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Heinz Rölz: Eine einzigartige Hotelkarriere zwischen Rhein, Hongkong und Macau

Am 12. August feierte er seinen 80. Geburtstag. Seine Karriere geht weit über die klassische Laufbahn eines Hotelmanagers hinaus. Heinz Rölz begann als Koch, wurde F&B-Spezialist, Projektentwickler und Corporate-Hotelier – und verbrachte den grössten Teil seines Berufslebens in Asien. Bei der Galaxy Entertainment Group in Macau verantwortete er über 15 Jahre hinweg Hotels und Hospitality auf Konzernebene. Sein Lebenswerk steht für eine Generation von Hoteliers, die Handwerk, internationale Ausbildung, unternehmerisches Denken und konsequente Mitarbeiterführung miteinander verband. Ein Hotel Inside-Porträt.

Galaxy Hotel-, Entertainment- und Casino-Resort in Macau.

Bei Heinz Rölz beginnt die Geschichte nicht mit einem Karriereplan, sondern im Elternhaus. Geboren am 12. August 1946, wuchs er im Hotel Felsenkeller in Rüdesheim am Rhein auf – als fünfte Generation einer Hoteliersfamilie. Dass aus ihm selbst ein Hotelier werden würde, war für ihn deshalb weniger Entscheidung als Kontinuität. Im Interview mit Hotel Inside sagt er, er habe „irgendeine Art von Hotelarbeit gemacht, seit ich alt genug war, um zur Schule zu gehen“. Eine andere Laufbahn habe er sich nie ernsthaft vorstellen können.

Heinz Rölz mit seiner Gattin Helga.

Die familiäre Prägung allein erklärt seine spätere Karriere allerdings nicht. Rölz setzte früh auf eine ungewöhnlich breite fachliche Ausbildung. Nach der Realschule begann er 1964 die Hotelfachschule in Wiesbaden und absolvierte parallel eine Kochlehre am Staatlichen Kurhotel Bad Schwalbach. 1966 schloss er die Kochprüfung mit dem besten Ergebnis Deutschlands ab. Es folgten praktische Stationen als Koch, im Service, an der Rezeption und im elterlichen Betrieb. 1968/69 besuchte er die Hotelfachschule David Speiser am Tegernsee – auch das Familientradition – und beendete die Ausbildung mit Kellnerprüfung und Diplom „Excellent“, erneut mit Spitzenresultat.

Diese Kombination aus Küche, Service, Empfang und Administration war prägend. Heinz Rölz war nie nur der Spezialist eines einzelnen Bereichs. Später formulierte er selbst, Hotelfachschule und Weiterbildung hätten ihm vor allem den Anspruch vermittelt, „mehr zu sein als nur ein reiner F&B-Fachmann“. Das wurde zum Muster seiner Karriere: operative Detailkenntnis auf der einen Seite, Projekt- und Managementperspektive auf der anderen.

Berlin, Bermuda, Cornell – die internationale Schule

Schon zu Beginn der 1970er-Jahre beschleunigte sich seine Laufbahn. Nach einer ersten Führungsfunktion im Kurhotel Bad Schwalbach arbeitete Rölz als Executive Assistant Manager und F&B Manager im Berliner Schweizerhof, danach im Berlin Hilton im Convention- und Bankettgeschäft. 1973 ging er als Director of Food & Beverage ins Princess Hotel nach Hamilton auf Bermuda. Parallel investierte er weiter in Ausbildung: 1972 absolvierte er in West-Berlin die Meisterprüfung als Koch, 1974 folgte ein Kursdiplom an der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York.

Der junge Heinz Rölz mit einem alten Jaguar.

Cornell wurde für ihn weniger wegen eines einzelnen Zertifikats wichtig als wegen der internationalen Perspektive. Heinz Rölz erinnert sich an Mitstudierende aus aller Welt, die bereits gehobene Positionen innehatten. Der Erfahrungsaustausch sei mindestens so wertvoll gewesen wie die Lehrveranstaltungen. Fachlich blieb vor allem der Kurs „Hotel Development & Design“ hängen. Aus dem Netzwerk in Ithaca ergab sich später auch die Verbindung zum Mandarin in Hongkong – ein Schritt, der seine berufliche Geografie dauerhaft verändern sollte.

