Der Hospitality Industry Club (HIC) baut seine Präsenz in der DACH-Region weiter aus – und gewinnt mit Hotel Inside einen neuen Medienpartner für seine Eventformate. Damit rückt eine Plattform stärker in den Fokus, die den Austausch innerhalb der Branche bewusst neu denkt und Hoteliers praxisnahe Impulse liefert. Hotel Inside-Autor Thommy Karl führte mit HIC-Geschäftsführerin Liza Kapageridou ein Interview über die Hintergründe und Ziele des Clubs.

Liza Kapageridou, Sie kommen aus dem Event- und Hospitality-Kosmos, inszenieren Begegnungen, moderieren erfolgreich Gespräche und bauen mit Formaten bewusst Nähe auf: Was unterscheidet für Sie ein wirklich relevantes Branchenevent von den zahllosen, partiell belanglosen Netzwerk-Apéros, die man ebenso gut hätte ausfallen lassen können?
Ein wirklich relevanter Branchenanlass fühlt man ziemlich schnell. Nicht daran, wie fancy die Location ist und auch nicht daran, wie viele Leute mit einem Glas in der Hand „spannend, spannend“ sagen. Für mich ist ein Event dann relevant, wenn dort echte Gespräche entstehen. Wenn Menschen mal kurz aufhören, sich zu präsentieren und anfangen, ehrlich zu sein. Wenn man nicht nur Small-Talk mitnimmt, sondern einen Gedanken, eine Begegnung oder auch mal einen kleinen Perspektivwechsel, der hängen bleibt. Und ja, es gibt leider viele Events, bei denen man sich im Nachhinein fragt: Warum war ich eigentlich da? Es war nett, aber nett allein bringt halt niemanden weiter. Ich glaube, wir müssen aufhören, Nettigkeit mit Relevanz zu verwechseln. Nur weil man einen angenehmen Abend hatte, war es noch lange kein guter Anlass.


Der Hospitality Industry Club (HIC) positioniert sich explizit nicht als Verkaufsplattform, sondern als „inspirierende Community“. Hand aufs Herz: Wie stellen Sie seit Jahren sicher, dass aus Inspiration auch messbarer Mehrwert für Hoteliers entsteht und nicht nur ein gutes Gefühl am Abend?
Indem wir uns nicht daran messen, ob ein Abend „schön“ war, sondern ob er für Hoteliers wirklich etwas ausgelöst hat. Das heißt konkret: Wir suchen nicht nach Themen, die gerade gut klingen, sondern danach, was Hotels tatsächlich beschäftigt. Wir holen keine Menschen auf die Bühne, nur weil sie sichtbar sind, sondern weil sie etwas Relevantes beizutragen haben. Darüber hinaus achten wir extrem darauf, dass Veranstaltungen nicht zu versteckten Sales-Shows werden. Denn in dem Moment, in dem nur noch gepitcht wird, ist der Mehrwert meistens weg. Für mich entsteht echter Nutzen dann, wenn ein Hotelier einen Abend verlässt und mindestens eines von drei Dingen mitnimmt: mehr Klarheit, einen wirklich relevanten Kontakt oder einen konkreten Impuls, den er in sein Haus übertragen kann. Wenn das nicht passiert, dann war der Event vielleicht nett, aber eben nicht gut genug. Genau da sind wir auch selbstkritisch. Nicht jedes Format muss laut sein, groß sein oder perfekt aussehen. Aber es muss nützlich sein. Sonst ist es am Ende einfach nur ein schöner Abend in einer Branche, die eigentlich keine Zeit mehr für schöne Abende ohne Wirkung hat.

Sie sprechen von „echten Verbindungen“ und „Gesprächen, die bleiben“. Das klingt fast wie ein Gegenentwurf zur durchdigitalisierten Hospitality-Welt. Ist das romantische Verklärung – oder haben analoge Begegnungen tatsächlich wieder einen strategischen Wert im Geschäft?
