Management

Budget Hospitality 2035 (Teil 3): Drei Szenarien für die Zukunft des Übernachtens

Vor zwanzig Jahren stand die Budgethotellerie vor allem für günstige Zimmer, einfache Standards und ein begrenztes Leistungsangebot (vgl. Teil 1 des Inside-Reports). Heute umfasst das Segment Hostels, Budgethotels, Serviced Apartments, Co-Living-Konzepte, digitale Apartment-Anbieter und zunehmend auch automatisierte Übernachtungsformen. Diese Entwicklung zeigt, dass sich die Hospitality-Branche längst nicht mehr ausschließlich über klassische Hotelkategorien definieren lässt. Digitalisierung, KI, steigende Bau- und Flächenkosten sowie veränderte Mobilitäts- und Reisegewohnheiten verändern die Rahmenbedingungen grundlegend. Hotelexperte Roland Schwecke hat im 3. Teil des Inside-Reports drei Szenarien für die Zukunft des Übernachtens entwickelt.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, welche Unterkunftsform künftig erfolgreich sein wird, sondern welche Bedürfnisse Gäste in unterschiedlichen Situationen tatsächlich haben – und wie diese wirtschaftlich sinnvoll erfüllt werden können. Die Zukunft der Hospitality entscheidet sich möglicherweise weniger an der Frage, welche Gebäude entstehen, sondern vielmehr daran, welche Funktionen diese künftig erfüllen.

Wie könnte die Hospitality-Welt im Jahr 2035 vor diesem Hintergrund aussehen?

Natürlich lässt sich die Zukunft nicht exakt vorhersagen. Aus den Entwicklungen der vergangenen Jahre lassen sich jedoch drei plausible Szenarien ableiten. Sie beschreiben keine konkurrierenden Prognosen, sondern unterschiedliche Entwicklungskräfte, die den Markt künftig gleichzeitig und in unterschiedlicher Ausprägung prägen könnten.

Im Kern beantworten sie drei Leitfragen:

Plattformisierung: Wer kontrolliert künftig den Zugang zum Gast?
Authentizität und Gemeinschaft: Wodurch differenzieren sich Hospitality-Konzepte künftig?
Schlaf als Infrastruktur: Welche Funktion erfüllt die Unterkunft künftig überhaupt?

Wahrscheinlich wird die Hospitality-Welt des Jahres 2035 Elemente aller drei Entwicklungen miteinander verbinden.

Szenario 1: Die Plattform-Hospitality

Wenn Algorithmen die Nachfrage kontrollieren.

Bereits heute wird ein erheblicher Teil der Hotelnachfrage über digitale Plattformen vermittelt. Booking, Google, Metasuchmaschinen, soziale Medien und zunehmend auch KI-Assistenten beeinflussen die Kaufentscheidungen der Reisenden.

Bis 2035 könnte sich dieser Trend grundlegend verändern. Gäste suchen dann ihre Unterkunft möglicherweise nicht mehr selbst. Stattdessen formulieren sie lediglich ihren Wunsch:

„Ich benötige nächste Woche eine Übernachtung in München nahe dem Hauptbahnhof für maximal 80 Euro.“

Den Rest übernimmt ein KI-Assistent:

  • Suche
  • Preisvergleich
  • Buchung
  • Bezahlung
  • Kommunikation

Für den Gast wird die Buchung einfacher. Für viele Hotelbetreiber beginnt jedoch ein grundlegender Strukturwandel. Nicht mehr der Gast entscheidet aktiv zwischen einzelnen Hotels. Der digitale Assistent trifft eine Vorauswahl auf Basis von Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen, Datenqualität, Nachhaltigkeits-Merkmalen und den Präferenzen des Nutzers.

Die Marke des einzelnen Hotels verliert dadurch an Bedeutung. Entscheidend werden künftig Sichtbarkeit in den Plattformen, standardisierte Daten, digitale Schnittstellen und algorithmische Relevanz. Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend von der Straße auf den Bildschirm – und schließlich in den Algorithmus.