Geburtstagsfeier: Heinz und Helga Rölz mit chinesischen Mitarbeitenden.

Hongkong und Jakarta: Der Wechsel in eine andere Hotellerie-Welt

1975 wechselte Heinz Rölz als Director of Food & Beverage ins Hong Kong Mandarin, das heutige Mandarin Oriental Hong Kong. Mit direkter Verantwortung für mehr als 600 Mitarbeitende trat er in eine Dimension ein, die mit der europäischen Individualhotellerie seiner Herkunft wenig gemein hatte. Zwei Jahre später wurde er Resident Manager des Jakarta Mandarin und begleitete das Haus von der Bauphase bis zum Vollbetrieb. Damit rückte neben der Operation immer stärker die Entwicklung neuer Hotels in den Mittelpunkt.

Heinz Rölz beschreibt diese Jahre auch als kulturellen Wendepunkt. Im Interview erzählt er von einer Begegnung 1976 in der Lockout Bar des Mandarin. Reisende hätten ihn dort gefragt, wann er nach Deutschland zurückkehren wolle. Seine Antwort sei sinngemäss gewesen: gar nicht – er werde seine Karriere in Asien machen, weil dort mit der Einstellung der Mitarbeitenden sehr viel mehr zu erreichen sei. Diese Einschätzung klingt aus heutiger Sicht pauschal, zeigt aber, was ihn damals faszinierte: die ausgeprägte Dienstleistungsorientierung und die Bereitschaft vieler Teams, sich mit grosser Konsequenz auf den Gast einzulassen.

Dabei romantisiert er Asien im Rückblick nicht vollständig. Er unterscheidet ausdrücklich zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland und weist darauf hin, dass Geschäftskultur, Serviceverständnis und gesellschaftliche Realität nicht gleichzusetzen seien. Diese Differenzierung ist wichtig, weil seine Karriere zeitlich mit der Phase zusammenfällt, in der sich Chinas Tourismus- und Hotelwirtschaft erst für internationale Standards und Investoren öffnete.

Heinz Rölz, der Gastgeber.

Shenzhen: Hotelentwicklung in einer frühen Phase des China-Booms

Nach der Rückkehr nach Hongkong übernahm Rölz ab 1979 beim Harbour View Holiday Inn – dem heutigen InterContinental Grand Stanford – Aufgaben als Project Manager, General Manager und später Regional Director für Spezialprojekte. Nach den vorliegenden biografischen Angaben entwickelte er das Haus zum profitabelsten Hotel der internationalen Holiday-Inn-Division. 1985 folgte ein besonders anspruchsvoller Schritt: Als Director of Operations and General Manager übernahm er das Asia Hotel in Shenzhen mit rund 1400 Mitarbeitenden.

Nach eigener Darstellung war Rölz damit der erste nicht-chinesische Hotelier, der in China ein Fünf-Sterne-Hotel ohne den Rückhalt einer internationalen Hotelgesellschaft konzipierte und aufbaute. Entscheidend ist weniger der Superlativ als der Kontext: Shenzhen war damals noch keine globale Hightech-Metropole, sondern eine junge Sonderwirtschaftszone in rasanter Transformation. Ein internationales Hotel aufzubauen bedeutete deshalb nicht nur, Standards zu importieren, sondern Personal auszubilden, Abläufe zu definieren und Erwartungen zwischen Eigentümern, Behörden und Gästen zu übersetzen.

Spatenstich Holiday Inn Harbour View, Hongkong.

Wie anders China damals funktionierte, illustriert Heinz Rölz mit einer Episode aus dem Jahr 1992. Nach einem zwölfgängigen Dinner zur offiziellen Vertragsunterzeichnung für ein Hotelprojekt in Peking sei am nächsten Tag erklärt worden, der Vertrag sei „null and void“ – der Sohn des Vize-Bürgermeisters werde das Hotel übernehmen. Auf derselben Fahrt habe er unter einer Strassenüberführung eine Familie gesehen, die sich bei eisigen Temperaturen in Kartons eingewickelt hatte. Für Rölz stehen solche Erinnerungen für die Widersprüche jener Jahre: Repräsentation und Armut, Aufbruch und Willkür lagen nah beieinander.

Heinz Rölz auf einer Baustelle in Shenzhen.