Ich glaube nicht, dass analoge Begegnungen ein romantischer Gegenentwurf zur digitalen Welt sind. Ich glaube eher, dass sie gerade deshalb wieder an Bedeutung gewinnen, weil so vieles digital geworden ist. Die Hospitality ist und bleibt eine Menschenbranche. Natürlich brauchen wir Technologie, Daten und effiziente Systeme. Aber Vertrauen, Verbindung sowie ehrliche Gespräche entstehen eben oft nicht in digitalen Touchpoints, sondern dann, wenn Menschen sich wirklich begegnen. In einem direkten Austausch bzw. in Momenten, die man nicht komplett planen kann. Deshalb haben analoge Begegnungen für mich nicht nur emotionalen, sondern ganz klar auch strategischen Wert. Viele wirklich wichtige Dinge entstehen nicht aus Perfektion, sondern aus echter Verbindung. Schauen wir uns die Anzahl der Offline-Events an, die es in unserer Branche gibt, scheine ich nicht die einzige Person zu sein, die das so sieht.
Mit Ihrem eigenen Projekt „Thirty Plus Studios“ setzen Sie auf klare Haltung und Authentizität statt „Marketing-Blabla“. Wie konsequent lässt sich dieser Anspruch in einem Umfeld halten, in dem viele Partner letztlich doch verkaufen wollen?
Indem man ehrlich bleibt, auch wenn es manchmal unbequem ist. Ich glaube, das ist der schwierigste Teil. Natürlich arbeiten wir in einem Umfeld, in dem viele etwas verkaufen wollen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Es wird nur dann schwierig, wenn alles anfängt, gleich zu klingen. Wenn jede Botschaft geschniegelt ist, jeder Satz glattgebügelt ist und niemand mehr sagt, was er eigentlich wirklich meint. Ich kann dieses „Marketing-Blabla“ einfach oft nicht mehr hören, weil man sofort merkt, wenn etwas nur gut klingen soll. Und gerade in unserer Branche sehnen sich viele nach etwas Echtem. Nicht nach Perfektion, sondern nach Klarheit. Deshalb versuche ich, sehr konsequent zu sein. Lieber klar und glaubwürdig, als perfekt und austauschbar. Denn sobald Rücksicht auf Egos wichtiger wird als der Inhalt, verliert Kommunikation ihren Wert.
Wenn Sie einem Hotelier in einem Satz erklären müssten, warum er Zeit in den Hospitality Industry Club investieren sollte: Was bekommt er dort, was er auf einer Messe wie der ITB oder in klassischen Vertriebsformaten nicht bekommt?
Weil du beim Hospitality Industry Club nicht einfach nur irgendwo hingehst, um dich berieseln zu lassen, sondern weil du Teil von Gesprächen wirst, die dir wirklich etwas geben können. Auf Messen bekommst du Größe, Tempo, Sichtbarkeit, viele Eindrücke. Das kann total wertvoll sein. Aber oft gehst du auch ein bisschen erschlagen wieder raus. Viele Kontakte, viele Pitches, viel Lärm. Bei uns geht es nicht darum, möglichst viel zu konsumieren. Sondern darum, wirklich in Austausch zu kommen. Ehrlicher, näher, fokussierter. Nicht perfekt inszeniert, sondern bewusst so, dass Menschen sich auch mal wirklich begegnen können. Wenn ich es einem Hotelier in einem Satz sagen müsste, dann wahrscheinlich so: Du bekommst bei uns keine Verkaufsfläche, sondern echte Relevanz.

Was steckt hinter dem Hospitality Industry Club (HIC)?
Der Hospitality Industry Club ist eine Community aus Hospitality-Experten, die den Austausch innerhalb der Branche aktiv vorantreibt. Zur Community gehören Technologie-Anbieter, Berater, Hoteliers und weitere Branchenakteure, die sich mit den zentralen Herausforderungen und Chancen der Hotellerie beschäftigen.
