Innegrit Volkhardt (60) ist Chefin des Bayerischen Hofs in München. Das 337-Zimmerhotel beschäftigt 700 Mitarbeitende, betreibt sechs Restaurants, 40 Eventräume, Spa und eigenes Theater. Mit einem Jahresumsatz von 60 Mio. Euro ist der Bayerische Hof eines der umsatzstärksten Hotels in Deutschland. Ein Hotel Inside-Gespräch über Esel, Jazz, Tradition und digitales Self-Check-in.

1992, im Alter von 27 Jahren, übernahm sie die Leitung des prestigeträchtigen, 1841 eröffneten Luxushotels am Promenadenplatz in München, in dem nicht nur Stars, Royals und Politiker übernachten, auch die Münchner Sicherheitskonferenz findet dort statt. Die Zahlen sind eindrücklich: 337 Zimmer, darunter 74 Suiten. Sechs Restaurants, darunter ein 3-Sterne-Michelin-Lokal, 40 Veranstaltungsräume, Spa, eigenes Theater, Jazz-Club, über 700 Mitarbeitende, davon rund 100 Auszubildende (Azubis). Mit einem Jahresumsatz von 60,2 Millionen Euro (2024) liegt der Bayerische Hof auf Platz 3 der umsatzstärksten Hotels in Deutschland. Seit vier Generationen (1897) ist das Haus im Besitz der Familie Volkhardt. Und siehe da: Die fünfte Generation steht schon am Start…

Jahrzehntelang war der Bayerische Hof unbestritten die erste Luxusadresse in München. War?
Nun, in München existieren aktuell mehrere renommierte Luxusmarken: Mandarin Oriental, The Charles Hotel (Rocco Forte), Kempinski Vier Jahreszeiten, Königshof (The Luxury Collection), The Rosewood Hotel. Steht der Bayerische Hof etwas im Schatten seiner Mitbewerber? Oder spielt er nach wie vor in der Champions League der deutschen Luxushotellerie – so wie der FC Bayern-München im Fussball?

Hotel Inside sprach mit Innegerit Volkhardt über die aktuelle Lage der Luxushotellerie in München, das eher tiefe Preisniveau im 5-Sternesegment und die Frage: Kann man als Familie ein so großes Haus wirtschaftlich erfolgreich in die Zukunft führen?
Innegrit Volkhardt, wie geht es Ihren vier Eseln am Starnbergersee?
Oh, denen geht es sehr gut. Die Esel erfreuen mich jeden Morgen – auch wenn ich spät in der Nacht nach Hause komme, schaue ich immer, ob sie schon schlafen. Die vier Esel sind mein erstes und mein letztes Erlebnis am Tag. Sie machen mir grosse Freude!

Wir haben eine Gemeinsamkeit. Nicht die Esel, sondern der Jazz. Ich war früher mal Jazzmusiker – und Sie haben im Bayerischen Hof einen Jazz-Club – und Sie lieben Jazz. Ist das – neben Eseln und Hotel – immer noch eine grosse Leidenschaft?
Ja, klar. Ich liebe Jazz. Wir hatten das Glück, dass viele internationale Jazzmusiker und Bands in unserem Club aufgetreten sind. Viele sind nicht mehr unter uns, aber sie haben im Bayerischen Hof gespielt. Was für ein Privileg!
Sprechen wir über Ihr Hotel. Der Bayerische Hof ist ja ein sehr traditionsreiches Haus mit langer Geschichte und Tradition. Wie wichtig ist diese Geschichte in Zeiten von Instagram, Facebook und Tik Tok?
Je nach Zielgruppe und Marktsegment spielt die Geschichte des Hauses nach wie vor eine wichtige Rolle. Nun, der Bayerische Hof wurde ja auf Wunsch von König Ludwig gebaut. Das war 1839. Drei Jahre später, 1841, wurde er eröffnet. Das Haus hatte dann verschiedene Besitzer. Mein Ur-Grossvater, Hermann Volkhardt, kaufte das Hotel 1897. Seither ist der Bayerische Hof in Familienbesitz.

