50 Jahre DEHAG Hospitality Group – und kaum je war die Bedeutung von Kooperationen für privat geführte Hotels so sichtbar wie heute. Während internationale Ketten weiter expandieren und Digitalisierung, Vertrieb, KI oder Revenue Management immer komplexer werden, suchen mittelständische Hotels nach starken Partnern, ohne ihre Identität aufzugeben. Hier liegt die Stärke der BWH-Hotels Central Europe. Nach schwierigen Jahren und gewissen Irritationen rund um die Neuorganisation in der Schweiz zeigt sich nun: Die Marke gewinnt wieder an Akzeptanz. Immer mehr Hoteliers erkennen, dass die Vorteile der Kooperation die Kosten bei weitem übersteigen. Hotel Inside-Publizist Hans R. Amrein war beim Jubiläumsanlass in Feldkirch (A) dabei.

Die DEHAG Hospitality Group feierte vergangene Woche in Feldkirch (Österreich) ihr 50-jähriges Bestehen – mit rund 300 Gästen, darunter zahlreiche Hoteliers aus der DACH-Region. Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, wie stark sich das Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat. Aus einer ursprünglich von Hoteliers gegründeten Organisation wurde eines der wichtigsten Hospitality-Netzwerke Mitteleuropas.

Heute vertrauen mehr als 1600 Hotels und Hotelgruppen auf die Dienstleistungen der DEHAG-Gruppe. Zum Portfolio gehören 18 Hotelmarken, darunter Best Western und WorldHotels, aber auch spezialisierte Dienstleister für Einkauf, Digitalisierung, Consulting oder Buchhaltung.
Die Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Stabilität der Gruppe: Für 2025 meldete die DEHAG Hospitality Group einen Gesamtumsatz von 37,74 Millionen Euro – ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig konnte das Eigenkapital weiter gesteigert werden. Besonders in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ist dies ein positives Signal für Stabilität und Resilienz.

Die Schweiz und der schwierige Moment nach der Schliessung in Bern
In der Schweiz verlief die Entwicklung allerdings nicht immer geradlinig. Bis 2015 existierte mit „Best Western Swiss Hotels“ eine eigenständige Geschäftsstelle in Bern, die damals über 18 Mio. Franken Jahresumsatz generierte. Viele Schweizer Hoteliers schätzten die lokale Verankerung, die kurzen Wege und das Verständnis für die Besonderheiten des Schweizer Marktes.

Als die Geschäftsstelle in Bern – nach der Pensionierung des Geschäftsführers (Peter Michel) – geschlossen wurde und die Führung nach Eschborn bei Frankfurt wechselte, sorgte dies bei mehreren der damals 33 Schweizer Best-Western-Hotels für Irritationen. Die Vorstellung, dass nun Deutschland auch in der Schweiz Regie führt, wurde nicht überall positiv aufgenommen. Einige Hotels verliessen die Kooperation. Die Skepsis war nachvollziehbar: Schweizer Privathoteliers legen traditionell grossen Wert auf Eigenständigkeit, regionale Verankerung und persönliche Beziehungen.

Warum die Situation heute anders aussieht
Doch die Branche hat sich verändert. Der Wettbewerbsdruck ist massiv gestiegen. Vertriebskanäle werden komplexer, die Abhängigkeit von internationalen Online-Plattformen nimmt zu, gleichzeitig steigen die Kosten in nahezu allen Bereichen. Digitalisierung, KI, Revenue Management, Datensicherheit oder internationale Sichtbarkeit lassen sich von einzelnen mittelständischen Hotels kaum mehr allein bewältigen. Genau deshalb wird die Bedeutung von starken Kooperationen wieder neu bewertet. BWH-Hotels Central Europe hat erkannt, dass die Schweiz besondere Anforderungen stellt. Heute versucht die Gruppe nicht einfach, einen Markt zentral zu steuern, sondern Partnerschaften neu aufzubauen – mit mehr Nähe, mehr Verständnis und stärkerer Präsenz vor Ort.