Im Mittelpunkt stehen Themen wie Digitalisierung, kommerzielle Strategie, Technologie, Direktvertrieb, Revenue Management, Gästekommunikation und die wachsende Komplexität im Hotelalltag. Mit Formaten wie den UNconferences, digitalen Events und begleitendem Content schafft der Club Raum für relevante Diskussionen, neue Perspektiven und praxisnahe Impulse. Dabei geht es bewusst nicht um klassische Produktpräsentationen oder rein werbliche Formate, sondern um Austausch auf Augenhöhe und Inhalte, die Hoteliers in ihrer täglichen Arbeit weiterbringen.
Der Hospitality Industry Club versteht sich nicht als klassischer Club, sondern als offene Community aus Experten mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf dieselbe Branche. Technologie-Anbieter, Berater und Hoteliers bringen ihre Erfahrungen und Perspektiven ein und schaffen so einen Diskurs, der von Vielfalt und Praxisnähe lebt.
Gerade dieser Community-Gedanke prägt die Formate: Statt standardisierter Branchenkommunikation stehen relevante Inhalte im Vordergrund, die aktuelle Entwicklungen aufgreifen und einordnen. Ziel ist es, Themen sichtbar zu machen, Austausch zu fördern und die Branche gemeinsam weiterzudenken.
Ein zentrales Format des Hospitality Industry Club ist die UNconference-Serie. Sie steht für interaktive Events, die bewusst auf klassische Frontalbeschallung verzichten. In verschiedenen Städten im DACH-Raum kommen Hoteliers, Experten und ausgewählte Branchenpartner zusammen, um über konkrete Herausforderungen zu diskutieren.
Zu den Themen gehören unter anderem Künstliche Intelligenz, Direktvertrieb, Revenue Management, Distribution, Gästekommunikation, Reputation Management sowie der Umgang mit wachsender technologischer und operativer Komplexität. Die UNconference schafft einen Rahmen, in dem Diskussion, Perspektivenvielfalt und Praxisnähe im Mittelpunkt stehen.
Digitale Formate mit Tiefgang
Neben Live-Events setzt der Hospitality Industry Club auch auf Webinare. In diesen digitalen Formaten diskutieren Experten, Technologiepartner und Hoteliers aktuelle Entwicklungen, Denkweisen und auch verbreitete Mythen der Branche.
Im Fokus stehen Fragen, die viele Hotels unmittelbar betreffen: Welche Rolle spielt Automatisierung im Gästeerlebnis? Wie verändert Technologie die operative Realität? Und wo bleibt der menschliche Faktor unersetzbar? Ziel ist es, Perspektiven zusammenzubringen und Impulse zu liefern, die über reine Theorie hinausgehen.
Partnerschaft mit Signalwirkung
Mit Hotel Inside als Medien- und Eventpartner gewinnen die Formate zusätzliche Sichtbarkeit innerhalb der Branche in der DACH-Region. Die Partnerschaft unterstreicht den Anspruch des Hospitality Industry Club, relevante Themen nicht nur zu diskutieren, sondern auch einer breiteren Fachöffentlichkeit zugänglich zu machen.
Damit entsteht eine Verbindung aus Community, Content und medialer Reichweite, die den Austausch weiter stärkt – und den Dialog innerhalb der Hotellerie auf ein neues Niveau hebt.
Hier weitere Infos zum HIC:
https://hospitalityindustry.club
Eventdaten 2026
Köln, 17.06.2026
https://HICUNconferenceKoeln.eventbrite.de/?aff=hotelinside
Berlin, 29.09.2026
https://hicunconferenceberlin.eventbrite.de/?aff=hotelinside
Rostock, 30.09.2026
https://hicunconferencerostock.eventbrite.de/?aff=hotelinside
Hamburg, 27.10.2026
https://hicunconferencehamburg.eventbrite.de/?aff=hotelinside
München, 28.10.2026
https://hicunconferencemunich.eventbrite.de/?aff=hotelinside
Stuttgart, 17.11.2026
https://hicunconferencestuttgart.eventbrite.de/?aff=hotelinside
Salzburg, 03.12.2026
https://hicunconferencesalzburg.eventbrite.de/?aff=hotelinside
