Mitte April 2026 trafen sich 107 Hoteliers, Investoren, Banker, Dienstleister und Entscheidungsträger der Tourismusbranche im Congresspark Igls bei Innsbruck und setzten sich intensiv mit dem Thema Datenmanagement auseinander. Hotel Inside ist Medienpartner des Forums. Hier die wichtigsten Erkenntnisse des Events zum Thema strategisches Daten-Management.

Um Punkt 9 Uhr eröffnete Dr. Roman Szeliga, der die Teilnehmer als Moderator durch den Tag führte, das 17. Nussbaumer Strategie-Forum. Bei der inzwischen so langen Veranstaltungshistorie durften auch die jährlichen Begrüßungsworte von Geschäftsführer Dr. Christoph Nussbaumer nicht fehlen.

„Möchten Sie vielleicht Pommes zu den Pommes?“: Prof. Dr.-Ing. Johannes Schildgen
Anschließend ging es gleich los mit dem Programm. Was passiert im Hintergrund der Künstlichen Intelligenz? Ist das Magie? Prof. Dr.-Ing. Johannes Schildgen, Professor für Datenbanken und Big-Data an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Regensburg, zeigte auf, dass es keine Magie ist, sondern etwas, das man verstehen kann. Anhand guter Beispiele erklärte er, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und wie man sie anwenden kann.

Wenn Daten Zukunft steuern: Dr. Christoph Nussbaumer
Was fangen Hoteliers mit jeder Menge Daten an? Dr. Christoph Nussbaumer, CMC zeigte auf, dass Daten die Grundlage für sowohl weitreichende strategische Entscheidungen als auch für die operative Führung sind. Anhand einiger Beispiele verdeutlichte er, wie Daten in Modellen und Simulationen genutzt werden. Die erste Idee ist oft nicht die beste. Durch das Denken in Alternativen können verschiedene Szenarien verglichen und die beste Strategie ausgewählt werden. Dadurch werden teure Fehlentscheidungen verhindert. „Strategie bedeutet, unter begrenzten Ressourcen das optimale Ziel zu erreichen. Wann benötigt man keine Strategie? Wenn man unbegrenzte Ressourcen zur Verfügung hat.“

Wie Daten und Strategie Wirkung zeigen: Ferdinand Schachner
Wie jedes Jahr durfte auch diesmal ein zentrales Element des Forums nicht fehlen: Praxisbeispiele. Perfekt passend zum Thema zeigte Ferdinand Schachner, Hotelier und Geschäftsführer des Hotel Schachner in Maria Taferl, wie die einzigartige Geschichte und Entwicklung des Hotel Schachner auf Daten gestützt ist. Datenbasierte Erkenntnisse helfen ihm einerseits, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und andererseits geben sie ihm Sicherheit für große Investitionen, die das Hotel und den Ort nachhaltig prägen werden.


Datenvergoldung: Vom Datenchaos zum Wettbewerbsvorteil – Laslo Nussbaumer, BA, MBA
Warum treffen wir in einer Branche, die auf riesigen Datenmengen sitzt, noch so viele Entscheidungen aus Gewohnheit? Dieser Frage widmete sich Laslo Nussbaumer, BA, MBA in seiner Präsentation. Er hob hervor, dass die Systemlandschaft in einem Hotel meist sehr komplex ist. Darüber hinaus sind in allen Systemen sehr viele Daten enthalten, oft fehlt aber das perfekte Zusammenspiel zwischen den Systemen. Außerdem wird in vielen Hotels Marketing nach dem Gießkannenprinzip betrieben – ein Newsletter an alle Kontakte. Um eine personalisierte Kampagne zu fahren, müssen zuerst drei Fragen beantwortet werden: 1. Wie groß ist die Zielgruppe und wann kommt sie? 2. Was interessiert die Zielgruppe wirklich? 3. Wann muss die Werbung rausgehen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen die Hoteldaten zuerst durch folgende Schritte vergoldet werden: analysieren der Datenquellen, verknüpfen und aufbereiten eines zusammenhängenden Datensatzes, anreichern von weiteren Daten über Motive und Interessen der Kunden, auswerten und segmentieren von Zielgruppen sowie das Einpflegen der Daten in das CRM. Das bringt eine optimale Steuerungsgrundlage für das Marketing. „Ihre Gästedaten sind Gold wert. Man muss sie nur vergolden“.

