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Endlich Baubeginn (8. Juni 2026): Warum das Hotel Flaz für Pontresina ein Glückfall ist

Unglaublich! Mehr als zehn Jahre lang wurde in Pontresina blockiert, verzögert, opponiert und prozessiert. Ein Hotelprojekt (Flaz), das weder ein Landschaftsverbrechen noch ein überdimensioniertes Luxusresort ist, wurde behandelt, als würde es den Untergang eines Dorfes bedeuten. Dabei ging es beim Projekt Flaz nie um eine Betonwüste, nie um eine ökologische Katastrophe und nie um eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität. Es ging um ein modernes Drei-Sterne-Superior-Hotel mit zeitgemässem Konzept, eingebettet in eine Destination, die wirtschaftlich fast vollständig vom Tourismus lebt. Genau deshalb ist die jahrelange Opposition gegen dieses Projekt so irritierend – und in ihrer Konsequenz sogar verantwortungslos.

Hotelunternehmer Kurt Baumgartner.

Pontresina lebt vom Tourismus, aber Teile des Dorfes bekämpften ein Hotel

Pontresina im Oberengadin gehört zu den klassischen alpinen Tourismusdestinationen der Schweiz. Der Wohlstand des Dorfes basiert seit Generationen auf Gästen, Hotels, Bergbahnen, Gastronomie, Sportangeboten und dem sogenannten «Fremdenverkehr», wie man den Tourismus früher nannte. Fast jeder profitiert direkt oder indirekt davon: Hotellerie, Gastronomie, Gewerbe, Bergbahnen, Detailhandel, Handwerker, Immobilienbesitzer und nicht zuletzt auch die öffentliche Hand. Es ist deshalb kaum nachvollziehbar, dass ausgerechnet in einer solchen Destination ein Hotelprojekt über Jahre hinweg bekämpft wurde, als handle es sich um ein industrieähnliches Grossvorhaben.

Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass die Opposition nicht etwa gegen ein ökologisch fragwürdiges Kraftwerk, gegen einen gigantischen Zweitwohnungsbau oder gegen eine landschaftszerstörende Anlage gerichtet war. Nein – bekämpft wurde ein Hotel! Ein Hotelprojekt, das touristisch Sinn ergibt, wirtschaftlich vernünftig ist und architektonisch keineswegs als Fremdkörper erscheint. Das Hotel Flaz schliesst vielmehr eine offensichtliche Lücke im touristischen Angebot von Pontresina.

Hotelprojekt Flaz im Winter.

Die Angebotslücke war offensichtlich

Pontresina verfügt traditionell über starke Häuser im gehobenen Segment (Kronenhof, Hotel Walther usw.). Was jedoch fehlte, war ein modernes, junges, Lifestyle-orientiertes Produkt im Midscale/Economy-Preissegment – ein Angebot für aktive Familien, preisbewusste Gäste und jüngere Zielgruppen. Genau dort setzt das Hotel Flaz an. Das Konzept ist zeitgemäss, marktorientiert und wirtschaftlich sinnvoll. Die Kombination aus modernem Design, Familienfokus, erschwinglicherem Preisniveau und zeitgemässer Infrastruktur entspricht exakt jenem Segment, das in vielen alpinen Destinationen stark wächst.

Die Investoren haben erkannt, was viele Tourismusorte viel zu spät merken: Die Zukunft der alpinen Hotellerie liegt nicht allein im Luxussegment. Es braucht auch innovative Produkte für jüngere und aktivere Gäste, die Qualität wollen, aber nicht zwingend fünf Sterne bezahlen möchten. Genau dieses Verständnis macht das Projekt Flaz relevant – und genau deshalb hätte Pontresina dieses Projekt von Anfang an unterstützen müssen.

Hotelprojekt Flaz, Pontresina.

Ein juristischer Marathon, obwohl demokratisch alles legitimiert war

Besonders unerquicklich ist die Vorgeschichte des Projektes. Bereits 2014 stimmte die Bevölkerung der notwendigen Umzonung des Areals zu. Die politischen Prozesse liefen demokratisch korrekt ab. Trotzdem folgte ein jahrelanger juristischer Kleinkrieg. Beschwerden, Einsprachen, Initiativen und Verfahren zogen sich über Verwaltungsgericht bis ans Bundesgericht.