Erik Zimmermann als Brückenbauer
Eine Schlüsselrolle spielt dabei Erik Zimmermann. Der hervorragend vernetzte Hotelprofi kennt den Schweizer Markt, die Denkweise der Hoteliers und die Herausforderungen der Branche sehr genau. Seine Aufgabe besteht nicht nur darin, neue Hotels für eine Kooperation zu gewinnen, sondern vor allem Vertrauen zurückzugewinnen. Das ist kein leichtes Unterfangen. Doch die Signale sind positiv. BWH-Hotels sind in der Schweiz wieder ein Thema. Die Gespräche in der Branche zeigen, dass viele Hoteliers die Vorteile heute pragmatischer betrachten als noch vor einigen Jahren.

Der entscheidende Vorteil: Die Hotels bleiben eigenständig
In diesem Punkt liegt einer der grössten Unterschiede zu klassischen Hotelketten. BWH-Hotels funktioniert nicht nach dem Prinzip eines starren Konzerns. Die Genossenschaft gehört den Hoteliers selbst. Die angeschlossenen Häuser behalten ihre Identität, ihren Charakter und ihre unternehmerische Freiheit. Für privat geführte Hotels in der Schweiz ist dies entscheidend. Die Gäste buchen oft bewusst individuelle Häuser mit Persönlichkeit und regionalem Bezug – keine austauschbaren Standardprodukte. BWH-Hotels verbindet deshalb zwei Welten: die Eigenständigkeit eines individuellen Hotels mit den Leistungen und der Reichweite eines internationalen Netzwerks.

Mehr als nur Vertrieb und Reservierung
Die Leistungen gehen heute weit über klassische Reservierungssysteme hinaus. BWH-Hotels Central Europe unterstützt Hotels bei Digitalisierung, Automatisierung, KI-Anwendungen, Revenue Management, Marketing, Vertrieb und Weiterbildung. Dazu kommen Einkaufsvorteile, Prozessoptimierung und internationale Sichtbarkeit. Besonders in Zeiten steigender Kosten gewinnt dieser Aspekt enorm an Bedeutung. Viele Hoteliers stellen sich inzwischen nicht mehr die Frage, ob sie sich eine Kooperation leisten können – sondern ob sie es sich leisten können, darauf zu verzichten.

Globale Sichtbarkeit als Wettbewerbsfaktor
Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die internationale Vernetzung. Schweizer Hotels profitieren über BWH-Hotels von globalen Vertriebssystemen, internationalen Kundenprogrammen und weltweiter Markensichtbarkeit. Vor allem im internationalen Leisure- und Business-Segment ist dies ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Sichtbarkeit entscheidet heute über Auslastung. Einzelhotels haben es zunehmend schwer, international wahrgenommen zu werden. Kooperationen wie BWH-Hotels schaffen Reichweite, die ein einzelnes Haus kaum aus eigener Kraft finanzieren könnte.
Die neue Realität der Hotellerie
Die wirtschaftliche Realität spricht ohnehin eine klare Sprache. Die DEHAG Hospitality Group verweist selbst auf erhebliche Kostensteigerungen in nahezu allen Bereichen – von Personal über Energie bis hin zu Investitionen und externen Dienstleistungen. Gleichzeitig können steigende Kosten nur begrenzt an Gäste weitergegeben werden. In dieser Situation gewinnen professionelle Systeme, gemeinsamer Einkauf und effiziente Strukturen massiv an Bedeutung. Kooperationen werden nicht zum Luxus, sondern zur wirtschaftlichen Notwendigkeit.
Warum BWH-Hotels heute eine echte Chance ist
Für privat geführte mittelständische Hotels kann BWH-Hotels deshalb zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor werden. Die Kooperation bietet Zugang zu Technologien, Märkten und Know-how, die allein kaum finanzierbar wären. Gleichzeitig bleibt die unternehmerische Freiheit erhalten. Genau diese Kombination macht das Modell attraktiv. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben zudem gezeigt, dass resiliente Netzwerke in Krisenzeiten deutlich stabiler agieren können als Einzelbetriebe. Die DEHAG-Gruppe hat in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass gemeinschaftliche Strukturen funktionieren – wirtschaftlich und strategisch.

