Das Vertrauen der Investoren in europäische Hotels dürfte 2026 weiterhin hoch bleiben: Laut einer Umfrage für die fünfte Ausgabe des „European Hotel Investor Compass“ von Cushman & Wakefield planen 86 Prozent der Investoren, ihre im Vorjahr zugewiesene Kapitalquote beizubehalten oder zu erhöhen. Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH) liegen im Mittelfeld des Investorenrankings. Hotel Inside fasst die wichtigsten Erkenntnisse, Zahlen und Fakten zusammen.
Kurzfassung
- Wichtige europäische Gateway-Städte stehen im Fokus
- Südeuropa führt die Liste der bevorzugten Hotelinvestitionsziele für 2026 an
- Großbritannien und Irland verzeichnen eine steigende Nachfrage
- 15,6 Prozent: steigende geforderte durchschnittliche Eigenkapitalrendite (2025: 13,6 %)
- Für nachhaltige Hotelgebäude „Grün-Aufschlag“ von durchschnittlich 4,3 Prozent möglich
- 81 Prozent der Investoren gehen davon aus, dass KI die Branche bis 2030 oder früher entscheidend prägen wird.

An der entsprechenden Investorenumfrage haben sich zwischen Dezember 2025 und Februar dieses Jahres 74 Teilnehmer beteiligt, darunter hochrangige Vertreter großer Private-Equity-Firmen, Fonds, REITs und anderer institutioneller Investoren. Die Unternehmen, die ihre Identität in der Umfrage offenlegten (91% der Befragten) investierten zwischen 2020 und 2025 insgesamt knapp 18 Mrd. Euro in europäische Hotels.
Der Report zeigt darüber hinaus, dass Investoren wichtige europäische Gateway-Städte wie Mailand, Madrid, Rom, London und Paris ins Visier nehmen. Den stärksten Anstieg des Interesses verzeichnen Budapest (+11 %), Nizza & Cannes (+9 %), Berlin (+9 %), München (+8 %), Paris (+7 %) und Prag (+7 %).
Weiterhin stark ist das Vertrauen der Investoren in den ganzen europäischen Hotelmarkt: 58 Prozent der befragten Investoren planen, 2026 mehr Kapital einzusetzen als 2025. Insgesamt beabsichtigen 54 Prozent der Investoren, 2026 Nettokäufer zu sein, während nur 7 Prozent (2025: 5 %) erwarten, Nettoverkäufer zu sein. Die stärkste Absicht, Allokationen in den Hotelsektor zu erhöhen, wurde bei Value-Add-Investoren (63 Prozent) und opportunistischen Investoren (64 Prozent) beobachtet.

Nach den starken Ergebnissen im Jahr 2025, mit einem Plus beim RevPAR von 3,9 Prozent, bleibt Südeuropa auch 2026 ein Top-Ziel für Investoren. Auf Basis einer soliden Performance, einer ausgewogenen Besucherstruktur, starkem Wachstumspotenzial und einer hohen Liquidität bekunden 78 Prozent der Investoren großes oder sehr großes Interesse an Italien und der Iberischen Halbinsel, 60 Prozent an Frankreich. Auch Großbritannien und Irland werden positiv eingeschätzt: im Vergleich zum Vorjahr erklärt ein größerer Anteil der Investoren ein sehr hohes Interesse (+7 Prozentpunkte). Die DACH-Region (Deutschland, Österreich und die Schweiz) verorten die befragten Investoren auf Platz 5 ihres Anlageinteresses: für insgesamt 37 Prozent der Befragten besteht ein hohes oder sehr hohes Interesse, in den drei Ländern zu investieren, ein Prozentsatz, der das Vorjahresergebnis (2025: 45 Prozent hohes sowie sehr hohes Interesse) mit leichten Abstrichen in etwa bestätigt.