Konsequenzen für Hotelbetreiber

Mit der zunehmenden Marktmacht digitaler Plattformen verschiebt sich die Wertschöpfung innerhalb der Hospitality. Wer den Zugang zum Gast kontrolliert, bestimmt zunehmend auch die Spielregeln. Plattformen können Provisionen, Ranking-Kriterien und Vermarktungsregeln festlegen. Hotels konkurrieren dadurch immer stärker um algorithmische Sichtbarkeit statt ausschließlich um den Gast selbst.

Direktbuchungen werden schwieriger zu generieren. Kundendaten verbleiben zunehmend bei den Plattformen oder den KI-Systemen. Gleichzeitig steigt der Preisdruck, da Angebote innerhalb von Sekunden miteinander verglichen werden können. Für viele Betriebe wird nicht mehr die Qualität des Hotels allein entscheidend sein, sondern die Fähigkeit, digital optimal auffindbar und buchbar zu sein.

Gewinner

  • große digitale Plattformen
  • KI-basierte Buchungsassistenten
  • Hotelgruppen mit hoher Markenbekanntheit
  • Betreiber mit starker Digitalisierung und professionellem Revenue Management
  • standardisierte, einfach vergleichbare Produkte

Verlierer

  • Hotels ohne klare Positionierung oder unverwechselbares Profil
  • kleine und mittelständische Betriebe mit geringer digitaler Kompetenz
  • Häuser mit hoher Abhängigkeit von wenigen Vertriebskanälen
  • Betriebe, die weder Skaleneffekte noch eine starke eigene Marke aufbauen können
  • Anbieter mit hohen Kosten und geringer Preissetzungsmacht

Nicht die Unternehmensgröße allein entscheidet über den Erfolg. Entscheidend wird sein, ob ein Betrieb künftig eine eigenständige Nachfrage erzeugen kann oder ausschließlich von digitalen Vermittlern abhängig ist.

Risiken

  • sinkende Direktbuchungen
  • steigende Plattformprovisionen
  • zunehmende Abhängigkeit von Algorithmen
  • Verlust der direkten Kundenbeziehung
  • wachsender Margendruck
  • höhere Anforderungen an Digitalisierung und Datenqualität

Die Macht verlagert sich damit zunehmend vom Hotelbetreiber zum digitalen Vermittler. Wer den Zugang zum Gast kontrolliert, kontrolliert künftig einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung in der Hospitality.

Szenario 2: Community Hospitality

Die Rückkehr von Gastgeberschaft und Gemeinschaft.

Während Algorithmen und digitale Plattformen einen immer größeren Teil der Buchung und Organisation von Reisen übernehmen, könnte sich parallel eine gegenläufige Entwicklung vollziehen. Je digitaler die Welt wird, desto größer wird für viele Menschen der Wunsch nach echten Begegnungen, persönlicher Gastfreundschaft und authentischen Erlebnissen.

Bereits heute zeigen zahlreiche Hostels, Boutiquehotels und inhabergeführte Privathotels, dass viele Gäste nicht ausschließlich eine Unterkunft suchen. Sie möchten Menschen kennenlernen, den Charakter eines Ortes erleben und sich für einen begrenzten Zeitraum als Teil einer Gemeinschaft fühlen.

Bis 2035 könnten sich deshalb zahlreiche Beherbergungsbetriebe zu sozialen Mikro-Destinationen entwickeln. Das Hotel wäre dann weit mehr als ein Ort zum Übernachten – es würde zugleich Treffpunkt, Arbeitsplatz, Veranstaltungsort und Teil des öffentlichen Lebens sein.

Typische Bestandteile eines solchen Konzepts könnten sein:

  • Coworking-Bereiche
  • gemeinschaftliche Aufenthaltszonen
  • Veranstaltungen und Events
  • Gastronomie als sozialer Treffpunkt
  • Community-Programme
  • Kooperationen mit lokalen Unternehmen
  • kulturelle Angebote
  • Sport-, Gesundheits- und Freizeitaktivitäten

Gleichzeitig sprechen auch ökologische und ökonomische Gründe für eine effizientere Nutzung bestehender Flächen und Gebäude. Nachhaltigkeit könnte sich damit zunehmend aus wirtschaftlicher Notwendigkeit entwickeln.