Aus Daten Taten machen. Mit Herz, Hirn & Humor – Dr. Roman Szeliga
Nach einer stärkenden Mittagspause, in der neben dem guten Essen auch ein Kaffee in der warmen Sonne genossen werden konnte, startete Dr. Roman Szeliga den Nachmittag mit dem, was er am besten kann, Humor. Der Facharzt für Innere Medizin und Mitbegründer des Vereins „CliniClowns“ betrachtet das Thema Daten aus medizinischer und humorvoller Perspektive. Mit seinem humorvollen Vortrag brachte er einerseits das ganze Publikum zum Lachen und zeigte gleichzeitig auf, dass auch trotz Künstlicher Intelligenz, der Mensch im Vordergrund steht. „Gegen Zahlen, Daten, Fakten kann man sich immer wehren, gegen Begeisterung nie.“

Daten als zentraler Hebel der digitalen Gästereise – Philipp S. Ingenillem, BA
Philipp S. Ingenillem, BA, Gesellschafter und CSO bei Online Birds sprach einerseits über Daten von bereits bekannten Gästen, aber auch über Daten von Gästen, mit denen das Hotel noch nicht Kontakt hatte. Zukünftig wird die Website nicht mehr der Einstiegspunkt für Interessenten sein. Stattdessen werden Large Language Models wie ChatGPT immer wichtiger bei der Reise- und Urlaubssuche. Er zeigte, wie man reagieren sollte, damit man auch zukünftig in Suchen, aber auch in Diskussionen mit der KI aufgelistet wird. Für ihn ist die IBE (Internet Booking Engine) der Gamechanger. Sie muss so aufgebaut sein, dass die KI die Daten korrekt lesen kann.

Datenbasierte Entscheidungen mit nachhaltiger Wirkung: Waldhof Fuschlsee Resort – Mag. Daniela Kari-Ebner
Als Geschäftsführerin des Waldhof Fuschlsee Resort präsentierte Mag. Daniela Kari-Ebner die faszinierende Geschichte des Hauses. Was 1958 als kleine Frühstückspension begann, wurde in sechs Jahrzehnten zu einem Resort für Generationen. Neben den großen baulichen Entwicklungen blickte sie auch auf die jahrelange Zusammenarbeit mit Nussbaumer Strategie + Beratung zurück, die 2006 ihren Anfang fand. Strategie betrachtet sie nicht als einmaliges Projekt, sondern als langfristiges System. Das Bauchgefühl ist für sie weiterhin sehr wichtig, doch ergänzt um Daten wird es zu einer klaren Orientierung für die Zukunft.

Ordnung im Systemdschungel: Wie Hotels ihre digitale Landschaft strategisch neu ausrichten – Prof. Dr. Sandra Bayer
Prof. Dr. Sandra Bayer ist Chief Anchor Officer bei der Anker & Alpen Consulting GmbH. Sie zeigte, wie Hotels ihre digitale Systemlandschaft strategisch ordnen und sinnvoll integrieren. Zwar treffen Hoteliers oft viele richtige Entscheidungen, arbeiten aber mit einem falschen Gesamtsystem. Durch zu viele Systeme, die nicht gut integriert sind, steigt die Komplexität, nicht aber die Effizienz. Das Problem sind aber nicht die Systeme selbst, sondern die Entscheidungen, wie welche Systeme eingesetzt werden. Sie gab den Teilnehmern folgende Tipps zur Systemauswahl: Zielbild vor System, Logik vor Demo, Partner vor Tool. Ordnung entsteht nicht durch weniger Systeme, sondern durch bessere Entscheidungen.

Abgerundet wurde das intensive Strategie-Forum mit einer Podiumsdiskussion über Daten, Entscheidungen und der Faktor Mensch mit Mag. Daniela Kari-Ebner, Franz Buchecker, Prof. Dr.-Ing. Johannes Schildgen, Prof. Dr. Sandra Bayer und Dr. Christoph Nussbaumer, CMC.
