Reports Schweiz

Dorint Hotels & Resorts setzen auf «kontrolliertes» Wachstum – auch in der Schweiz

Die Dorint Hotels & Resorts Schweiz setzen ihren Wachstumskurs fort: Mit der Übernahme des The Dom Hotel in Saas-Fee (Eröffnung am 11. Dezember 2025) erweitert die Gruppe ihr Portfolio auf sieben Häuser. Wie Hotel Inside erfahren hat, will Dorint in der Schweiz weitere Hotels übernehmen und betreiben. Ziel der Dorint-Gruppe: Bis 2028 will man mindestens 80 Hotels und Resorts mit einem Umsatz von 600 Mio. Euro betreiben, so Dorint-Präsident Dirk Iserlohe.

The Dom Hotel Saas-Fee, operated by Dorint.

Die Dorint Hotels & Resorts Schweiz GmbH übernimmt in wenigen Tagen (11. Dezember 2025) das traditionsreiche The Dom Hotel in Saas-Fee. Damit stärkt die Hotelgruppe ihre Präsenz im Schweizer Alpenraum und setzt ihre kontrollierte Expansion fort. Das Haus mit 35 Zimmern und Suiten, Restaurant, Bar und separatem Frühstücksrestaurant wird künftig unter dem Namen «The Dom Hotel Saas-Fee, operated by Dorint» geführt.

Das Dom Hotel in Saas-Fee um 1890.

Die Eigentümerin, die Hotel Dom Saas Fee AG, plant in den kommenden drei Jahren eine umfassende Erweiterung des Gebäudes sowie Renovierungsarbeiten, um das Hotel zu einem modernen alpinen Refugium zu entwickeln.

«Mit der Übernahme des The Dom Hotel setzen wir unsere kontrollierte Expansion in der Schweiz strategisch fort und ergänzen unser Portfolio an erstklassigen Destinationen ideal“, erklärt Rob Bruijstens, Geschäftsführer der Dorint Hotels & Resorts Schweiz GmbH. Neben Saas-Fee betreibt Dorint bereits Häuser in Beatenberg, Basel, Zürich, Bad Zurzach, Interlaken und Locarno/Riazzino. Das The Dom Hotel wird somit das siebte Haus der Marke in der Schweiz.

The Dom Hotel Saas-Fee.

Für Daniel Werner, Verwaltungsrat der Hotel Dom Saas Fee AG, ist die Kooperation ein Meilenstein: «Gemeinsam mit Dorint werden wir die Weichen für ein Leuchtturmprojekt im alpinen Hotelmarkt stellen, um die wirtschaftliche Attraktivität und die touristische Bedeutung von Saas-Fee langfristig zu stärken.» Auch Dorint-COO Stefanie Brandes betont die strategische Bedeutung der Übernahme: «Mit diesem Schritt positionieren wir uns noch stärker in den DACH-Märkten als Anbieter im Premium-Feriensegment.»

Essential by Dorint Hotel Interlaken-West.

Die Dorint Hotels & Resorts Schweiz GmbH ist Lizenznehmerin der deutschen Dorint GmbH mit Sitz in Köln. Aktuell betreibt das Unternehmen folgende Hotels:

  • Dorint Blüemlisalp Beatenberg (128 Zimmer),
  • Essential by Dorint Basel City (161 Zimmer),
  • Dorint Airport-Hotel Zürich (235 Zimmer),
  • Essential by Dorint Interlaken (115 Zimmer),
  • Dorint Parkhotel Bad Zurzach (108 Zimmer)
  •  und Dorint Resort & Spa Locarno/Riazzino (82 Zimmer).
  • Mit der Eröffnung in Saas-Fee wächst das Schweizer Portfolio auf sieben Standorte an.
Dorint Airport-Hotel Zürich.

Die DHI Dorint Hospitality & Innovation GmbH, Muttergesellschaft in Köln, zählt zu den führenden Hotelgruppen Deutschlands. Unter den Marken Dorint Hotels & Resorts, Hommage Luxury Hotels Collection und Essential by Dorint betreibt das Unternehmen rund 60 Häuser – davon sieben in der Schweiz und zwei in Österreich. Rund 3’800 Mitarbeitende sind aktuell für die Gruppe tätig. Im Jahr 2024 feierte die Marke Dorint ihr 65-jähriges Bestehen.

Dirk Iserlohe, Aufsichtsratsvorsitzender Dorint-Gruppe.

Dirk Iserlohe über die Zukunft von Dorint Hotels & Resorts:

«Wir wollen bis 2028 mindestens 80 Hotels mit einem Umsatz von 600 Millionen betreiben»

Dorint feierte im Herbst 2024 die 65-jährige Unternehmensgeschichte – und statt zur Ruhe zu kommen, peilt die deutsche Hotelgruppe unter Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe ambitionierte Wachstumsziele an. In einem Interview mit der deutschen Plattform ahgz spricht Iserlohe über die volatile Natur der Hotellerie, den Umgang mit Krisen und die strategischen Pläne bis 2028. Ein Blick auf eine Hotelgruppe, die gelernt hat, Widerstände in Stabilität zu verwandeln. Das Interview mit Dirk Iserlohe führte Rolf Westermann (24. September 2024). Hotel Inside publiziert eine Zusammenfassung des Gesprächs.