Stanford Hotels: Vom Hotelmanager zum Investment- und Projektverantwortlichen

1986 wechselte Rölz als Executive Vice President zu Stanford Hotels International. Elf Jahre lang war er dort für hotel- und gastronomiebezogene Investitionen in Asien und den USA zuständig. Das war eine weitere Verschiebung der Rolle: weg vom einzelnen Haus, hin zur Eigentümer- und Projektperspektive. Die Erfahrung aus Operations und Pre-Opening wurde nun auf Investitionsentscheidungen, Konzepte und Entwicklungsvorhaben übertragen. Ein Kurs an der Holiday Inn University in Memphis ergänzte dieses Profil bereits 1982.

Genau in dieser Phase zeigt sich, warum Heinz Rölz später für grosse integrierte Resorts interessant wurde. Er kannte nicht nur den Alltag eines Hotels, sondern auch die Vorlaufphase: Planung, Bau, Rekrutierung, Positionierung und die schwierige Zeit zwischen Eröffnung und stabilisiertem Betrieb. Seine eigene Kurzformel dafür ist bis heute prägnant: „Projektmanagement ist die Vorbereitung auf die Ankunft der Gäste, Operations ist die Arbeit, die danach beginnt, sobald sie da sind.“ Wer beides beherrsche, habe bereits viel gewonnen.

Heinz Rölz mit einem chinesischen Unternehmer.

Macau: Hotellerie in industrieller Dimension

2004 kam Heinz Rölz zur Galaxy Entertainment Group nach Macau – zur selben Eigentümerfamilie, mit der er bereits bei Stanford Hotels International verbunden gewesen war. Zunächst war er Senior Vice President Hotels, von 2006 bis 2013 Corporate Director Hotels & Hospitality und anschliessend bis 2019 Senior Advisor Hotels & Hospitality. Damit verbrachte er 15 Jahre in leitenden Funktionen bei Galaxy. Insgesamt summiert sich seine Asien-Erfahrung auf mehr als drei Jahrzehnte.

Galaxy Hotels & Casinos, Macau.

Zu den verbreiteten Darstellungen seiner Macau-Zeit gehört allerdings eine Ungenauigkeit, die Heinz Rölz im Hotel-Inside-Interview ausdrücklich korrigiert. Er sei nie General Manager des Galaxy Hotel gewesen. „General Manager des Galaxy Hotel war ich zu keinem Zeitpunkt“, sagt er. Seine Aufgabe lag auf Konzernebene – und war damit in der Breite sogar grösser als die Leitung eines einzelnen Hauses. Das integrierte Resort von Galaxy umfasst heute mehrere internationale Hotelmarken und rund 5.000 Zimmer; der Gesamtbetrieb beschäftigt laut Rölz 21.200 Mitarbeitende inklusive Casino.

Heinz Rölz in Macau.

Der Reiz des Wechsels nach Macau lag für ihn genau in dieser Grössenordnung. Mehrere Hotels mit Tausenden Zimmern zu entwickeln und sie mit einem komplexen Entertainment- und Casinoumfeld zu verzahnen, war eine andere Kategorie von Hospitality-Management. Die Herausforderung, sagt Rölz, habe vor allem darin bestanden, ein Angebot dieser Dimension überhaupt zu etablieren: die richtigen Führungskräfte zu finden, Mitarbeitende dauerhaft zu motivieren, die Belegung zu maximieren und Standards zu setzen, die nicht nur bei der Eröffnung funktionieren, sondern im Alltag Bestand haben.

Macau war damals ein Arbeitsmarkt unter extremem Wachstumsdruck. Zahlreiche neue Resorts konkurrierten gleichzeitig um dieselben Fach- und Führungskräfte. Rölz erinnert sich deshalb nicht nur an grosse Strategien, sondern auch an kleine operative Ideen. Taxifahrer erhielten beispielsweise kostenlose Lunchboxen mit Adresse und Empfehlung des Hauses – eine pragmatische Massnahme, um Aufmerksamkeit und Gästezufluss zu fördern. Es sind solche Details, die zeigen, wie er Management verstand: nicht als abstrakte Steuerung, sondern als Verbindung von System, Personal und konkreter Gästelenkung.

Heinz und Helga Rölz bei einem Empfang in Macau.