Legendär war Ihr Vater, Falk Volkhardt. Nach ihm wurde später auch die Bar genannt, «Falks Bar». Wann haben Sie das Hotel übernommen?
1992. Ich war damals erst 27-jährig.
Viele weltberühmte Persönlichkeiten sind im Bayerischen Hof abgestiegen – von Richard Wagner über Sigmund Freud bis zu Michael Jackson. Der Bayerische Hof galt oder gilt immer noch als der «Prominenten-Treffpunkt» in München. Damit haben Sie ein Alleinstellungsmerkmal, das andere Luxushäuser nicht haben…
… das ist richtig.
Prominenz und Geschichte als primäres Positionierungsmerkmal…
Aufgepasst! Man muss dies unterschiedlich betrachten, denn es hängt von der Zielgruppe ab, die wir ansprechen wollen. Bei deutschen Gästen kann die Geschichte möglicherweise ein Grund sein, im Bayerischen Hof abzusteigen. Kommt hinzu, dass unser Haus zu den bekanntesten Hotels in ganz Deutschland gehört. Anders ist das, wenn ich Gäste aus China oder Amerika ansprechen will. Da spielt die Geschichte vielleicht eine untergeordnete Rolle – und trotzdem sind sie begeistert, wenn sie erfahren, dass unsere Familie das Haus seit 1897 in vierter Generation führt. Wo in China gibt es ein Hotel mit einer so langen und spannenden Geschichte?

Wie wichtig sind China, die USA oder der Mittlere Osten für Ihr Haus?
Sehr wichtig! Nochmals: Ich bin echt stolz, dass wir so eine Familiengeschichte haben. Die ist unbezahlbar!
Geschichte ist das eine, das andere ist die Gegenwart, die digitale Welt, immer mehr geprägt durch KI und Automatisierung. Der Gast hat hohe Erwartungen, wenn es in Luxushotels absteigt. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Tradition und Moderne?
In den vergangenen Jahrzehnten haben wir uns stets bemüht, die Traditionen und den einzigartigen Charakter dieses Hotels zu bewahren, während wir gleichzeitig innovative Konzepte eingeführt haben, um unseren Gästen unvergleichliche Erlebnisse zu bieten. Gleichzeitig achten wir verstärkt auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit, um unserer Verantwortung gegenüber der Natur gerecht zu werden.

Der Ursprung des Hauses soll also deutlich zur Geltung kommen und nicht zerstört werden…
… wir müssen mit dem, was über viele Jahrzehnte entstanden ist, respektvoll und sorgsam umgehen. Und vor allem darf man Dinge, die dem Gast wichtig sind, nicht zerstören. Schauen Sie sich zum Beispiel den «Palais Keller» an, wo eine typisch bayerische Küche geboten wird. Wir haben den Keller saniert und modernisiert, aber die Geschichte ist immer noch präsent. Oder «Falks Bar», wo der Ursprung des Hotels nach wie vor sichtbar ist. Antike Spiegel und Stuck aus der Zeit um 1841 – und trotzdem haben wir der Bar moderne Akzente verpasst.

Es geht am Ende um Werte, die über vier Generationen überliefert werden.
Richtig, aber nicht nur Werte im historischen oder architektonischen Sinne.
An was denken Sie?
Man muss auch die Natur respektieren, sagte mein Vater immer. Entsprechend wurde ich als Kind und junge Frau erzogen und geprägt. Wir haben in der Familie Werte, die stets Gültigkeit haben. Diese Werte spielen auch bei der Wahl unserer Geschäftspartner eine wichtige Rolle. Ich denke da, zum Beispiel, an unseren Freund und Interior Designer Axel Verwoordt. Er vertritt genau die Werte, die auch mir wichtig sind. Kurz und gut: Wir leben und arbeiten im Jetzt, aber das Erbe unserer Vorfahren dürfen wir nicht zerstören.