Dorint Hotel Blümlisalp Beatenberg, Berner Oberland.

Zum 65. Geburtstag der Marke Dorint im Herbst 2024 betonte Dirk Iserlohe, dass an Entschleunigung nicht zu denken sei. «Von Ruhe kann bei uns keine Rede sein», sagte er im ahgz-Interview. Zwar agiere die Gruppe heute mit mehr Bedacht, doch die Hotellerie bleibe ein dynamisches Umfeld, das konstante Weiterentwicklung erfordere. Das Ziel sei kontrolliertes Wachstum in der DACH-Region sowie ein verlässliches, hochwertiges «Zuhause auf Zeit» für die Gäste.

Ein visionärer Gründer mit Mut zum Querdenken

Iserlohe blickt auch auf die Anfänge der Dorint-Geschichte zurück. Gründer Werner Dornieden sei «ein echter Visionär» gewesen – obwohl seine Idee, Möbelhandel und Hotelbetrieb zu kombinieren, damals scheiterte. Für Dirk Iserlohe zeigt diese Episode, dass mutiges Querdenken essenziell für die Weiterentwicklung einer Marke ist. Die Geschichte von Dorint sei geprägt von Höhen und Tiefen, inklusive wirtschaftlich gefährlicher Phasen und dem temporären Einstieg von Accor. Er selbst habe diese Zeit als «Ritt auf der Rasierklinge» erlebt.

Essential by Dorint Basel City.

Hotellerie als Spiegel der Konjunktur

Die Hospitality-Branche sei ein klassischer Nachzügler der Konjunktur, erklärt Iserlohe. Bei wirtschaftlichen Abschwüngen würden private wie geschäftliche Reisen sofort gekürzt. Privatgäste verzichteten selten auf ihren Urlaub, reduzierten aber Reisedauer und Zusatzausgaben. Unternehmen hingegen strichen Einzelreisen, Tagungen und Incentives und setzten auf virtuelle Alternativen wie Zoom oder Teams. Erst bei Erholung der Gesamtwirtschaft kehrten Reisebudgets langsam zurück. «Volatilität ist fast untertrieben», so Iserlohe.

Dorint Resort & Spa Locarno/Riazzino.

Corona-Schock: 180 Millionen Verlust

Besonders eindrücklich beschreibt Iserlohe die Corona-Zeit. Zwischen März 2020 und April 2022 verzeichnete die Gruppe einen Verlust von 180 Millionen Euro – «nicht beim Umsatz, sondern beim Ergebnis». Nach Abzug der staatlichen Hilfen sei ein Fehlbetrag von rund 100 Millionen Euro verblieben. Für eine mittelständische Gruppe wie Dorint sei das existenzbedrohend gewesen. Das Unternehmen reagierte mit einer Eigenkapitalerhöhung um 21 Millionen Euro, Pachtreduzierungen von 35 Millionen Euro und einer Kreditlinie über 47,5 Millionen Euro. Dennoch klagt Dorint bis heute vor dem Bundesverfassungsgericht, da die gewährten Hilfen nur rund 43 Prozent des tatsächlichen Schadens abgedeckt hätten.

Dorint Parkhotel Bad Zurzach.

Stabilität schaffen durch Größe und klare Ziele

Heute verfügt die DHI Dorint Hospitality & Innovation GmbH über 60 Hotels und Resorts. Stabilität bedeutet für Iserlohe: nachhaltige Gewinne, funktionierende Personalstrukturen, Innovationsfähigkeit, Erfüllung der ESG-Anforderungen und die Fähigkeit, zukünftige Krisen abzufedern. All das gehe nur mit einer bestimmten Unternehmensgröße. «Unser Ziel ist es, bis 2028 mindestens 80 Hotels und Resorts mit einem Umsatz von rund 600 Millionen Euro zu betreiben», erklärt er. Grundlage dafür seien Gewinne, die ab 2025 erwartet werden.

Rob Bruijstens,Geschäftsführer der Dorint Hotels & Resorts Schweiz GmbH.

Wachstumsfelder: Resorts und flexible Immobilien

Iserlohe sieht besonders im Resort-Segment ein großes Potenzial. Standorte mit Spa, Golf, Aktivsport oder Naturerlebnis, kombiniert mit klarer Positionierung, seien attraktive Zukunftschancen – auch und gerade für Investoren, die Resorts zunehmend als Ganzjahresdestinationen erkennen. Gleichzeitig gewinne die Flexibilität im Tagungs- und Messegeschäft an Bedeutung. Immobilien, die sich modulartig und multifunktional nutzen lassen, seien künftig entscheidend.

Dorint-Management: Ex-CEO Jörg T. Böckeler, COO Stefanie Brandes, Dirk Iserlohe.

Eine Marke, die gelernt hat, mit Krisen zu wachsen

Dorint blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – und bleibt dennoch optimistisch. Iserlohe sagt, Dorint sei bereit, weiterzuwachsen, ohne Risiken zu ignorieren. Seine Botschaft: Stabilität entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch professionelles, nachhaltiges Handeln. Die nächsten Jahre stehen im Zeichen strukturierten Wachstums, klarer Strategie und der Bereitschaft, aus jeder Krise gestärkt hervorzugehen.

Quelle: ahgz, September 2024. Interview: Rolf Westermann.

Dorint Strategie PDF

zur Übersicht