Die Sehnsucht nach Authentizität

Je stärker sich viele Hotelangebote durch Digitalisierung und Standardisierung angleichen, desto größer könnte die Nachfrage nach Individualität und persönlicher Gastgeberschaft werden. Nicht jeder Gast möchte überall dieselbe Erfahrung machen. Viele suchen regionale Besonderheiten, persönliche Empfehlungen und Gastgeber mit eigener Handschrift.

Gerade inhabergeführte Privathotels könnten dadurch einen Wettbewerbsvorteil gewinnen. Persönlichkeit, lokale Verwurzelung und authentische Gastfreundschaft lassen sich nur begrenzt standardisieren – und genau darin könnte künftig ihr größter Wert liegen.

Die Lobby wird zum wirtschaftlichen Zentrum

Mit dieser Entwicklung verändert sich auch die Bedeutung der Gemeinschaftsflächen. Die klassische Hotellobby entwickelt sich zunehmend vom Empfangsbereich zum zentralen Aufenthaltsort des Hauses. Sie wird zum Wohnzimmer auf Zeit, zum Arbeitsplatz, zum Café, zur Bar, zum Veranstaltungsort und zum Treffpunkt für Gäste ebenso wie für die lokale Bevölkerung.

Dadurch entstehen zusätzliche Erlösquellen weit über die klassische Zimmervermietung hinaus. Gastronomie, Veranstaltungen, Coworking, Tagesgäste und lokale Kooperationen gewinnen an wirtschaftlicher Bedeutung und machen das Hotel stärker zu einem offenen Lebensraum.

Der Aufenthalt entwickelt sich damit vom reinen Übernachten zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Das Zimmer bleibt wichtig. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch zunehmend außerhalb des privaten Schlafbereichs – durch Atmosphäre, Gastgeberschaft, Gemeinschaft und die Einbindung in das lokale Umfeld.

Gewinner

  • Hostels
  • Hybrid-Hotels
  • Boutique- und Lifestyle-Hotels
  • Co-Living-Konzepte
  • inhabergeführte Privathotels mit starker Positionierung und Gastgeber-Persönlichkeit
  • Betriebe mit enger regionaler Vernetzung und klarer Identität

Risiken

  • hoher Management- und Personalaufwand
  • schwer standardisierbare Prozesse
  • hohe Abhängigkeit von der Qualität des Betreibers
  • begrenzte Skalierbarkeit erfolgreicher Community-Konzepte
  • steigende Personalkosten

Der Wettbewerb verlagert sich damit nicht vom Hotelzimmer weg, sondern erweitert sich. Neben Schlafqualität und Komfort entscheiden künftig zunehmend Positionierung (Einzigartigkeit), Gastgeberschaft, Atmosphäre, Gemeinschaft und Authentizität darüber, welchen Wert Gäste einem Aufenthalt beimessen.

Szenario 3: Automatisierte Urban Hospitality

Schlafen als Infrastruktur.

Das dritte Szenario geht von einem grundlegenden Perspektivwechsel aus. Über Jahrzehnte bestand die zentrale Aufgabe der Hotellerie darin, vollständige Hotelzimmer bereitzustellen. Schlafen, Arbeiten, Wohnen und Aufenthalt wurden dabei als untrennbare Einheit verstanden. Doch diese Logik könnte sich zunehmend verändern. Denn nicht jede Übernachtung verfolgt denselben Zweck.

Wer spät am Abend am Flughafen strandet, zwischen zwei Geschäftsterminen einige Stunden Ruhe sucht, vor einer frühen Zugabfahrt übernachten möchte oder während eines Kongresses lediglich einen komfortablen Schlafplatz benötigt, stellt häufig andere Anforderungen als ein klassischer Urlaubs- oder Geschäftsreisender. In vielen dieser Situationen steht nicht das Hotelzimmer im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt steht der Schlaf. Nicht jeder Reisende benötigt deshalb künftig ein vollständiges Hotelzimmer.

Viele Gäste suchen vor allem:

  • erholsamen Schlaf
  • Ruhe
  • Sicherheit
  • Privatsphäre
  • eine zentrale Lage
  • einen einfachen digitalen Zugang
  • ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis

Dadurch könnte ein neuer Markt entstehen, in dem Schlaf als eigenständige Dienstleistung verstanden wird. Die Unterkunft orientiert sich dann nicht mehr primär an traditionellen Hotelstandards, sondern an der konkreten Funktion, die sie erfüllen soll.