Sie geben mir das Stichwort: Axel Verwoordt. Seine Zimmer und Suiten wirken auf mich schon sehr puristisch, wenn nicht sogar etwas minimalistisch. Solche Räume erwarte ich in einem zeitgenössischen Design-Hotel, aber nicht unbedingt im Bayerischen Hof. Mutig, was Sie und Alex Verwoordt da kreiert haben!
Wissen Sie, was das Schöne daran ist? Unsere langjährigen Mitarbeitenden nehmen den Gast an der Hand und erklären ihm, was sich dieser Designer aus Belgien und die gute Frau Volkhardt bei der Gestaltung der Zimmer gedacht haben… Trotzdem: Wer im Bayerischen Hof in einem eher klassischen Zimmer übernachten möchte – kein Problem, auch das bieten wir.

Nicht alles im Bayerischen Hof ist so avantgardistisch wie die Verwoordt-Zimmer. Die Rezeption, zum Beispiel, ist noch «alte Schule». Man checkt dort ein wie vor fünfzig Jahren – stehend an einer Holztheke.
Das wird sich in den nächsten Monaten ändern. Wir bauen den Rezeptionsbereich komplett um. Alles wird moderner, zeitgemässer. Check-in- oder Check-out-Prozesse werden an die heutigen Bedürfnisse der Gäste angepasst. Zudem planen wir ein neues Schliesssystem.
Das tönt vielversprechend: Tradition trifft auf KI. Wann stehen die ersten Roboter in der Hotelhalle?
Nun, der Gast kann jetzt dann – als Option – über eine App einchecken. Der «Zimmerschlüssel» befindet sich dann direkt auf seinem Smartphone. Wobei ich mich schon frage, ob das alles vielleicht nicht etwas zu schnell geht…

Der Luxus in der Hotellerie hat sich stark verändert. Vergoldete Leuchter und Armaturen, Glitzer, Glamour und Marmor sind out – jetzt dreht sich alles um das individuelle Gästeerlebnis. Der Gast will als Individuum wahrgenommen werden. Wie schaffen Sie es, diesem Anspruch gerecht zu werden – in einem Hotel mit über 300 Zimmern?
In der Tat nicht ganz einfach. Hinzu kommt der Fachkräftemangel – seit Corona eine gewaltige Herausforderung für die Branche. Um diesen, wie Sie sagen, neuen Luxus im Hotelalltag umsetzen zu können, sind wir auf talentierte, empathische, engagierte Mitarbeitende angewiesen. Zum Glück haben wir ein Team, das in der Lage ist, die Erwartungen des Gastes nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Im Bayerischen Hof gibt es sehr viele Mitarbeitende, die schon seit zehn oder zwanzig Jahren hier arbeiten – und die entsprechende Grundeinstellung und Leidenschaft mitbringen. Sie wissen, was wirklich zählt in diesem wunderbaren Beruf: glückliche Gäste.

Derzeit herrscht ein «Kampf um Talente», wie Accor-Chef Sébastien Bazin sagt. Haben Sie Mühe, junge, begabte und geeignete Mitarbeitende zu finden?
Ja, nach Corona war es schwierig. Aktuell haben wir keine Probleme mehr. Gott sei Dank. Es liegt jetzt an uns, die jungen Menschen mitzunehmen und für die Branche zu begeistern. Nicht ganz einfach in Zeiten der sogenannten Work-Life-Balance, wo Arbeit für viele eher Pflicht als Spass ist.
Der Luxushotelmarkt München ist in Bewegung. Beispiel: Arabella Hospitality hat in einem alten Bankgebäude ein Luxushaus der Marke «Rosewood» eröffnet. Schon vor der Eröffnung sprachen die Arabella-Manager von «Ultra-Luxus», der im neuen «Rosewood» geboten würde. Bieten Sie Ihren Gästen im Bayerischen Hof auch «Ultra-Luxus» an?
Ja, wenn sich bei «Ultra Luxus» alles um exzellenten Service und Qualität dreht. Egal, ob Luxus oder Ultra Luxus – es ist unser Ziel, jeden Gast als Persönlichkeit wahrzunehmen, auf ihn einzugehen und einen Service auf höchstem Niveau zu bieten. Das ist unser Anspruch. Natürlich ist das in einem Haus mit über 300 Zimmern eine echte Herausforderung.