Service als Haltung – und die Grenzen des Vergleichs

In seinen Antworten bleibt Heinz Rölz ein klarer Verfechter der asiatischen Luxushotellerie. Deren Servicelevel liege, so seine Einschätzung, noch immer deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Als Grund nennt er vor allem die Bereitschaft und Hingabe der Mitarbeitenden, etwas Besonderes zu leisten. Diese Sicht ist die Perspektive eines Managers, der seine erfolgreichsten Berufsjahre in Hongkong, Jakarta, Shenzhen und Macau verbracht hat; sie ist keine neutrale Messung. Gerade deshalb ist sie aufschlussreich.

Interessant ist, dass Rölz gleichzeitig vor vorschnellen Übertragungen warnt. „China ist nicht Hongkong“, sagt er. Hochklassiger Service setze auf Gästeseite auch einen gewissen „Level of Appreciation“ voraus – also die Fähigkeit und Bereitschaft, Dienstleistung wahrzunehmen und entsprechend zu honorieren. Für europäische Hotelmanager, die nach Asien gehen wollen, formuliert er keine Patentrezepte. Er nennt überdurchschnittlichen Einsatz, Einfühlungsvermögen, den Versuch, die Sprache der Mitarbeitenden zu lernen, sichtbaren persönlichen Einsatz und den frühen Aufbau beruflicher Netzwerke.

Heinz Rölz in den 80er-Jahren.

Ein kritischer Blick zurück nach Europa

Heinz Rölz ist seit 2019 im Ruhestand und lebt wieder in Deutschland. Seine Distanz zur Branche ist dennoch gering: Fast tägliche Telefonate, Berichte und informelle Gespräche hielten ihn weiter im Geschehen, erzählt er. Das passt zu einem Berufsleben, in dem Beziehungen und internationale Netzwerke immer eine zentrale Rolle spielten.

Sein Blick auf die Hotellerie im deutschsprachigen Raum ist dabei keineswegs nostalgisch. Deutschland sei ihm zu stark auf Sicherheit bedacht; er sieht Potenzial vor allem in konsequenten Investitionen in Wellness und Freizeitangebote. Österreich nennt er als Beispiel für Häuser, die mit solchen Investitionen Nachfrage schaffen. Die Schweizer Hotellerie verbindet er mit Qualität, Tradition, starkem Franken und entsprechend hohen Preisen – die nach seiner Ansicht durch Leistung und Service grösstenteils gerechtfertigt seien. Solche Urteile sind zugespitzt, aber sie zeigen eine Konstante seines Denkens: Hotels müssen investieren, ausprobieren und ihre Leistung sichtbar erneuern.

Heinz Rölz mit David Copperfield, 1969.

Was vom Lebenswerk bleibt

Die Karriere von Heinz Rölz lässt sich leicht über Superlative erzählen: Spitzenabschlüsse, Hunderte und später Tausende Mitarbeitende, Fünf-Sterne-Projekte in China, internationale Hotelmarken und die grossen Resort-Dimensionen von Macau. Interessanter ist jedoch die Verbindungslinie zwischen diesen Stationen. Rölz blieb in seinem Selbstverständnis Handwerker und Operator, auch als seine Funktionen längst auf Corporate- und Investitionsebene lagen. Küche, Service und Rezeption waren für ihn keine entfernten Anfangskapitel, sondern die Grundlage für spätere Managemententscheidungen.

Sein Lebenswerk ist deshalb weniger das eine ikonische Hotel als eine Methode: Projekte so zu planen, dass sie operativ funktionieren; Menschen so zu führen, dass Standards nicht nur definiert, sondern gelebt werden; und neue Märkte nicht mit vorgefertigten Antworten zu betreten. Dabei war Heinz Rölz offenkundig risikobereiter als viele Kollegen seiner Generation. Er empfiehlt, flexibel zu bleiben, finanziell auch einmal etwas zu wagen, neue Trends auszuprobieren – und „Service und Freundlichkeit nie zu vernachlässigen“.

Heinz Röhl, August 2026.

Auf die Frage, ob er sich noch einmal für die Hotellerie entscheiden würde, antwortet der 80-Jährige ohne Zögern: „Auf jeden Fall, ohne jede Frage.“ Voraussetzung sei allerdings, dass man wirklich arbeiten wolle und Freude am Umgang mit Menschen habe. Es ist ein bemerkenswert nüchterner Schlusspunkt für eine aussergewöhnliche, internationale Karriere. Heinz Rölz macht aus Hotellerie keine romantische Berufung. Er beschreibt sie als anspruchsvolle, arbeitsintensive Dienstleistung – und gerade darin liegt die Konsequenz seines Lebenswerks.