Das Hotelzimmer verschwindet dadurch nicht. Es verliert jedoch möglicherweise seine Rolle als alleinige Antwort auf jede Form der Übernachtung.

Schlafen wird Teil der urbanen Infrastruktur

Übernachtungsangebote könnten künftig überall dort entstehen, wo Menschen temporär Erholung benötigen – unabhängig davon, ob sich dort ein klassisches Hotel befindet.

Mögliche Standorte sind beispielsweise:

  • Flughäfen
  • Bahnhöfe
  • Innenstädte
  • Universitäten
  • Krankenhäuser
  • Büroquartiere
  • Messegelände
  • Mobilitäts-Hubs

Schlafen entwickelt sich damit zunehmend zu einer urbanen Infrastrukturleistung – ähnlich selbstverständlich verfügbar wie Mobilität, Parken oder digitale Kommunikation.

Der Betrieb wird weitgehend digital

Da diese Konzepte auf standardisierten Prozessen beruhen, erfolgt der Betrieb überwiegend digital.

Typische Bestandteile sind:

  • Online-Buchung
  • KI-gestützter Kundenservice
  • automatisierter Zugang
  • digitale Preissteuerung
  • intelligente Auslastungssteuerung
  • vorausschauende Wartung und Betriebsüberwachung

Der Personalbedarf sinkt, gleichzeitig steigen Flächenproduktivität und betriebliche Effizienz.

Die Unterkunft wird zur Infrastrukturleistung

Während klassische Hotels ein umfassendes Aufenthaltserlebnis bieten, konzentriert sich dieses Szenario auf die Kernfunktion des Übernachtens. Ähnlich wie Parkhäuser Mobilität organisieren oder Rechenzentren digitale Dienstleistungen bereitstellen, könnten standardisierte Schlafsysteme künftig temporäre Erholung organisieren.

Nicht das Gebäude steht dabei im Mittelpunkt. Entscheidend ist die Funktion, die ein Übernachtungsangebot erfüllt.

Gewinner

  • Betreiber mit hoher Flächenproduktivität
  • technologieorientierte Hospitality-Konzepte
  • modulare und skalierbare Systeme
  • Betreiber an hochfrequentierten Standorten
  • Unternehmen mit vollständig digitalisierten Betriebsprozessen

Risiken

  • regulatorische Anforderungen und Genehmigungsverfahren
  • Akzeptanz neuer Übernachtungsformen
  • zunehmender Preiswettbewerb standardisierter Angebote
  • hohe Investitionen in Technologie und Automatisierung
  • begrenzte Differenzierungsmöglichkeiten im Wettbewerb

Szenario 3: Der Wettbewerb wird durch Schlaf als eigenständige Dienstleistung, digitale Betriebsmodelle und Flächenproduktivität geprägt.

Was alle Szenarien gemeinsam haben

Ob Plattform-Hospitality, Community Hospitality oder automatisierte Urban Hospitality – alle drei Szenarien beschreiben unterschiedliche Antworten auf dieselbe Entwicklung. Die Bedürfnisse der Gäste werden vielfältiger, während Digitalisierung, steigende Baukosten und veränderte Mobilitätsmuster die Rahmenbedingungen der Branche grundlegend verändern.

Gemeinsam ist allen drei Szenarien jedoch eine entscheidende Erkenntnis: Künftig wird weniger die klassische Betriebsart darüber entscheiden, wie Übernachtungsangebote gestaltet werden. Entscheidend ist vielmehr die Funktion, die sie für den Gast erfüllen.

Die traditionellen Grenzen zwischen Hotel, Hostel, Serviced Apartment oder Jugendherberge verlieren dadurch zunehmend an Bedeutung. An ihre Stelle treten Kriterien wie Aufenthaltszweck, Aufenthaltsdauer, gewünschter Grad an Privatsphäre, digitale Integration, Gemeinschaftsangebote und Flächeneffizienz.