Das Bundesgericht bestätigte schliesslich 2022 eindeutig die Rechtmässigkeit des Projektes. Damit hätte eigentlich Ruhe einkehren müssen. Doch selbst danach ging der Widerstand weiter – mit neuen Beschwerden, neuen Formalitäten und weiteren Verzögerungsversuchen. Man muss sich die Absurdität dieses Vorgangs vor Augen führen: Ein Projekt, das mehrfach juristisch geprüft und letztinstanzlich bestätigt wurde, wurde trotzdem weiterhin bekämpft!

Natürlich gehört das Einspracherecht zum Rechtsstaat. Aber genau hier stellt sich die Frage: Wann wird legitime Mitsprache zur destruktiven Blockadehaltung? Wenn ein Projekt über Jahre hinweg trotz demokratischer Legitimation, trotz politischer Unterstützung und trotz höchstrichterlicher Bestätigung weiter torpediert wird, entsteht ein Klima, das für Investoren hochproblematisch ist.

Ein fatales Signal an Investoren

Graubünden lebt vom Tourismus. Der Kanton ist darauf angewiesen, dass Unternehmer investieren, Risiken eingehen und neue Angebote schaffen. Genau solche Unternehmer braucht die Branche dringend. Doch was ist die Botschaft, wenn Investoren über zehn Jahre lang durch Verfahren und Widerstände zermürbt werden? Welche Unternehmer investieren künftig noch in Tourismusprojekte, wenn selbst ein vergleichsweise moderates Hotelprojekt zu einem jahrelangen Spiessrutenlauf wird?

Die Hotellerie ist kein Geschäft mit schnellen Renditen. Wer heute ein Hotel baut, investiert langfristig, trägt enorme Risiken und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze, Wertschöpfung und touristische Qualität. Gerade deshalb ist die Haltung mancher Gegner bemerkenswert egoistisch. Viele profitieren täglich vom Tourismus – wollen aber gleichzeitig verhindern, dass sich dieser Tourismus weiterentwickelt.

Kurt Baumgartner, «Hotelier des Jahres 2018».

Kurt Baumgartner: Ein Unternehmer mit Visionen

Kurt Baumgartner gehört seit Jahren zu den profiliertesten Hoteliers Graubündens. Er gilt als innovativer Unternehmer, der Trends früh erkennt und touristische Konzepte nicht nur verwaltet, sondern weiterentwickelt. Seine Erfolge in Scuol und sein unternehmerischer Leistungsausweis sprechen für sich. Baumgartner ist kein kurzfristiger Investor und kein anonymer Finanzspekulant. Er ist ein Hotelier aus Überzeugung – jemand, der an den alpinen Tourismus glaubt und bereit ist, dafür Verantwortung zu übernehmen.

Gerade deshalb wirkt die jahrelange Behandlung dieses Projektes derart befremdlich. Statt einem engagierten Unternehmer den roten Teppich auszurollen, wurde er mit Misstrauen, Widerstand und endlosen Verfahren konfrontiert. Dabei betonte Baumgartner immer wieder, dass es nicht um schnelles Geld gehe, sondern um eine nachhaltige Entwicklung des Standortes. Diese Haltung ist in der heutigen Tourismuswelt alles andere als selbstverständlich.

Bemerkenswert ist auch die inhaltliche Klarheit des Projektes. Das Hotel Flaz versucht nicht, Pontresina neu zu erfinden. Es ergänzt die bestehende Hotellandschaft sinnvoll. Es schafft warme Betten, stärkt die touristische Infrastruktur und spricht Zielgruppen an, die bisher im Oberengadin zu wenig Angebote fanden.

Der Widerstand war nie wirklich überzeugend

Die Kritikpunkte der Gegner wirkten über weite Strecken konstruiert und unverhältnismässig. Mal ging es um Schattenwurf, mal um Verkehrsfragen, mal um Formalitäten bei der Baufreigabe, mal um Beleuchtungskonzepte. Natürlich müssen solche Aspekte geprüft werden. Aber der Eindruck blieb bestehen, dass hier nicht sachlich optimiert, sondern grundsätzlich verhindert werden sollte.