Familie Rölz an Weihnachten in Asien.

Galaxy Macau: Eine Hotelstadt im XXL-Format

Wer vom Galaxy Hotel in Macau spricht, meint häufig weit mehr als ein einzelnes Haus. Das eigentliche Gebilde heisst Galaxy Macau und ist das Flaggschiff der börsenkotierten Galaxy Entertainment Group (GEG): ein integriertes Resort auf Cotai, in dem Hotellerie, Gastronomie, Shopping, Kongresse, Shows, Freizeitangebote und Glücksspiel zu einer eigenen Destination verschmelzen. Galaxy Macau vereint inzwischen neun internationale Hotelmarken unter einem Dach – Banyan Tree Macau, Galaxy Hotel, Hotel Okura Macau, JW Marriott at Galaxy Macau, The Ritz-Carlton Macau, Broadway Hotel, Raffles at Galaxy Macau, Andaz Macau und Capella at Galaxy Macau. Zusammen kommen sie auf rund 5’000 Zimmer, Suiten und Villen. Allein das Galaxy Hotel verfügt über mehr als 1’300 Zimmer und Suiten.

Galaxy Hotels Macau.

Auch bei der Fläche operiert Galaxy in einer anderen Grössenordnung. Der Resort-Komplex wird von der Gesellschaft mit rund 1,1 Millionen Quadratmetern beziffert. Darin liegt unter anderem die 100’000 Quadratmeter grosse Galaxy Promenade mit mehr als 200 internationalen Marken. Für die Gastronomie nennt Galaxy Macau rund 120 Restaurants und weitere Food-&-Beverage-Angebote. Hinzu kommt der Grand Resort Deck mit 75’000 Quadratmetern: ein 575 Meter langer „Skytop Adventure Rapids“-Wasserlauf, ein 8’000 Quadratmeter grosses Wellenbad mit Wellen bis zu 1,5 Metern sowie ein rund 150 Meter langer weisser Sandstrand gehören zu den auffälligsten Anlagen.

Mit der dritten Ausbauphase hat Galaxy die nicht spielbezogenen Angebote nochmals stark erweitert. Das Galaxy International Convention Center bietet 40’000 Quadratmeter flexible MICE-Fläche. Direkt angeschlossen ist die Galaxy Arena, mit 16’000 Plätzen die grösste Indoor-Arena Macaus. Raffles at Galaxy Macau bringt rund 450 Suiten ein, Andaz Macau mehr als 700 Zimmer und Suiten; das 17-stöckige Capella at Galaxy Macau ergänzt das Portfolio mit 95 Penthouses und Suiten.

Wie stark diese Infrastruktur ausgelastet ist, zeigen die jüngsten Geschäftszahlen. Im ersten Halbjahr 2026 lag die durchschnittliche Belegung der neun Hotels von Galaxy Macau bei 99 Prozent. Galaxy Macau allein erzielte in diesen sechs Monaten einen Nettoumsatz von 20,3 Milliarden Hongkong-Dollar und ein bereinigtes EBITDA von 6,5 Milliarden Hongkong-Dollar. Für die gesamte Galaxy Entertainment Group belief sich der Nettoumsatz auf 24,2 Milliarden Hongkong-Dollar, das bereinigte EBITDA auf knapp 7,0 Milliarden Hongkong-Dollar. Zum 30. Juni 2026 verfügte die Gruppe über liquide Mittel und kurzfristig verfügbare Anlagen von 37,7 Milliarden Hongkong-Dollar; nach Abzug der Schulden lag die Netto-Cash-Position bei 35,9 Milliarden Hongkong-Dollar.