«The Rosewood», gleich hier um die Ecke, haben wir erwähnt. Hinzu kam 2024 der neue «Königshof». Inzwischen gibt es im Luxushotelmarkt München einige Mitbewerber. Wie leben Sie mit Ihren Konkurrenten?
Gut. Die von Ihnen erwähnten Neueröffnungen hatten bis jetzt keine negativen Auswirkungen auf den Bayerischen Hof. Wir investieren laufend viel Geld in unser Haus, haben ein grossartiges Team, zufriedene Gäste, eine spannende Geschichte. Was will man mehr! Und übrigens: Alle kochen nur mit Wasser.
Ein Wirtschaftsjournalist würde Sie jetzt fragen: Frau Volkhardt, wann verkaufen Sie den Bayerischen Hof?
(lacht) Nie! Wir haben als familiengeführtes Unternehmen nicht die Absicht, das Erbe unserer Vorfahren zu verkaufen. Die fünfte Generation ist bereits am Start.
Sie haben aber keine Kinder…
…die Tochter meiner Schwester hat die Absicht, ins Hotel einzusteigen. Sie hat hier auch schon gearbeitet.

Kann ein so grosses Haus mit entsprechendem Investitionsbedarf weiterhin von einer einzelnen Familie geführt werden?
Wir haben es jetzt über vier Generationen geschafft, das Haus als Familienbetrieb zu führen. Klar, wir müssen Geld verdienen, gute Umsätze machen, die Betriebskosten im Griff haben. Aber das ist ja nichts Neues.

Im Vergleich zu Berlin sind die Münchner Luxushotels immerhin in der Lage, relativ hohe Preise durchzusetzen. Wenn man allerdings die Zimmerraten von München mit Zürich, Genf, Mailand oder London vergleicht, liegt man hier im unteren Bereich. Da ist noch Luft nach oben…
…absolut. Wir arbeiten in München zwar auf einem guten Niveau, aber es liegt definitiv noch einiges drin. Schauen Sie sich mal Italien an, Rom oder Mailand – die setzen dort Zimmerraten durch, von denen wir nur träumen können. Unglaublich!

In einem 5-Sterne-Haus in Berlin erhalte ich ein Zimmer für 150 Euro, bei Ihnen im Bayerischen Hof beginnt es so bei 350 Euro. In Zürich oder Genf liegen die untersten Raten bei 800 bis 1000 Euro. Warum schaffen Sie es nicht, höhere Preise durchzusetzen?
Gute Frage! Ich weiss es nicht. Die Deutschen sind wahrscheinlich etwas preissensibler. Vielleicht liegt es auch am Konsumverhalten in Deutschland.
Viele Hotels in Deutschland leiden unter einem Kostenproblem: Wenn die Betriebskosten steigen, aber die Preise nicht mithalten können, spricht man von einer sinkenden Gewinnmarge. Die Hotels verdienen immer weniger – oder gar nichts mehr. Wie ist das bei Ihnen?
Wir erzielen immer noch gute Renditen und sind deshalb auch in der Lage, laufend hohe Investitionen zu tätigen. Doch was Sie sagen, stimmt: Deutschlands Hotellerie leidet aktuell unter stark steigenden Betriebskosten, verursacht durch höhere Tarife und andere Kostenfaktoren.