Hotelexpertin Christine Mayer von Cushman & Wakefield: „Die DACH‑Region bleibt trotz der aktuellen Selektivität ein Fundament europäischer Hospitality‑Investments. Deutschland, Österreich und die Schweiz werden weiterhin als verlässliche, langfristig tragfähige Märkte wahrgenommen. Bemerkenswert ist der erneute Aufmerksamkeitszuwachs für Berlin und München – ein klarer Hinweis darauf, dass Investoren Qualität und starke Mikrostandorte gezielt honorieren.“
Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Eigenkapitalrendite gestiegen: Das durchschnittliche ROE-Ziel liegt bei 15,6 Prozent, gegenüber 13,6 Prozent im Jahr 2025. Cushman & Wakefield geht davon aus, dass dieses Ergebnis, ungeachtet der gesunkenen Kreditzinsen, die erhöhte Unsicherheit bei der Kreditvergabe widerspiegelt.

Weitere Trends im European Hotel Investor Compass 2026
- Für 68 Prozent der Befragten bleiben steigende Baukosten nach wie vor die größte Herausforderung. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Investoren zudem zunehmend besorgt über die Unsicherheit hinsichtlich der Hotelperformance (Anstieg um 6 % gegenüber 2025). Umgekehrt sind Finanzierungsprobleme für Investoren weniger besorgniserregend – ein Rückgang um 19 Prozent gegenüber 2025.
- Geopolitische und makroökonomische Risiken wurden von den Investoren als zweitwichtigste Herausforderung eingestuft. Die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte diese Risiken auf der Investitionsagenda weiter verstärken.
- Hotels mit den besten ESG-Referenzen erzielten weiterhin einen „Grün-Aufschlag“: Investoren sind bereit, durchschnittlich 4,3 Prozent mehr für Immobilien zu zahlen, die das höchste ESG-Zertifizierungsniveau erreichen (beispielsweise „BREEAM Outstanding“ oder „LEED Platinum“).
- Insgesamt 81 Prozent der Investoren glauben, dass Künstliche Intelligenz den Sektor bereits in den kommenden Jahren bis 2030 maßgeblich prägen wird, wobei 86 Prozent positive Auswirkungen auf Limited-Service-Hotels erwarten, dicht gefolgt von Full-Service-Hotels (85 %). 80 Prozent der Investoren gehen davon aus, dass KI durch Effizienzsteigerungen die Betriebskosten senken wird. 65 Prozent sind optimistisch, was die Auswirkungen von KI auf ihre Vertriebskosten durch mehr Direktbuchungen und eine geringere Abhängigkeit von Online-Reisebüros angeht. Dazu Jon Hubbard: „Auffällig ist, wie schnell sich KI von einem längerfristigen Thema zu einem investierbaren Werttreiber entwickelt. Es besteht die Erwartung, dass KI durch Effizienzsteigerungen zur Senkung der Betriebskosten beitragen wird, und viele sehen auch Möglichkeiten, die Vertriebskosten durch eine beschleunigte Umstellung auf Direktbuchungen zu senken.“
- Das obere gehobene und das gehobene Segment sind in diesem Jahr mit 81 Prozent hohem oder sehr hohem Interesse die attraktivsten Hotelsegmente, gefolgt vom Luxussegment (69 %). Unter Investoren mit einem verfügbaren Kapital von 200 Mio. Euro äußerten 82 Prozent ein hohes oder sehr hohes Interesse an Luxushotels.
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Über Cushman & Wakefield
Cushman & Wakefield (NYSE: CWK) zählt zu den führenden globalen Immobiliendienstleistern und bietet Unternehmen und Investoren mit ca. 53.000 Mitarbeitern in über 350 Niederlassungen und knapp 60 Ländern Services rund um ihre Immobilien-Belange. In Deutschland ist das Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München vertreten. Im Jahr 2025 betrug der weltweite Umsatz des Unternehmens 10,3 Milliarden US-Dollar in seinen Kerngeschäftsbereichen Services, Leasing, Capital Markets sowie Valuation und andere. Darüber hinaus erhält das Unternehmen zahlreiche Auszeichnungen für seine Kultur, die von der Überzeugung Better never settles geprägt ist.