Und der Komplex wächst weiter. Für Phase 4, deren Fertigstellung nach aktuellem Plan 2027 vorgesehen ist, nennt GEG fünf weitere Ultra-Luxushotels mit zusammen rund 1’350 Zimmern und Suiten, ein Theater mit ungefähr 5’000 Plätzen sowie zusätzliche Gastronomie-, Retail- und Freizeitflächen, Landschaftsanlagen, einen weiteren Water Resort Deck und Gaming-Flächen. Nach Abschluss dieses nächsten Entwicklungsschritts soll der Resort-Footprint der Galaxy-Gruppe auf Cotai auf mehr als zwei Millionen Quadratmeter anwachsen. Die Zahlen machen deutlich: Galaxy Macau ist kein Hotel im herkömmlichen Sinn, sondern ein hochverdichtetes Tourismus-, Entertainment- und Hospitality-Ökosystem – und eines der sichtbarsten Beispiele dafür, in welcher Grössenordnung Macau seine integrierten Resorts entwickelt.

Kurzbiografie Heinz Rölz

Heinz Rölz, geboren am 12. August 1946, ist deutscher Hotelier und Hotelmanager. Er stammt aus einer Hoteliersfamilie aus Rüdesheim am Rhein und gehört zur fünften Generation der Familie in der Branche. Seit 2019 lebt er im Ruhestand in Deutschland. Er ist mit Helga Rölz verheiratet; das Paar hat drei Kinder. Sohn Kai Rölz führt die Familientradition in sechster Generation fort.

Ausbildung und Qualifikation

  • 1964-1966: Hotelfachschule Wiesbaden; parallel Kochlehre am Staatlichen Kurhotel Bad Schwalbach, Kochprüfung 1966 mit bestem Ergebnis Deutschlands.
  • 1968/69: Hotelfachschule David Speiser am Tegernsee; Kellnerprüfung und Abschlussdiplom „Excellent“, erneut mit Spitzenresultat.
  • 1972: Hotelfachschule West-Berlin; Meisterprüfung Koch.
  • 1974: Cornell University, Ithaca, USA; Kursdiplom, unter anderem „Hotel Development & Design“.
  • 1982: Holiday Inn University, Memphis, USA; Kursdiplom.

Wichtige berufliche Stationen

  • 1969/70: Executive Assistant Manager, Staatliches Kurhotel Bad Schwalbach.
  • 1970-1971: Executive Assistant Manager / F&B Manager, Hotel Schweizerhof Berlin.
  • 1971-1973: Assistant Convention & Banquet Manager, Berlin Hilton.
  • 1973-1974: Director of Food & Beverage, Princess Hotel, Hamilton, Bermuda.
  • 1975-1977: Director of Food & Beverage, Hong Kong Mandarin (heute Mandarin Oriental Hong Kong); Verantwortung für mehr als 600 Mitarbeitende.
  • 1977-1979: Resident Manager, Jakarta Mandarin; Aufbau des Hotels von der Bauphase bis zum Vollbetrieb.
  • 1979-1985: Harbour View Holiday Inn, Hongkong (heute InterContinental Grand Stanford); Project Manager, General Manager und später Regional Director – Special Projects.
  • 1985-1986: Director of Operations and General Manager, Asia Hotel Shenzhen; rund 1.400 Mitarbeitende.
  • 1986-1997: Executive Vice President, Stanford Hotels International; Verantwortung für hotel- und gastronomiebezogene Investitionen in Asien und den USA.
  • 1998: Sourcing-Verantwortung für Stanford Hotels International in Europa.
  • 1999-2004: Private Business- und Investmenttätigkeit in Europa.
  • 2004-2006: Senior Vice President Hotels, Galaxy Entertainment Group, Macau.
  • 2006-2013: Corporate Director Hotels & Hospitality, Galaxy Entertainment Group, Macau.
  • 2013-2019: Senior Advisor Hotels & Hospitality, Galaxy Entertainment Group, Macau.
  • Seit 2019: Ruhestand in Deutschland; weiterhin regelmässiger informeller Austausch mit der internationalen Hotellerie und Gastronomie.

Heinz Rölz arbeitete über mehrere Jahrzehnte in Europa, Bermuda und Asien. Besonders prägend waren seine Stationen in Hongkong, Jakarta, Shenzhen und Macau. Sein Profil verbindet klassische operative Hotellerie, F&B, Pre-Opening, Hotelentwicklung, Projektmanagement und Corporate Hospitality. Eine häufig wiederholte Zuschreibung korrigiert er selbst: General Manager des Galaxy Hotel in Macau war er nicht; seine Funktionen bei Galaxy lagen auf Senior-Vice-President-, Corporate-Director- und Advisor-Ebene.

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