Sie verdienen Ihr Geld nach wie vor in der Hotellerie, das heisst im Bayerischen Hof – und nicht im Weinhandel oder mit Immobilien.
Ich kann Ihnen sagen: Die Haupterträge kommen aus dem Bayerischen Hof, also aus der Hotellerie und Gastronomie. Die Corona-Krise hat uns jedoch vor Augen geführt, dass es gut ist, wenn man noch andere Standbeine hat.
IInnegrit Volkhardt, ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Spass mit Ihren Eseln!

Wer ist Innegrit Volkhardt?
Innegrit Volkhardt (geboren am 14. August 1965) stammt aus der traditionsreichen Hoteliersfamilie Volkhardt und führt seit 1992 den Bayerischen Hof in München in vierter Generation. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Hotelkauffrau, ein BWL-Studium und sammelte Erfahrung bei Feinkost Käfer sowie im Hotel Intercontinental Hamburg. 1992, im Alter von 27 Jahren, übernahm sie das Haus, modernisierte es für rund 150 bis 200 Mio. Euro und entwickelte es weiter als kulturelles und gesellschaftliches Zentrum.
Ihr Einsatz wurde vielfach ausgezeichnet: Unternehmerin des Jahres 2000, Hotelmanagerin des Jahres 2002, Staatsmedaille für Verdienste um die bayerische Wirtschaft 2002, Bayerischer Verdienstorden 2007, Brillat‑Savarin‑Plakette 2009 und die Bayerische Staatsmedaille Innere Sicherheit 2015.
Sie lebt in einem Landhaus (mit Tieren, u.a. Esel und Katzen) am Starnbergersee bei München.

Grande Dame des Bayerischen Hofs
Innegrit Volkhardt ist eine beeindruckende Hotelchefin: mit einem feinen Gespür für Tradition und zugleich modernem Anspruch, verbindlich, klar, innovationsfreudig und zugleich bodenständig. Sie führt den Bayerischen Hof mit Leidenschaft und Weitblick, verkörpert weibliche Führungsstärke und Liebe zur Institution gleichermaßen – und hat es geschafft, ein Grandhotel nicht nur zu bewahren, sondern es nachhaltig weiterzuentwickeln.






Hintergründe zum Bayerischen Hof
Auf Wunsch seiner Majestät König Ludwig I wird 1839 bis 1841 eine Nobelherberge für vornehme Reisende errichtet und der König selbst zählt bald zu den Gästen. Zwei Mal im Monat nimmt er im Bayerischen Hof ein königliches Bad, da seine Residenz über diesen modernen Komfort (sprich Badewanne) nicht verfügt. Es folgen viele illustre Gäste: Von Kaiserin Sissi über den Komponisten Richard Wagner bis zu Angela Merkel und Hillary Clinton – Franz Kafka, Albert Einstein, Michael Jackson, die Rolling Stones.
Livrierte Portiers öffnen die Türen der schwarzen Limousinen, die rund um die Uhr anfahren, und sind den Gästen beim Aussteigen und Kofferausladen behilflich. Gästegruppen aus Japan treffen mit Kleinbussen ein. Geschäftsleute in dunklen Anzügen steigen aus den Taxen, Fotografen in Jeans gehen durch die glänzende Schwingtür in die Hotelhalle.
Größen aus Politik, Wirtschaft und Show-Business geben sich die Klinke in die Hand. Im Bayerischen Hof fanden und finden legendäre Bälle, aber auch brisante politische Begegnungen statt. Exzentrische Diven, gekrönte Häupter und inkognito Reisende zählten und zählen auf die Diskretion des Hotels.
Trotz des internationalen Renommees ist das Haus immer auch ein Stück München geblieben. Bars, Restaurants, der Nightclub, das Blue-Spa auf dem Dach und die Kino-Lounge werden gerne von Münchnern besucht, die internationales Flair gepaart mit bayerischer Bodenständigkeit schätzen.
Einmal im Jahr herrscht absoluter Ausnahmezustand in dem Münchner Grand Hotel: während der Sicherheitskonferenz, die seit den 1960er Jahren immer Anfang Februar hier stattfindet. Von Helmut Schmidt über Henry Kissinger, Donald Rumsfeld und Hillary Clinton, bis Wladimir Putin waren schon alle da. Das Hotel wird dann zum Hochsicherheitstrakt und für Innegrit Volkhardt und das Personal immer wieder eine Herausforderung.

