von Hotelinvest). «Börse und Hotelmarkt haben viele Gemeinsamkeiten», so Norbert Hörburger», «beides sind dynamische Systeme, geprägt von Angebot und Nachfrage, von Chancen und Risiken, von Visionen und Mut zur Investition.»

Das neuartige Event-Format hat sich abermals bewährt. Während im ersten Teil des Events Marktbetrachtungen und -analysen im Zentrum standen, fokussiert der zweite Teil auf Referate und Gespräche zu jährlich wechselnden Fokusthemen.
Als Speaker traten Dr. Kerstin Hansen (UBS Asset Management), Andrea R. Bernhard (Wüest Partner), Denise Seeholzer (STR), Johannes Peter (TomoDomo GmbH), Jürg Schmid (The Living Circle), Jan Schoch (Appenzeller Huus) sowie abschliessend Andreas Martin (Arbeitskreis Hotelimmobilien) und Christian Walter (pkf Hospitality Group) auf.

Die beiden Mit-Organisatoren Patrick Vogler von Hotelinvest und Fiorenzo Fässler von Hotel Inside zeigten sich erfreut über die zahlreichen positiven Rückmeldungen: «Obschon es erst die zweite Austragung unseres Events ist, kann sich die rege Teilnahme und das hochrangige Publikum mehr als nur sehen lassen. Die Gäste schätzten die Clubatmosphäre sehr. Die zentrale Lage, das konzentrierte und auf einen Nachmittag beschränkte Programm sowie die Qualität der Inputs wurden als Hauptstärken genannt.»

Die nächste Austragung des Hotelimmobilien-Forums Schweiz findet voraussichtlich am 12. Januar 2027 in Zürich statt.
https://hotelimmobilienforum.ch

Thesen der Referenten
Kerstin Hansen – Makroökonomische Entwicklungen

Der Vortrag der UBS-Asset-Managerin ordnete die touristische Nachfrage in ein herausforderndes, aber differenziertes makroökonomisches Umfeld ein. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, schwacher deutscher Konjunktur, steigender Arbeitslosigkeit und gedämpfter Konsumentenstimmung zeigt sich die touristische Nachfrage robust. Die USA bleiben ein starker Quellmarkt, ebenso gewinnen neue Herkunftsmärkte wie Brasilien an Bedeutung. In der Schweiz wirken Bevölkerungswachstum und starker Inlandstourismus stabilisierend. Ein zentraler Treiber ist der strukturelle Shift hin zu Investitionen in Erlebnisse statt Güter. Nach einem Rekordjahr 2025 wird für 2026 jedoch mit einer Wachstumsabkühlung und steigenden Zinsen gerechnet.
Andrea Bernhard – Marktupdate Hotelimmobilien Schweiz


Basierend auf dem Hospitality Report Schweiz 2025 zeigte der Vortrag eine insgesamt positive Entwicklung des Hotelimmobilienmarkts. Besonders die Marken- und die 5-Sterne-Hotellerie entwickeln sich dynamisch, während regionale Effekte – etwa durch Grossanlässe wie den ESC in Basel – Angebots- und Nachfrageverschiebungen auslösen. Steigende Marktwerte prägen den Markt, wobei ein mögliches Zinsumfeld neue Chancen für Equity-Investoren eröffnet. Destinationen benötigen jedoch substanzielle Investitionen, um nachhaltige Entwicklungsschübe auszulösen.
Denise Seeholzer – Performance Indicators Schweiz

Die Performance-Daten bestätigen eine klare Polarisierung: Luxury- und Economy-Segmente performen sehr stark, während die Mittelklasse deutlich weniger Wachstumsdynamik zeigt. Vorgestellt wurden aktuelle Raten- und Auslastungsentwicklungen sowie ein Ausblick auf Pipeline und Buchungslage. Währungseffekte bleiben ein relevanter Einflussfaktor für die zukünftige Nachfrageentwicklung.
Johannes Peter – Asset Repositioning

Der Fokus lag auf operativen und strategischen Fragen der Neupositionierung bestehender Assets. Weniger die Nachfrage, sondern Angebotsstrukturen stellen die zentrale Herausforderung dar. Entscheidend ist eine klare „Hospitality DNA“, die Zugehörigkeit und Wohlfühlqualität schafft, insbesondere für die Zielgruppe der 25- bis 35-Jährigen. Vor dem Hintergrund von Büroleerständen wurden Opportunitäten für Umnutzungen aufgezeigt. Das Beispiel Dietikon verdeutlichte, dass Co-Living-Konzepte aufgrund günstigerer Kosten-Ertrags-Relationen eine attraktive Alternative zur klassischen Hotellerie darstellen können.
Jürg Schmid – Immobilienanforderungen im Premiumsegment

Im Premiumsegment geht es weniger um Luxus im klassischen Sinn als um erlebnisorientierte Konzepte an exzellenten Standorten. Differenzierung entsteht durch Begeisterung statt Standardisierung und durch das Ziel, langfristige Loyalität und „Top-of-Mind“-Präsenz beim Gast zu erreichen. Zentrale Erfolgsfaktoren sind klare Standortkriterien sowie ein verbindendes Leitmotiv, das Immobilie, Betrieb und Marke zusammenhält.
Jan Schoch – Tourismusresort mit drei Hotels


Der Vortrag präsentierte ein Leuchtturmprojekt der alpinen Spitzenhotellerie, das neue Wege ohne Überinszenierung geht und stark auf Schweizer Gastfreundschaft setzt. Drei Hotels unterschiedlicher Kategorien werden zu einem integrierten Resort vereint. Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil des Konzepts, ebenso das L3-Longevity-Konzept mit einem grosszügigen SPA- und Gesundheitsangebot. Noch vor der Eröffnung wurde das Luxusprojekt in die Vereinigung The Leading Hotels of the World aufgenommen. Das Investitionsvolumen von 120 Mio. CHF unterstreicht den langfristigen Anspruch des Projekts.
























