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DACH-Luxushotellerie: Mandarin Oriental eröffnet in Wien – Four Seasons kehrt nach Berlin zurück

Zwei prestigeträchtige Luxushotelmarken setzen neue Akzente in Mitteleuropa: In Wien hat Mandarin Oriental Anfang Dezember sein erstes Haus in Österreich eröffnet, während Four Seasons in Berlin ein ikonisches Gebäude übernimmt und umfassend transformiert. Ein Inside-Blick auf zwei Eröffnungen, die den Luxusmarkt in der DACH-Region prägen.

Das heutige Hotel de Rome wird ab 2027 ein Four Sesaons Hotel.

Kaum ein Monat vergeht, ohne dass der europäische Luxusmarkt um eine neue Topadresse reicher wird. Nun sorgen gleich zwei internationale Spitzenmarken für Aufsehen: Mandarin Oriental hat Anfang Dezember sein erstes Hotel in Österreich eröffnet, und Four Seasons kündigt seine spektakuläre Rückkehr nach Berlin an. Beide Projekte verbindet mehr als ihr Timing – sie stehen für eine neue, selbstbewusste Ära des urbanen Luxustourismus, die historische Bausubstanz, zeitgenössisches Design und individuelle Erlebnisse verbindet.

Mandarin Oriental Vienna an der Riemergasse im ersten Bezirk.

Mandarin Oriental Vienna: Luxuspremiere in der UNESCO-Kulisse

Mit der Eröffnung des Mandarin Oriental Vienna am 1. Dezember setzt die asiatische Luxushotelgruppe ein Ausrufezeichen. Das Haus liegt im ersten Wiener Bezirk, mitten im UNESCO-Weltkulturerbe, und befindet sich in einem historischen Gebäude an der Riemergasse, das einst als Handelsgericht diente. Der Bau aus den frühen 1900er-Jahren wurde unter der Leitung des Londoner Designstudios Goddard Littlefair restauriert und in ein modernes Luxushotel verwandelt. Das Ergebnis ist ein Hotel, das Wiener Tradition und moderne Eleganz auf eindrucksvolle Weise verbindet.

Rezeption im Mandarin Oriental Vienna.

Mit 86 Zimmern und 52 Suiten bietet das Hotel ein vergleichsweise intimes Ambiente. Tageslicht, maßgefertigte Möbel, dezente Naturtöne und subtile Anklänge an den Wiener Secessionsstil bestimmen das Interieur. Architektonisch besonders eindrucksvoll: der restaurierte Innenhof und die prachtvolle Lobby mit skulpturalen Kronleuchtern und dem originalen Treppenhaus.

Restaurant im Mandarin Oriental Vienna.

Kulinarik & Kultur: Ein Hotel als Mikrokosmos Wiens

Gastronomisch setzt das Mandarin Oriental Vienna auf Vielfalt unter einem gemeinsamen Dach: „Atelier 7“. Executive Chef Thomas Seifried verantwortet mehrere Konzepte – vom Fine-Dining-Restaurant „Le Sept“ über eine All-Day-Brasserie bis hin zum Café und einer Izakaya-Bar. Kulinarisch verschmelzen österreichische Tradition, saisonale Zutaten und internationale Einflüsse zu einem modernen, weltoffenen Konzept. Der Spa folgt einer ähnlichen Philosophie und interpretiert Wellness im Einklang mit Wien neu: asiatische Therapien verschmelzen mit Elementen lokaler Kunst und Musik – etwa Ritualen, die von Walzerbewegungen inspiriert sind. Ein besonderes Highlight ist die Neuinterpretation des ikonischen Mandarin-Oriental-Fächers durch den Künstler Peter Jellitsch, der Jugendstil, Moderne und Wiener Kunstgeschichte miteinander verbindet.

Hotel de Rome Berlin (ab 2027 Four Seasons).

Four Seasons Berlin: Eine Rückkehr mit Symbolkraft

Rund 680 Kilometer nördlich sorgt eine andere Nachricht für Aufsehen: Four Seasons kehrt nach zwei Jahrzehnten in die deutsche Hauptstadt zurück. Die kanadische Luxushotelgruppe übernimmt das legendäre Hotel de Rome am Bebelplatz – ein historisches Gebäude, das Ende des 19. Jahrhunderts als Hauptsitz der Dresdner Bank errichtet wurde. Nach einer umfassenden Renovierung wird das Haus Ende 2027 als Four Seasons Hotel Berlin wiedereröffnen. Bis dahin bleibt es unter dem bisherigen Namen geöffnet. Das Projekt wird gemeinsam mit der italienischen Gruppo Statuto realisiert, die bereits mehrere Luxusprojekte erfolgreich mit Four Seasons umgesetzt hat.

Suite im heutigen Hotel de Roma in Berlin.

Historische Substanz, neues Design

Die Transformation des Gebäudes soll ein neues Luxusambiente schaffen, das historische Elemente respektiert und gleichzeitig eine moderne Designsprache etabliert. Das Architekturbüro Humbert & Poyet wurde mit der Neugestaltung der rund 140 Zimmer und Suiten sowie der öffentlichen Bereiche beauftragt. Das Konzept verbindet Berliner Geschichte mit zeitgenössischer Ästhetik – ein Ansatz, der Four Seasons‘ Philosophie von zurückhaltendem, detailverliebtem Luxus entspricht. Zu den Highlights zählen drei neue Gastronomiekonzepte, darunter eine großzügige Rooftop-Bar mit Panoramablick über Berlin. Im ehemaligen Juwelentresor des Bankgebäudes entsteht ein Spa- und Fitnessbereich. Für Veranstaltungen werden über 1.000 Quadratmeter Innen- und Außenfläche neu gestaltet.

Ballsaal im Hotel de Rome.

Ein Berliner kehrt heim – und übernimmt die Leitung

Die Leitung des zukünftigen Four Seasons Hotel Berlin übernimmt Christian Poda, ein gebürtiger Berliner mit internationaler Four-Seasons-Karriere. Poda startete 1999 bei Four Seasons und führte zuletzt das Four Seasons Hotel Hong Kong sowie mehrere Häuser in China. Mit seiner Rückkehr nach Berlin entsteht ein symbolträchtiges Momentum: Ein global erfahrener Spitzenmanager übernimmt ein Hotel, das nicht nur architektonisch, sondern auch historisch eng mit der Stadt verbunden ist.

Zwei Häuser, zwei Städte – und eine gemeinsame Botschaft

Ob Wien oder Berlin – beide Projekte zeigen, dass Luxusmarken in Mitteleuropa zunehmend auf ikonische Gebäude, kulturelle Tiefe und maßgeschneiderte Erlebnisse setzen. Mandarin Oriental Vienna steht für die kunstvolle Verschmelzung asiatischer Gastfreundschaft mit Wiener Eleganz, während Four Seasons Berlin ein historisches Wahrzeichen in ein zeitgemäßes Luxusrefugium verwandeln will. Gemeinsam markieren diese Entwicklungen die neue Phase im europäischen Luxustourismus, die Tradition, Architektur und hochgradig personalisierte Gastlichkeit verbindet.

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