Kooperationen bedeuten nicht das Ende der Individualität
Die Stimmung rund um BWH-Hotels in der Schweiz hat sich spürbar verändert. Nach den Irritationen der vergangenen Jahre beginnt eine neue Phase. Der Markt erkennt zunehmend, dass starke Kooperationen nicht das Ende der Individualität bedeuten, sondern deren wirtschaftliche Absicherung. BWH-Hotels bietet Schweizer Privathotels genau das, was heute entscheidend wird: internationale Reichweite, professionelle Systeme, digitale Kompetenz und gleichzeitig die Möglichkeit, ein eigenständiges Hotel mit Charakter zu bleiben. Der Nutzen liegt für viele Häuser längst deutlich über den Kosten. Deshalb dürfte die Zahl der Schweizer Hotels innerhalb des BWH-Netzwerks in Zukunft wieder wachsen.
Quellen: Der Beitrag basiert auf den Unterlagen der DEHAG Hospitality Group zur Jahrestagung 2026 sowie auf ergänzenden Informationen zur Entwicklung der BWH Hotels in der Schweiz.

DEHAG Hospitality Group: Zahlen & Fakten 2026
Die DEHAG Hospitality Group feiert 2026 ihr 50-jähriges Bestehen und zählt heute zu den bedeutendsten Hospitality- und Dienstleistungsgruppen in Central Europe.

Unternehmenskennzahlen 2025
- Gesamtumsatz 2025: 37,740 Millionen Euro
- Umsatzwachstum gegenüber 2024: +6,1 Prozent
- Gesamtumsatz 2024: 35,576 Millionen Euro
- Jahresergebnis vor Steuern 2025: 585.931 Euro
- Gewinn 2024: 632.775 Euro
- Gewinn 2023: 649.489 Euro
- Eigenkapital 2025: 4,271 Millionen Euro
- Mitarbeitende: rund 165
- Aktionäre: 160
Hotel- und Markenportfolio
- Mehr als 1600 Hotels und Hotelketten innerhalb des Netzwerks
- 18 Hotelmarken im Portfolio
- Zu den bekanntesten Marken gehören Best Western und WorldHotels
- Betreuung von Hotels in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern in Central Europe
Dienstleistungen der Gruppe
- Hotel- und Vertriebsdienstleistungen
- Digitalisierung und Automatisierung
- KI-gestützte Lösungen
- Revenue Management
- Einkauf und Supply Chain Management
- Consulting- und Managementleistungen
- Buchhaltung und Prozessoptimierung
- Marketing und internationale Sichtbarkeit
- Weiterbildung und Schulungen
Unternehmen innerhalb der DEHAG-Gruppe
- BWH Hotels Central Europe
- progros
- unitels consulting
- allinvos
- B.W. Hotel GmbH
Wichtige Jubiläen 2026
- 50 Jahre DEHAG Hospitality Group
- 80 Jahre Best Western International
- 40 Jahre Best Western in der DACH-Region
- 40 Jahre progros
- 30 Jahre unitels consulting
- 20 Jahre allinvos
Zentrale Aussagen der DEHAG
- Kooperationsstrukturen gelten als resilient und krisenfest
- Starke Unterstützung für privat geführte Hotels
- Fokus auf Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit
- Internationale Vernetzung bei gleichzeitig individueller Hotelidentität
- Steigende Bedeutung von Digitalisierung und KI in der Hotellerie
Quellen: Presseunterlagen der DEHAG Hospitality Group zur Jahrestagung 2026.
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