Geschichte des Bayerischen Hofs
Das Hotel Bayerischer Hof wurde am 15. Oktober 1841 im Auftrag des Königs Ludwig I. von Bayern eröffnet. Architekt war Friedrich von Gärtner, und es verfügte über etwa 100 Zimmer und zwei Bankettsäle. König Ludwig I. persönlich war Stammgast – da sein Schloss keine Badewanne besaß, kam er regelmäßig in das Hotel, um dort zu baden.
1897 erwarb Hermann Volkhardt das Haus für 2,85 Millionen Goldmark. Er verpasste dem Hotel eine historistische Fassade und eine prächtige Inneneinrichtung. Unter ihm stieg die Zahl der Zimmer bis 1903 deutlich an. Zu diesem Zeitpunkt traten seine Söhne in den Betrieb ein und sicherten die Fortführung der Familientradition.
In den frühen 1900er Jahren beherbergte das Hotel bis zu 708 Betten und war international bekannt. Im Festsaal traten berühmte Künstler wie Enrico Caruso auf.

Beim Luftangriff am 25. April 1944 wurde das Hotel nahezu zerstört, nur der Spiegelsaal überstand die Bombardierung. Bereits im Oktober 1945 eröffnete dort das erste Restaurant nach dem Krieg. Bis 1949 waren wieder 74 Zimmer verfügbar, 1951 waren es etwa 250 Betten.
Falk Volkhardt übernahm das Hotel 1955/59 vollständig und baute bis 1961 einen modernen siebengeschossigen Neubau. 1969 folgte der Erwerb des Palais Montgelas, das als Erweiterung und für große Festsäle dient. Die Renovierung wurde rechtzeitig zur Olympiade 1972 abgeschlossen. Im selben Jahr trat das Hotel der Vereinigung The Leading Hotels of the World bei.
1992 übernahm Innegrit Volkhardt das Hotel in der vierten Generation und setzte einen umfassenden Modernisierungsplan um – bislang mit Investitionen von rund 150 bis 200 Millionen Euro. 2005 entstand das exklusive Blue Spa mit Dachpool und Dachterrasse – entworfen von Andrée Putman.









Prominente Gäste im Bayerischen Hof
Das Hotel ist seit jeher ein Magnet für namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Unterhaltung.
- Sigmund Freud und Kaiserin Elisabeth („Sisi“) gehörten zu den frühesten prominenten Gästen.
- Im Laufe der Jahrzehnte kamen Gäste wie Sophia Loren, Mick Jagger, Angela Merkel, Michael Jackson (der berühmt war für das ikonische Balkon-Foto mit seinem Sohn; vor dem Hotel entstand nach seinem Tod ein spontanes Denkmal) und der Dalai Lama.
- Weitere internationale Stars, Filmgrößen, Popikonen und kulturelle Größen: Brad Pitt, Angelina Jolie, George Clooney, ebenso wie Daniel Craig, Lenny Kravitz, Luciano Pavarotti.
- Auch Queen Elizabeth II. und viele weitere führende Köpfe waren hier zu Gast.
Fazit – eine lebendige Legende
Seit seiner Gründung 1841 als königliches Wunschprojekt wurde das Hotel Bayerischer Hof zu einer Grand-Dame Münchens – geführt über vier Generationen von der Familie Volkhardt und bewahrt als ein Zentrum gesellschaftlicher, kultureller und politischer Bedeutung. Die Mischung aus historischem Charme, moderner Eleganz und prominenter Gästeliste macht es zu einem einzigartigen luxuriösen Hotel und Wahrzeichen von München.
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