Dabei ist der Standort des Hotels keineswegs problematisch. Wer die Situation vor Ort objektiv betrachtet, erkennt schnell: Das Projekt beeinträchtigt weder massiv das Dorfbild noch zerstört es Lebensqualität. Von einer unzumutbaren Belastung für die Bevölkerung kann keine Rede sein.

Genau deshalb stellt sich die grundsätzliche Frage: Wie kann es sein, dass in einer der bedeutendsten Tourismusregionen Europas ein touristisches Projekt über Jahre hinweg bekämpft wird, obwohl es für Umwelt, Dorf und Bevölkerung keine markanten Nachteile bringt? Die Antwort liegt vermutlich in einer Mischung aus Besitzstanddenken, lokaler Blockadekultur und einer allgemeinen Skepsis gegenüber Veränderung.

Der Spatenstich am 8. Juni ist mehr als nur ein Baustart

Der geplante Spatenstich vom 8. Juni 2026 ist deshalb weit mehr als ein symbolischer Baustart. Er ist ein Signal. Ein Signal dafür, dass sich unternehmerische Beharrlichkeit am Ende doch durchsetzen kann. Und er ist ein Zeichen dafür, dass touristische Entwicklung trotz jahrelanger Widerstände möglich bleibt.

Pontresina sollte diesen Moment nicht mit weiterer Skepsis begleiten, sondern mit Erleichterung. Denn das Hotel Flaz ist keine Bedrohung für das Dorf. Es ist vielmehr eine Investition in die Zukunft des Standortes. Wer in Graubünden vom Tourismus leben will, muss auch bereit sein, touristische Entwicklung zu akzeptieren – vor allem dann, wenn sie verantwortungsvoll, marktorientiert und qualitativ überzeugend erfolgt.

Die Investoren rund um Kurt Baumgartner haben Durchhaltewillen bewiesen. Sie haben trotz Widerständen an Pontresina geglaubt. Genau solche Unternehmer braucht Graubünden. Nicht Menschen, die blockieren – sondern Menschen, die etwas aufbauen.

Die Chronologie der «Tragödie» von Pontresina

2014 Die Stimmbevölkerung von Pontresina stimmt der Umzonung des Areals Sportpavillon / Rosegplatz in eine Hotelzone zu.

2015 Die Bürgerversammlung beschliesst en Baurechtsvertrag mit einfacher Gesellschaft «pass per pass».

2016 Die Bürgergemeinde, vertreten durch den Bürgerrat, unterzeichnet den Baurechtsvertrag mit der Hotel Flaz AG.

2017 Das Baugesuch wird eingereicht. Gleichzeitig entstehen erste Einsprachen und es formiert sich Widerstand. Eine Initiative wird lanciert, damit die Gemeindeversammlung nochmals über den Sportplatz befinden kann.

2018 Das Baugesuch der Hotel Flaz AG bewilligt der Gemeindevorstand Pontresina mit Auflagen. Dagegen opponieren diverse Einsprecher.

2021 Das Verwaltungsgericht Graubünden weist alle Einsprachen ab. Die Gegner ziehen den Fall weiter ans Bundesgericht.

2022 Das Bundesgericht weist sämtliche Beschwerden endgültig ab. Das Projekt ist rechtlich grundsätzlich bewilligt.

2025 Eine Petition mit über 2000 Unterschriften wird eingereicht.

2026 Baufreigabe der Gemeinde im nachgelagerten Verfahren. Einzelne Anwohner reichen Beschwerde ans Bündner Obergericht ein. Der Beschwerde wird die aufschiebende Wirkung nicht erteilt. Parallel dazu verlangt eine Bürgerinitiative vom Bürgerrat, eine Versammlung einzuberufen, damit die Versammlung über den vorzeitigen Heimfall des Baurechts gegenüber der Bauherrschaft befinden kann. 


Quelle: Engadiner Post (April 2026)

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