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Global Revenue Forum 2026 in Luzern: Wie Commercial Leadership neu gedacht werden muss

Mit dem Global Revenue Forum 2026 setzte die Hospitality-Branche in der DACH-Region erneut ein starkes Zeichen für Austausch, Vernetzung und inhaltliche Tiefe. Organisiert von Teams der Hotel & Gastro Union, der Swiss Hospitality Collection, der SHL Schweizerischen Hotelfachschule Luzern, RoomPriceGenie sowie der HSMA Deutschland e.V., vereinte das Forum neben Hoteliers führende Expertinnen und Experten aus Revenue Management, Marketing, Technologie und Leadership. Hotel Inside-Redaktor Thommy Karl berichtet:

Unter dem Leitthema „Commercial Leadership for the Next Generation“ trafen sich Fach- und Führungskräfte vor Ort an der SHL in Luzern, ergänzt durch gestreamte Keynotes aus den GRF-Standorten Mailand, Stockholm und London. Im Fokus stand dabei weniger die Optimierung einzelner Disziplinen als vielmehr die Frage, wie Hotels in einem zunehmend komplexen Marktumfeld ganzheitlich geführt werden können.

Wenn Marketing, Sales und Revenue zusammenwachsen müssen

Den inhaltlichen Auftakt bildete Wilhelm K. Weber, Chief Strategy and Digital Officer bei Grand Metropolitan Hotels und Fachvorstand Revenue Management der HSMA Deutschland e.V. In seinem Impuls machte er deutlich, dass Marketing, Vertrieb und Revenue längst nicht mehr isoliert betrachtet werden können. Plattformdominanz, veränderte Suchlogiken und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hätten die Spielregeln grundlegend verändert. Commercial Leadership der nächsten Generation bedeute daher, Silos aufzubrechen und Zusammenhänge zu verstehen – strategisch, datenbasiert und funktionsübergreifend. Sichtbarkeit im Markt sei heute kein Zufall mehr, sondern das Ergebnis integrierter Entscheidungen entlang der gesamten kommerziellen Wertschöpfungskette.

Blockchain jenseits des Hypes

Einen technologiegetriebenen Perspektivwechsel lieferte Anke Hsu, Chief Growth Officer bei Chain4Travel. In ihrem Vortrag räumte sie mit gängigen Mythen rund um Blockchain auf und zeigte anhand konkreter Anwendungsfälle, welchen Mehrwert digitale Assets für die Hotellerie tatsächlich bieten können. Am Beispiel des Travel Token wurde deutlich, dass es weniger um Buzzwords als um neue Möglichkeiten für Distribution, Loyalität und Wertschöpfung geht – vorausgesetzt, die Technologie wird praxisnah und zielgerichtet eingesetzt.

Warum mehr Umsatz nicht automatisch mehr Gewinn bedeutet

Dass wirtschaftlicher Erfolg im Revenue Management nicht allein an Auslastung oder RevPAR gemessen werden sollte, betonte Dominik Henze, Business Development Manager DACH bei RoomPriceGenie. Sein Beitrag rückte gewinnorientierte Kennzahlen in den Mittelpunkt und zeigte auf, wo in komplexen Revenue-Strukturen oft unerkannte Ertragsverluste entstehen. Der Fokus verschiebe sich zunehmend von „mehr Umsatz“ hin zu „besserem Umsatz“ – mit klaren, fundierten Entscheidungen als Grundlage für nachhaltige Steuerung.

Generationen verstehen, Vielfalt nutzen

Ein zentraler inhaltlicher Höhepunkt war die Live-Keynote aus London von Henry Rose Lee, einer der führenden Expertinnen für generationenübergreifende Zusammenarbeit im Vereinigten Königreich. Unter dem Titel „Commercial Leadership for the Next Generation“ analysierte sie detailliert, wie sich Erwartungen, Kommunikationsstile und Motivationen von Babyboomern, Gen X, Millennials und Gen Z unterscheiden und was das für Führung in der Hotellerie bedeutet.

Gerade Gen X sei häufig extrem belastet, während Millennials als Early Adopter neuer Technologien gelten und finanzielle Anerkennung klar einfordern. Gen Z wiederum wachse unter völlig anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen auf, entwickle andere Vorstellungen von Erfolg und bringe zugleich wertvolle Kompetenzen, etwa im Umgang mit sozialen Medien, mit. Erfolgreiche Führung, so Lee, nutze diese Unterschiede bewusst: Etwa indem erfahrene Mitarbeitende als Mentoren agieren und jüngere Generationen als Impulsgeber und Facilitators eingebunden werden. Der humorvoll angesetzte Vortrag spielte auch mit zugespitzten Merkmalen der Generationen wie beispielsweise „Gen Z thinks they should get rich and be successful quickly“ oder das die Gen X gerne extrem gestresst ist und gleichzeitig das Netzwerken hervorragend beherrscht.

Vertrauen in KI und die Macht der Algorithmen

Wie stark Technologie inzwischen Denk- und Entscheidungsprozesse prägt, zeigte Josef Jans, Director of Innovation an der SHL in Luzern, in seiner Keynote „Im Namen des Algorithmus – warum Gen Z anders glaubt“. Er beleuchtete, warum Studierende und junge Mitarbeitende KI-Feedback teilweise offener annehmen als menschliche Rückmeldungen und welche Parallelen es zur zunehmenden Abhängigkeit von Plattform- und Empfehlungsalgorithmen im Revenue- und Digitalbereich gibt. Seine zentrale Botschaft: KI kann als Copilot wertvolle Unterstützung leisten, darf aber nicht Verantwortung, Beziehung und Urteilskraft ersetzen.

Anna Heuer (HSMA Deutschland) mit Thommy Karl (Hotel Inside).

Von Big Data zu Deep Data

Den inhaltlichen Schlusspunkt setzte Cindy Heo, Professorin an der Ecole hôtelière de Lausanne, live aus Mailand. Sie plädierte für einen Paradigmenwechsel von Big Data hin zu Deep Data. Während große Datenmengen zeigen, was Gäste tun, lieferten tiefergehende Analysen Antworten auf das „Warum“. Erst das Verständnis von Motiven, Reiseanlässen und Kontext ermögliche präzisere Prognosen, personalisierte Erlebnisse und nachhaltige Umsatzpotenziale – insbesondere in Kombination mit KI.

Fazit

Das Global Revenue Forum 2026 machte deutlich: Die Herausforderungen der Branche lassen sich nicht mehr mit isolierten Lösungen bewältigen. Gefragt sind neue Formen von Commercial Leadership, die Technologie, Datenkompetenz und generationenübergreifende Führung verbinden. Das Forum bot dafür nicht nur Impulse, sondern vor allem Orientierung in einem Markt, der sich schneller verändert denn je.

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