Digitale Prozesse werden dabei zur selbstverständlichen Grundlage nahezu aller Hospitality-Konzepte. Gleichzeitig gewinnen flexible Nutzungskonzepte an Bedeutung, da Gäste je nach Anlass sehr unterschiedliche Anforderungen an eine Übernachtung stellen. Steigende Bau-, Finanzierungs- und Grundstückskosten verstärken zusätzlich den Druck, Flächen wirtschaftlicher und multifunktionaler zu nutzen.

Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen zwanzig Jahre, zeigt sich ein grundlegender Wandel. Die Hospitality entwickelt sich

  • vom Zimmerverkauf,
  • zum Aufenthaltserlebnis,
  • und zunehmend zur Organisation von Raum, Zeit und Infrastruktur.

Die entscheidende Frage lautet künftig deshalb nicht mehr: „Welches Hotel möchte der Gast buchen?“

Sondern: „Welche Funktion möchte der Gast erfüllen?“

  • Arbeiten
  • Schlafen
  • Netzwerken
  • Erholen
  • Lernen
  • Reisen

Die Unterkunft wird damit Teil eines größeren Nutzungssystems, das sich flexibel an den jeweiligen Bedarf anpasst.

Die drei Ebenen der Transformation der Hospitality:

Fazit: Teil 3 Budget-Hotellerie

Die DICON-Studien der Jahre 2007 bis 2015 dokumentierten den Aufstieg von Budgethotels und Hostels als neue Marktsegmente. Heute deutet vieles darauf hin, dass diese Entwicklung erst der Beginn einer wesentlich umfassenderen Transformation war.

Die Hospitality-Branche bewegt sich auf ein hybrides Ökosystem zu, in dem Unterkunft, Arbeit, Gemeinschaft, Digitalisierung und Infrastruktur immer stärker miteinander verschmelzen. Gleichzeitig verlieren traditionelle Hotelkategorien zunehmend an Bedeutung. Entscheidend wird künftig weniger sein, ob ein Betrieb als Hotel, Hostel, Serviced Apartment oder Co-Living-Konzept auftritt, sondern welche Bedürfnisse er für seine Gäste am besten erfüllt.

Wahrscheinlich wird keines der drei beschriebenen Szenarien allein die Zukunft bestimmen. Vielmehr dürfte die Hospitality-Welt des Jahres 2035 Elemente aller drei Entwicklungen miteinander verbinden:

  • Plattform-Hospitality, in der Algorithmen und KI den Zugang zum Gast zunehmend steuern.
  • Community Hospitality, in der Gastgeberschaft, Gemeinschaft und Authentizität zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden.
  • Automatisierte Urban Hospitality, in der Schlaf als eigenständige Dienstleistung flexibel, digital und standortunabhängig organisiert wird.

Die drei Szenarien machen deutlich, dass sich die eigentliche Transformation der Hospitality auf drei Ebenen vollzieht:

  • beim Zugang zum Gast,
  • bei der Differenzierung der Angebote,
  • und beim Verständnis dessen, was künftig überhaupt das eigentliche Produkt ist.

Die Zukunft der Hospitality wird deshalb vermutlich nicht durch eine neue Hotelkategorie bestimmt, sondern durch die Fähigkeit, für unterschiedliche Nutzungssituationen die jeweils passende Lösung anzubieten.

Die Gewinner werden jene Betreiber sein, die sich nicht an traditionellen Kategorien orientieren, sondern konsequent vom tatsächlichen Bedarf ihrer Gäste ausgehen. Wer versteht, welche Funktion eine Unterkunft in einer konkreten Situation erfüllen soll, wird sich auch in einem zunehmend dynamischen Markt erfolgreich positionieren können.

Die Zukunft der Hospitality beginnt deshalb nicht mit einem neuen Hotelkonzept. Sie beginnt mit einem neuen Verständnis der Bedürfnisse des Gastes. Denn die entscheidende Frage lautet künftig nicht mehr:

„Wie sieht das Hotel der Zukunft aus?“

Sondern:

„Welche Funktion soll die Unterkunft für den Gast erfüllen?“

Hinweis: Alle in diesem Report (Teil 3) publizierten Bilder wurden von KI generiert.

zur Übersicht