Während das Wachstum der Hotelbranche in Europa generell leicht stagniert, verändern Kurzzeit-Vermietungen den Tourismus – sie verschärfen die Lage auf den Wohnungsmärkten und belasten die lokalen Ressourcen in ganz Europa. Zu diesem Schluss kommt eine neue Analyse der Recherchenplattform Correctiv.

Der Tourismus in Europa wird durch Plattformen für Kurzzeitvermietungen wie Airbnb, Booking und Expedia rapide verändert. Während Hotel-Übernachtungen generell stagnieren (Ausnahmen: Schweiz, Italien und Spanien), boomen die Buchungen über die erwähnten Plattformen – sie verändern Reisegewohnheiten, beeinträchtigen das lokale Leben und belasten die Ressourcen. Eine neue Analyse von Correctiv zeigt, wo diese Auswirkungen am stärksten zu spüren sind, oft weit entfernt von den üblichen Touristenattraktionen.

Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Der Plattformtourismus boomt: Die Übernachtungszahlen über Plattformen sind seit 2019 um 67% gestiegen, während der Direktvertrieb der traditionellen Hotellerie stagniert – ein deutliches Zeichen für einen Wandel im Reiseverhalten der Europäer, so Correctiv.Europa.
- Kleinere Reiseziele spüren den größten Druck: Die Tourismusintensität ist in weniger urbanisierten Gebieten am höchsten, insbesondere in Griechenland und Kroatien. Auf Santorin erreichen die Buchungen 46 Übernachtungen pro Einwohner.

- Lokaler Wohnungsmarkt und Infrastruktur sind überlastet: Steigende Mieten, Wasserknappheit und eine tourismusorientierte Politik erschweren das Leben der Einheimischen, insbesondere in Gebieten, die bereits unter Klimastress leiden.
- Der Overtourism wird unkontrollierbar: Die öffentlichen Dienste sind überlastet, die Preise überhöht, und Städte wie Barcelona reagieren mit Vermietungsverboten und strengeren Vorschriften.

- Bessere Daten helfen – reichen aber nicht aus: Neue EU-Vorschriften verpflichten Plattformen zur Datenweitergabe, doch es bestehen weiterhin Lücken in Bezug auf Preisgestaltung, Auswirkungen auf Nachbarschaften und Arten von Gastgebern.
- Experten fordern ein neues Tourismusmodell: Nachhaltiges Reisen muss bewusster und weniger ausbeuterisch werden. Einige Regionen testen bereits Steuern, Beschränkungen und politische Reformen.

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Über Correctiv
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